Die Bedingungen für einen Krankenrücktransport

Unter welchen Bedingungen ist ein Krankenrücktransport möglich? Diese Frage stellen sich vermutlich viele Patienten, die während eines Auslandsaufenthalts schwer erkrankt sind oder einen Unfall hatten. Je nach Situation spielen dabei unterschiedliche Aspekte eine Rolle: Medizinische Bedingungen entscheiden über die Durchführbarkeit eines Transports. Doch ähnlich wichtig sind für manche Patienten die Bedingungen, unter denen eine Versicherung die Kosten des Krankenrücktransports übernimmt. Nicht zuletzt müssen gegebenenfalls organisatorische Bedingungen erfüllt sein. All diese Fragen möchten wir für Sie näher beleuchten.

Medizinische Bedingungen für einen Krankenrücktransport

Eine grundlegende Bedingung für jeden Krankenrücktransport ist, dass der Patient transportfähig ist. Bei Ambulanzflügen spricht man häufig auch von „fit to fly“. Mit anderen Worten: Der Gesundheitszustand des Patienten muss einen sicheren Transport erlauben. Bei einem Rücktransport im Ambulanzflugzeug oder Helikopter ist dies fast immer der Fall. Bei einem Krankentransport im Linienflugzeug ist die Durchführung an umfassendere medizinische Bedingungen geknüpft.

Rücktransport im Ambulanzflugzeug oder Helikopter

Sowohl ein Ambulanzflugzeug als auch ein Helikopter bieten medizinische Ausrüstung, die sich vor der Ausstattung einer modernen Intensivstation nicht verstecken muss. Da ein spezialisierter Mediziner den Flug begleitet, ist für die Gesundheit des Patienten jederzeit gesorgt. So ist auch bei vielen Intensivpatienten ein sicherer Krankenrücktransport möglich.

Sogar wenn die Luftdruckveränderungen während eines regulären Flugs gesundheitliche Probleme hervorrufen würden (z.B. bei Pneumothorax, Anämie oder einer schweren Lungenentzündung), kann ein Patiententransport im Ambulanzflugzeug oder Helikopter problemlos durchgeführt werden: Ein Helikopter fliegt ohnehin so niedrig, dass es nicht zu relevanten Veränderungen des Luftdrucks kommt. In einem Ambulanzflugzeug kann dagegen durch technische Maßnahmen der Kabineninnendruck annähernd auf Bodenniveau angepasst werden. Ein solcher Sea-Level-Flug erlaubt einen komplikationslosen Transport von Patienten, deren Zustand sich bei geringerem Luftdruck verschlechtern würde.

In der Praxis kommt bei schwer erkrankten Patienten meistens ein Ambulanzflugzeug zum Einsatz: Die Reichweite eines Hubschraubers ist deutlich geringer, so dass er am häufigsten für sehr kurze Strecken eingesetzt wird.

Rücktransport im Krankenwagen

Auch in einem Krankenwagen gehört moderne medizinische Ausrüstung zum Standard. Dadurch sind auch hier viele Krankentransporte möglich, allerdings ist die Transportdauer ein wichtiger Faktor. Da der Krankenrücktransport deutlich länger dauert als auf dem Luftweg, ist der Patient insgesamt einer höheren Belastung ausgesetzt. Deshalb sollten kritische Intensivpatienten besser im Ambulanzflugzeug oder Hubschrauber transportiert werden.

Rücktransport im Linienflugzeug

Patient besteigt ein Linienflugzeug

Die Durchführung eines Rücktransports im Linienflugzeug ist an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Hier behalten sich die Linienfluggesellschaften vor, den Gesundheitszustand des Patienten genau zu prüfen und den Transport abzulehnen, wenn eine Gefahr für den Erkrankten oder die anderen Passagiere besteht. Deshalb kommen nur Patienten mit stabilem Gesundheitszustand für einen Rücktransport im Linienflugzeug infrage – entweder liegend auf einer Patientenliege oder sitzend in der Business Class.

