Fliegen mit COPD

Wer kennt nicht den Begriff „Raucherlunge“ oder auch „Staublunge“? Das sind Umschreibungen für eine Krankheit, die keineswegs selten ist. Ernsthaften Schätzungen nach leiden weltweit rund 600 Millionen Menschen unter der COPD, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. In den USA ist sie die vierthäufigste Todesursache und sie ist unter den ersten zehn zum Tode führenden Krankheiten die einzige mit stetiger Zunahme.

Doch was ist COPD?

COPD

In den Lungenflügeln des Menschen sind rund 300 Millionen Lungenbläschen (Alveolen) angesiedelt. In diesen Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt. Aus der eingeatmeten Luft wird Sauerstoff aufgenommen und Kohlenstoffdioxid an die Bronchiolen, die kleinen Bronchien, abgegeben, die diesen durch das Ausatmen ausleiten. Bei einer COPD kollabieren diese kleinen Bronchien teilweise beim Ausatmen und die Lungenbläschen können das Kohlenstoffdioxid nicht vollständig wieder in die Luft abgeben und blähen sich so auf. Die kleinen Bronchien, das sind die feinsten Verästelungen der Bronchien, die wie ein auf den Kopf gestellter Baum aussehen. Diese Bronchiolen werden normalerweise von elastischen Fasern in Position gehalten. Genau diese Fasern werden bei einer COPD angegriffen, werden zerstört oder verhärten sich, doch wer oder was ist der Angreifer?

Ursachen für eine COPD-Erkrankung gibt es viele. Eine ganze Zeit lang stand an oberster Stelle der Verdächtigen die Zigarette, darum der geläufige Begriff der Raucherlunge. Inzwischen sehen aufgrund des Rückgangs des Rauchens nicht wenige Fachleute die Umweltverschmutzung als Hauptverursacher an. Das kann das Verbrennen von Holz oder Holzkohle in Drittweltländern sein, aber auch die Autoabgase in unseren Großstädten. An dritter Stelle kommen Stäube verschiedenster Art bei der Ausübung des Berufes. Vor allem waren davon in Deutschland die Bergleute betroffen, bei denen die Staublunge die Nr. 1 der Berufskrankheiten ist. Es kann aber auch Heustaub in der Landwirtschaft, organische und anorganische Stoffe in der Industrie oder in der Textilverarbeitung sein. Alle Partikel, die klein genug sind, um eingeatmet zu werden, sind potenzielle Auslöser. Sie setzen sich an den Bronchien und speziell im Umfeld der kleinen Bronchien fest, zu denen sie ja über die Atemwege hin transportiert wurden. Dort verursachen sie als Fremdkörper Entzündungen, die letztlich die COPD in Gang setzen.

Zu einem kleineren Teil können auch Infektionen die Krankheit verursachen wie ebenso Vererbung möglich ist. Nach einer Studie besteht ein erhöhtes Risiko bei einer stark nitrathaltigen (Pökelsalz) Ernährung, wie etwa viel Schinken, Speck oder Wurst.

Weshalb stellt Fliegen mit COPD ein Risiko dar?

Moderne Passagiermaschinen, die hunderte Menschen über tausende Kilometer in kürzester Zeit an ihr Ziel bringen, sind wahre Wunderwerke der Technik. Allerdings müssen die Flugzeugbauer Kompromisse eingehen: So etwa beim Bau der Druckkabine, ohne die der Luftdruck im Inneren mit zunehmender Höhe so schwach wäre, dass niemand mehr genügend Sauerstoff aufnehmen könnte, auch wenn dieser vorhanden ist. Eine Druckkabine zu bauen, die dem Luftdruck in Erdnähe beziehungsweise auf Meereshöhe entspricht, würde das Flugzeug wesentlich schwerer und damit unrentabel machen. Der Kompromiss besteht darin, dass die Druckkabine eine Atmosphäre erzeugt, die etwa 2500 m über dem Meer entspricht. Für gesunde Menschen ist dies eine Höhe, die problemlos auszuhalten ist. Viele alpine Wintersportler bewegen sich im Urlaub ohne Schwierigkeiten sogar noch darüber.

Für Menschen mit COPD kann der Luftdruck in einer Passagiermaschine während einer Flugreise jedoch zu gering sein. Vor allem dann, wenn sich aufgrund der Entzündungsherde in der Lunge bereits sogenannte Emphysemblasen gebildet haben. Das sind eigentlich normale Lungenbläschen, die jedoch stark aufgebläht sind, weil die verbrauchte Atemluft nicht abtransportiert wird. Steigt ein Patient beispielsweise an einem Flughafen ein, der auf 500 m über dem Meer liegt, wird er oder sie in kurzer Zeit auf eine Höhe von 2500 m gebracht. Der Luftdruck an Bord sinkt und die Emphysemblasen dehnen sich noch mehr aus – unter Umständen, bis sie platzen und die Lunge kollabiert.

