Fliegen mit Erkältung

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Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Drei bekannte Schlagworte, die gerne im Zusammenhang mit einer Erkältung genannt werden. Jeder Erwachsene in Mitteleuropa wird im Durchschnitt 1-2 Mal pro Jahr von der Erkältung heimgesucht und erträgt die Symptome mehr oder weniger tapfer und immer unter dem Leitspruch, dass eine Erkältung circa eine Woche andauert.

Mann mit Erkältung

Doch was ist eine Erkältung überhaupt?

Das Wort Erkältung entstammt nicht der medizinischen Fachwelt, sondern beschreibt im Allgemeinen einen Gesundheitszustand. In der Medizin wird unter der umgangssprachlichen Erkältung oder auch gerne dem „grippalen Infekt“ eine Infektionskrankheit verstanden, die die Schleimhäute der Nase, des Rachens und oder der Bronchien befällt.

Auslöser sind Viren, die entweder von bereits infizierten Personen über den Luftweg oder als Schmierinfektion übertragen werden, oder sich bereits im Rachenraum befinden und beispielsweise durch kalte Zugluft aktiviert werden.  An einer Infektion der Bronchien beziehungsweise der Atemwege können neben Viren auch Bakterien beteiligt sein. In solchen Fällen wird von einer Superinfektion gesprochen.

Die Symptome eines grippalen Infekts sind sehr vielfältig und treten keineswegs nur explizit bei einer Erkältung auf. Dazu können gehören:

  • Verstopfte Nase
  • Laufende Nase
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Husten
  • Mattigkeit
  • Kopfschmerzen

Mitunter sind die Übergänge in ein anderes Krankheitsbild fließend. Aus einer Erkältung können sich Lungenentzündungen, akute Mittelohrentzündungen oder auch Nasennebenhöhlenentzündungen entwickeln.

Warum ist Fliegen mit einer Erkältung nicht ratsam?

Es gibt zumindest zwei Gründe, die bei einer solchen Erkrankung gegen das Betreten eines Fliegers sprechen: Zum einen sind die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum angeschwollen. Dort aber befindet sich die Verbindung zum Mittelohr. Auch wenn es nur schwer vorstellbar ist und sich die Frage stellt, was denn die Nase mit den Ohren zu tun hat, so dient diese Verbindung tatsächlich der Belüftung des Mittelohres. Bei angeschwollenen Schleimhäuten ist dieser Verbindungsweg, der Tube genannt wird, teilweise oder ganz verstopft. Das ist dann ein Tubenkatarrh.

Das Problem beim Fliegen besteht darin, dass sich beim Sinkflug oder bei der Landung Druck auf den Ohren aufbaut. Üblicherweise kann, etwa durch Gähnen, Kaugummi kauen oder das Schlucken bei zugehaltener Nase ein Druckausgleich im Mittelohr hergestellt werden. Auch abschwellende Nasentropfen, die eine halbe Stunde vor dem Start genommen werden, können das Druckgefühl verbessern.

Dieser Tipp funktioniert jedoch bei einer verstopften Tube nicht immer. Dazu kommt die trockene Luft in der Flugzeugkabine, die das Anschwellen der Schleimhäute zusätzlich begünstigt. Dies kann zu einem sogenannten Barotrauma führen, das durch den schnellen Luftdruckwechsel im Flugzeug entsteht. Die Folge sind starke Ohrenschmerzen, bis hin zu bleibenden Schäden im Innenohr.

Normalerweise ist Fliegen bei einer leichten Erkältung kein Problem, jedoch sollte vor Flugantritt ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, der entscheidet, ob der Patient zu krank für eine Flugreise ist, denn ein Flug kann gefährlich werden, wenn die Schleimhäute der Bronchien angeschwollen sind. Nicht selten steht eine Erkältung am Anfang eines Bronchialkatarrhs. Bei einem Bronchialkatarrh bildet sich vermehrt Schleim in den Bronchien, der normalerweise abgehustet wird. Gleichzeitig ist die Lungenfunktion eingeschränkt.

