Fliegen mit Fieber? Besser nicht im Linienflugzeug!

Inhaltsverzeichnis

  1. Fliegen mit Fieber: ein Risiko
  2. Was ist Fieber?
  3. Erhöhtes Thrombose-Risiko beim Fliegen mit Fieber
  4. Fehlende Ruhe bei einer Flugreise
  5. Ansteckungsgefahr für andere Reisende
  6. Verschlimmerung der zugrundeliegenden Erkrankung
  7. Kann die Fluggesellschaft bei Fieber die Mitnahme verweigern?
  8. Alternativen zum Linienflug mit Fieber
  9. Kosten und Kostenübernahme bei einem Ambulanzflug
  10. Gute Gründe für die Ambulanzflug-Zentrale
  11. Kontaktieren Sie uns

Fliegen mit Fieber: ein Risiko

Das Fliegen mit Fieber kann sowohl für den Erkrankten als auch für die anderen Fluggäste sehr gefährlich sein. Das während eines Flugs ohnehin schon erhöhte Thrombose-Risiko steigt noch einmal an, der geschwächte Körper kommt im Flugzeug nur schwierig zur Ruhe und für Mitreisende besteht je nach Erkrankung Ansteckungsgefahr. Zudem kann der Grund für das Fieber eine Erkrankung sein, die sich durch das Fliegen ihrerseits verschlimmern kann.

Fieberthermometer

Mit anderem Worten: Fliegen mit Fieber ist einfach keine gute Idee – zumindest im Linienflugzeug. Wir erläutern die Zusammenhänge und zeigen Ihnen eine Alternative auf, wenn ein Linienflug nicht möglich ist.

Was ist Fieber?

Unter Fieber versteht man eine Erhöhung der Kerntemperatur im Körper, die in der Regel als natürliche Abwehrreaktion gegen Krankheiten auftritt. Beim Menschen wird eine Körpertemperatur von 38°C oder mehr als Fieber bezeichnet. Allerdings ist das Fieber selbst normalerweise keine Krankheit, sondern ein Symptom für eine zugrundeliegende Erkrankung. Meistens handelt es sich hierbei um eine Infektion, aber das Fieber kann auch andere Ursachen wie z.B. eine Tumorerkrankung haben.

In der ersten Phase kommt es oft zu Schüttelfrost und einem verstärkten Kälteempfinden. Hier sendet der Körper das Signal, dass ihm kalt sei, um die Körpertemperatur in die Höhe zu treiben. Meist reagiert der Erkrankte mit warmer Kleidung, dicken Decken oder einer Wärmflasche und leistet dadurch ebenfalls einen Beitrag. Der Körper ist dabei im Normalfall ohne Hilfe dazu in der Lage, die Höhe des Fiebers zu begrenzen, bevor es selbst zu einer Gefahr wird. Dies wäre bei einer Körpertemperatur von mehr als 41,5°C der Fall.

Lässt das Fieber wieder nach, ist dieser Prozess häufig mit starkem Hitzeempfinden, Schwitzen und entsprechendem Flüssigkeitsverlust verbunden. Deshalb ist es wichtig, bei Fieber viel zu trinken und den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Fiebersenkende Maßnahmen durch Medikamente oder Hausmittel sind inzwischen übrigens umstritten. Da das Fieber meist eine wünschenswerte Immunreaktion ist, die sich im Normalfall selbst reguliert, ist ein Eingriff in diesen Prozess nur selten sinnvoll.