Ist eine Reise im Flugzeug trotzdem möglich?

Patienten mit COPD können dementsprechend kein reguläres Passagierflugzeug nutzen, ohne ein hohes Risiko einzugehen. Wer sich jedoch gerade im ferneren Ausland aufhält und bei dem eine COPD diagnostiziert wurde, benötigt einen Rücktransport, wobei andere Verkehrsmittel, wie etwa ein Schiff, den zeitlichen Rahmen sprengen. Hier bleibt nur die Reise in einem besonders eingerichteten Ambulanzflugzeug mit modernem medizinischen Equipment an Bord. Hier ist auch eine zusätzliche Sauerstoffversorgung gewährleistet, die bei einem Linienflug oft nicht möglich ist.

Was ist ein Sea Level Flug?

Als Sea Level Flug werden Flüge bezeichnet, die auf einer Höhe von etwa 600 bis 900 m über dem Meer erfolgen. Natürlich sind Flugzeuge in dieser geringen Flughöhe aufgrund des starken Luftwiderstands wesentlich langsamer, sind meist starken Turbulenzen ausgesetzt und benötigen viel mehr Zeit. Eine andere Lösung des Problems sind Ambulanzflugzeuge mit verstärkter Druckkabine, die auch in der üblichen Reisehöhe von 10.000 m einen Luftdruck von 600 bis 900 m erzeugt. Moderne Ambulanzflugzeuge verfügen über derartige Druckkabinen und können so Patienten mit COPD auch auf längeren Flugreisen transportieren, etwa einem Atlantikflug.

Zahlen die Versicherungen solche Ambulanzflüge?

Weder private noch staatliche Krankenkassen haben eine Kostenerstattung von Rückholungen aus dem Ausland im regulären Leistungsprogramm. Über eine Reisekrankenversicherung mit der Option der Rückholung im Krankheitsfall ist es jedoch möglich, dass die Kosten erstattet werden. Möglich bedeutet, dass die Versicherer es erstatten, wenn der behandelnde Arzt es für medizinisch sinnvoll hält und dies genauso auch in den AVB der Versicherungspolice drin steht. Steht jedoch nur „medizinisch notwendig“ drin, kann sich der Versicherer weigern, die Kosten zu übernehmen, wenn der Patient im Aufenthaltsland eine gleichwertige medizinische Behandlung erhalten kann. 

Die Kosten für einen Ambulanzflug?

Linienflugzeuge und auch Chartermaschinen fliegen auf festgelegten Routen mit zuvor festgelegten Start- und Zielorten. Hier ist eine Kalkulation der Fixkosten problemlos möglich. Ein Ambulanzflug hingegen ist ein wahres Überraschungspaket, bei dem in kurzer Zeit sehr unterschiedliche Faktoren einberechnet werden müssen. Es ist dementsprechend unmöglich zu sagen, was eine Flugreise im Ambulanzflugzeug kostet, bevor nicht bestimmte Punkte wie Abflugort und Zielort bekannt sind, wobei dies nur zwei von mehreren Positionen sind, die einzuberechnen sind. Auch der Gesundheitszustand des Patienten, die Dringlichkeit und die Anzahl der Begleitpersonen beeinflussen die Kosten der Reise. Gerne erstellen wir Ihnen für Sie im Anschluss an ein persönliches kostenloses Gespräch eine individuelle Kalkulation. 

Kosten für Ambulanzflüge

Ambulanzflug-Zentrale – wir machen das schon seit Jahrzehnten

Ambulanzflüge zu organisieren ist keine einfache Aufgabe. Jeder Flug besitzt seine ganz eigenen Besonderheiten, deshalb sind unsere Erfahrung und unsere weltweiten Kontakte unsere wertvollsten Werkzeuge. Das hilft uns auch bei einem Faktor, der eine immens große Rolle bei einem Ambulanzflug spielt, der Zeit: Wir können binnen kürzester Zeit professionell einen sicheren medizinischen Rücktransport organisieren. 

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein Ambulanzflug abläuft, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere FAQ.

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Wir sind der zuverlässige Partner für Ihre Flugreise mit COPD. Unser erfahrenes Team ist täglich rund um die Uhr für Sie da und berät Sie gerne. Kontaktieren Sie uns:

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