Der zähe Schleim behindert den Austausch der Luftbläschen an den Enden der Bronchien. In einem Flugzeug herrscht ein niedriger Luftdruck, der etwa einer Höhe von 2500 m ü. N. entspricht. Für eine gesunde oder leicht erkrankte Person stellt dies kein Problem dar, für Menschen mit einem Bronchialkatarrh kann es problematisch werden: Der niedrige Luftdruck führt dazu, dass sich die Atemfrequenz erhöht, die bereits durch den Katarrh höher als normal ist. Hinzu kommt eine allgemein schlechte Verfassung durch die weiteren Erkältungssymptome. Im schlimmsten Fall kann sich dies alles negativ auf das Herz auswirken, vor allem, wenn vielleicht schon Vorerkrankungen bestehen, der oder die Passagierin raucht, keinen Sport treibt und übergewichtig ist.

Im Ernstfall mit dem Ambulanzflug auch mit Erkältung sicher fliegen.

Wird eine Erkältung nicht gut auskuriert, kann sie in einigen Fällen durchaus der Auslöser für schwere Erkrankungen sein. Deshalb ist es meistens am sinnvollsten, einen anstehenden Flug so lange zu verschieben, bis die Erkältung überwunden ist. Manchmal jedoch ist der Flug unvermeidlich, auch wenn eine „dicke“ Erkältung besteht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn kranke Personen im Urlaub sind und nach Hause fliegen möchten, um sich dort in der gewohnten Umgebung auszukurieren. Allerdings kann eine Flugreise die bestehenden Symptome mitunter deutlich verschlimmern. Wenn der HNO-Arzt von einer Reise mittels Linienflugzeug abrät, kann über einen Flug im Ambulanzflugzeug nachgedacht werden. Mit einem Ambulanzflug lässt sich das Risiko so weit mindern, dass die Gefahrenlage als geringfügig eingestuft werden kann, sodass der Passagier trotz Erkrankung schnell und sicher nach Hause fliegen kann. 

In einem Ambulanzflugzeug kann, wenn erforderlich, mit einem sogenannten Sea-Level-Flug das Absinken des Luftdrucks durch den Anstieg in größere Höhen vermieden werden. Zum einen wird dazu eine verstärkte Druckkabine verwendet, in der der atmosphärische Druck unterhalb des kritischen Wertes bleibt. Zum anderen wird nicht in den Höhen geflogen, die Passagiermaschinen nutzen.

Daraus ergibt sich einerseits ein viel geringerer Innenohrdruck beim Landeanflug und andrerseits eine geringere Belastung der Atemwege. Außerdem stehen bei einem Ambulanzflug medizinisches Personal und entsprechende Medizintechnik bereit, um eventuelle kritische Situationen zu bewältigen und gesundheitliche Folgeschäden zu vermeiden.

Was kostet ein Ambulanzflug?

Die Kostenfrage lässt sich bei einem Ambulanzflug nur anhand konkreter Daten beantworten. Die Sachlage ist bei jedem Ambulanzflug so unterschiedlich, dass es darauf keine pauschale Antwort geben kann. Für die genaue Berechnung sind verschiedene Parameter wichtig:

  • Flugstrecke
  • Dringlichkeit
  • Patientenzustand
  • Anzahl der Begleitpersonen
  • Bodentransporte

Anhand dieser Faktoren kalkulieren wir den Preis für Ihren individuellen Krankentransport.

Die Ambulanzflug-Zentrale, die Profis in der Organisation von Ambulanzflügen

Die schnelle Bereitstellung eines passenden Ambulanzflugzeuges inklusive Crew und medizinischem Begleitpersonal, die auf den Patienten ausgerichtete Ausstattung mit der richtigen Medizintechnik und die Abklärung von Behördenfragen sowie die Genehmigungen an den involvierten Flughäfen. All das sind Prozesse, mit denen sich sich die Ambulanzflug-Zentrale bestens auskennt. Schließlich besitzt sie darin jahrelange Erfahrung und hat sich ein hervorragendes Netzwerk aufgebaut, um selbst in Tagesfrist einen Ambulanzflug zu organisieren.

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Wenn Sie an einem Ambulanzflug interessiert sind, können Sie uns gerne jederzeit, zu jeder Tages- und Nachtzeit, kontaktieren: Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie da.

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