Erhöhtes Thrombose-Risiko beim Fliegen mit Fieber

Während eines Flugs ist das Thrombose-Risiko grundsätzlich erhöht: Der Passagier verharrt für lange Zeit unbeweglich in seinem Sitz, die Kabinenluft ist trocken und man nimmt oft nur wenig Flüssigkeit zu sich. Dadurch wird das Blut dickflüssiger und es können sich Blutgerinnsel, die sogenannten Thrombosen, bilden.

schematische Darstellung einer Thrombose

Leidet ein Reisender unter Fieber, verstärken sich diese Effekte teilweise noch: Wer ohnehin schon geschwächt ist, wird sich während des Flugs noch weniger bewegen als ein gesunder Passagier. Und zum möglichen Flüssigkeitsmangel kann sich durch das Fieber noch ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf gesellen. Nicht zuletzt liegt dem Fieber häufig eine Infektion zugrunde, die zu entzündlichen Prozessen im Körper führen kann. Diese Prozesse senken unter Umständen die Fließgeschwindigkeit des Blutes weiter und das Thrombose-Risiko steigt an.

Die Folgen einer Thrombose können je nach Fall gravierend sein. Im Bein sorgen sie potentiell für Schmerzen oder ein Gefühl der Schwere. Noch problematischer wird es, wenn sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und lebenswichtige Organe erreicht. Hier kann es zu einer Embolie (wie zum Beispiel einer Lungenembolie) kommen, die im schlimmsten Fall tödlich verläuft. Auch dauerhafte Organschädigungen sind bei einer Embolie möglich. Allein angesichts dieser möglichen Folgen sollte niemand leichtfertig mit Fieber ein Flugzeug besteigen. Doch es gibt noch weitere Gründe.

Fehlende Ruhe bei einer Flugreise

Wer schwer krank ist, gehört häufig ins Bett und sollte sich ausruhen. So kann das Immunsystem seine Arbeit machen und die Erkrankung effektiv bekämpfen. Eine Flugreise im Linienflugzeug ist für einen Erkrankten dagegen sehr anstrengend: Schon beim Einchecken muss der Fluggast meist anstehen, im Flugzeug selbst kann er zwar sitzen, aber meist nicht liegen und nach der Landung geht es weiter zum Reiseziel. Außerdem muss sich der kranke Passagier während der Zeit an beiden Flughäfen um sein Gepäck kümmern – unter Umständen schwere Koffer.

Für die Arbeit des Immunsystems ist all dies nicht förderlich. Dementsprechend wird die Erkrankung weniger effektiv bekämpft und zieht sich dadurch länger hin oder verschlimmert sich möglicherweise sogar. Der Patient tut sich also keinen Gefallen, wenn er mit Fieber in ein Flugzeug steigt.

Ansteckungsgefahr für andere Reisende

Doch nicht nur sich selbst tut der Patient womöglich keinen Gefallen, er setzt auch andere Reisende einem unnötigen Risiko aus, wenn er mit Fieber in ein Flugzeug steigt. Die Ursache des Fiebers liegt meistens in einer Infektion und viele dieser Infektionskrankheiten sind ansteckend. Die Bandbreite reicht hier von recht harmlosen Unannehmlichkeiten wie einer leichten Grippe bis hin zu COVID-19 oder anderen lebensbedrohlichen Infektionen, von denen viele allerdings in Europa nicht mehr so häufig sind.

Hustender Mann im Flugzeug

Wenn man also nicht ausschließen kann, dass das Fieber durch eine ansteckende Krankheit entsteht, ist es höchst rücksichtslos, einen Linienflug anzutreten. Schließlich sitzt man während eines Flugs oft stundenlang dicht neben einem Fremden und berührt Oberflächen, die auch schon viele andere Fluggäste angefasst haben – zum Beispiel die Klinke der Toilettentür oder die Armlehne, auf der auch schon der Passagier aus dem vorhergehenden Flug seine Hände abgelegt hat. Es ist also sehr leicht, seine Viren im Flugzeug zu verteilen und andere Fluggäste mit ihnen zu infizieren.

Verschlimmerung der zugrundeliegenden Erkrankung

Die Veränderungen des Luftdrucks während eines Flugs können auch die zugrundeliegende Krankheit negativ beeinflussen. Manchmal ist dies unangenehm, aber letztlich harmlos – beispielsweise bei einer Mittelohrentzündung. Hier funktioniert der Druckausgleich im Ohr nicht so gut und dies kann bei Start und Landung zu starken Ohrenschmerzen führen.