Weitere Bedingungen für einen Krankenrücktransport im Linienflugzeug sind:

  • Der Rücktransport muss auf einem Direktflug stattfinden, da es kaum möglich ist, einen Patiententransport auf Umsteigeverbindungen sauber zu koordinieren. Zudem ist das Umsteigen für den Patienten eine zu große Belastung.
  • Es handelt sich um einen Mittel- oder Langstreckenflug: Auf kurzen Strecken startet das Flugzeug meist so schnell wieder in Gegenrichtung, dass keine Patientenliege eingebaut werden kann. Da die Business Class auf der Kurzstrecke oft aus regulären Sitzreihen besteht, bei denen der Mittelplatz frei bleibt, fehlt auch für einen sitzenden Krankentransport in vielen Fällen der nötige Handlungsspielraum für das medizinische Personal.
  • Der Krankenrücktransport benötigt eine Vorlaufzeit von 1 bis 2 Tagen. Diese Zeit nimmt sich die Linienfluggesellschaft, um zu entscheiden, ob sie den Patienten akzeptiert.

Bedingungen einer Kostenübernahme durch die Versicherung

Die Durchführung eines Krankenrücktransports ist für viele Patienten nicht nur an gesundheitliche, sondern auch an finanzielle Hürden gebunden. Sie hoffen auf eine vollständige oder zumindest teilweise Kostenübernahme durch ihre Versicherung. Doch diese ist häufig an Bedingungen geknüpft, die in der Versicherungspolice festgelegt sind.

Zunächst ist wichtig, dass eine gültige Auslandskrankenversicherung besteht. Wer auf die private oder gesetzliche Krankenkasse hofft, muss mit einer Enttäuschung rechnen: Krankenrücktransporte sind hier nicht abgedeckt.

Doch auch die Auslandskrankenversicherung übernimmt nicht blind jeden Rücktransport. Je nach der genauen Ausgestaltung der Versicherungspolice werden die Kosten in medizinisch sinnvollen oder sogar nur in medizinisch notwendigen Fällen übernommen. Als medizinisch sinnvoll gilt ein Krankenrücktransport, wenn in der Heimat bessere Behandlungsergebnisse zu erwarten sind als am Aufenthaltsort. Das ist meistens schon deshalb der Fall, weil die vertraute Umgebung den Genesungsprozess positiv beeinflussen kann.

Bedingung für eine medizinisch notwendige Auslandsrückholung ist dagegen, dass eine angemessene Behandlung im Aufenthaltsland nicht möglich ist. Das kommt wesentlich seltener vor, denn das Gesundheitssystem vieler Länder ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass die meisten Erkrankungen und Verletzungen grundsätzlich behandelt werden können. Die Behandlungsqualität liegt allerdings häufig deutlich unterhalb der Standards, welche der Patient aus seiner Heimat gewohnt ist. Trotzdem erlaubt eine Police, die eine medizinische Notwendigkeit des Krankenrücktransports vorschreibt, den Versicherern im Ernstfall häufig, die Kostenübernahme zu verweigern.

Wichtig: Wenn die Versicherung eine Kostenübernahme ablehnt, kann ein Krankenrücktransport in den meisten Fällen dennoch durchgeführt werden. Sprechen Sie uns einfach an und wir erläutern Ihnen Ihre Möglichkeiten.

Organisatorische Bedingungen für einen Krankenrücktransport

Die organisatorischen Bedingungen eines Krankenrücktransports sind äußerst überschaubar, wenn Sie einen erfahrenen Partner wie die Ambulanzflug-Zentrale an Ihrer Seite haben: Wie bei jeder Auslandsreise benötigen Sie einen gültigen Reisepass. Für viele Reiserouten genügt sogar ein Personalausweis. Darüber hinaus benötigen Sie die Bestätigung eines deutschen Krankenhauses, dass Sie dort aufgenommen werden können. Sollten Sie noch kein Krankenhaus gefunden haben, übernehmen wir gerne die Suche einer geeigneten Klinik für Sie.

Auch sonst können Sie sich darauf verlassen, dass wir Sie organisatorisch vollständig entlasten. Wir bieten Ihnen den kompletten Krankenrücktransport aus einer Hand, so dass Sie kaum einen Gedanken an die organisatorischen Voraussetzungen verschwenden müssen.

Kontaktieren Sie uns

Nehmen Sie jederzeit Kontakt mit uns auf, wenn Sie einen Krankenrücktransport benötigen. Wir helfen Ihnen täglich rund um die Uhr und beraten Sie unverbindlich und kostenlos. Kontaktieren Sie uns:

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