Andere Krankheiten wie zum Beispiel eine Lungenentzündung werden durch den geringeren Luftdruck auf wesentlich gefährlichere Art und Weise beeinflusst: Die Erkrankung sorgt dafür, dass die Sauerstoffaufnahme über die Lunge nicht mehr so gut funktioniert. Der niedrigere Kabinendruck im Linienflugzeug hat einen ähnlichen Effekt. In Kombination kann dies bedeuten, dass die Sauerstoffsättigung eines Patienten mit Lungenentzündung auf ein lebensbedrohliches Niveau sinkt. Gerade wenn man nicht weiß, welche Erkrankung das Fieber auslöst, sollte man also gesundheitliche Komplikationen vermeiden und auf die Flugreise verzichten.

Kann die Fluggesellschaft bei Fieber die Mitnahme verweigern?

Natürlich unterzieht die Fluggesellschaft nicht jeden Passagier einer gründlichen medizinischen Untersuchung, bevor er einsteigen darf. Doch das Bodenpersonal achtet durchaus auf offensichtliche Zeichen einer Erkrankung. Wenn ein Patient mit Fieber also offensichtlich geschwächt wirkt, stark schwitzt oder zittert oder gar gestützt werden muss, erregt dies die Aufmerksamkeit der Crew. Am Ende ist es der Flugkapitän, der die Entscheidung trifft: Wäre die Mitnahme des Erkrankten gefährlich – entweder für ihn selbst oder für seine Mitreisenden?

Der Kapitän ist bei seiner Entscheidung nur seinem eigenen Gewissen verpflichtet. Es gibt keine klaren Regeln, die ihn binden und ganz besonders gibt es kein Anrecht auf die Mitnahme. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Piloten eher zur Vorsicht neigen, da sie nicht die Gesundheit eines Reisenden riskieren möchten. Zudem würde ein medizinischer Notfall in der Luft eine ungeplante Zwischenlandung nach sich ziehen. Dies ist weder im Interesse des Piloten noch der Airline, für die er arbeitet.

Alternativen zum Linienflug mit Fieber

Wenn ein Linienflug mit Fieber keine gute Idee ist, welche Alternativen bieten sich dann? Die Antwort auf diese Frage richtet sich stark nach der konkreten Situation. Wer eigentlich eine Urlaubs- oder Geschäftsreise antreten wollte, sollte diese einfach verschieben oder absagen. Schließlich ist auch niemandem geholfen, wenn Sie am Urlaubsort krank im Bett liegen und einen geschäftlichen Termin sollten Sie ebenfalls nicht wahrnehmen, wenn Sie gesundheitlich dermaßen angeschlagen sind.

Komplizierter ist die Situation, wenn Sie bereits auf Reisen sind und das Fieber kurz vor dem Rückflug auftritt. Bei leichten Erkrankungen können Sie womöglich Ihre Hotelbuchung um ein paar Tage verlängern oder eine alternative Unterkunft für die Zeit der Krankheit finden. Bei einer schweren Erkrankung oder einer unklaren Ursache des Fiebers sollten Sie sich in ärztliche Behandlung – womöglich sogar in ein Krankenhaus – begeben.

Wenn Sie sich in einem Land mit schlechter medizinischer Versorgung aufhalten, möchten Sie Ihre Behandlung womöglich nur so lange den einheimischen Ärzten anvertrauen, wie es unbedingt nötig ist. In diesem Fall ist eine Auslandsrückholung im Ambulanzflugzeug Ihre beste Option. Im Gegensatz zum Linienflugzeug ist das Fliegen mit Fieber hier nämlich in den meisten Fällen möglich.

An Bord des Ambulanzflugzeugs kümmert sich ein erfahrener Flugarzt um Ihr Wohlergehen und kann dafür auf moderne medizinische Ausstattung zurückgreifen, die auch den Transport von vielen intensivpflichtigen Patienten erlaubt. Der Flugarzt ergreift Maßnahmen um das Thrombose-Risiko zu senken, während Sie den Flug auf einer Patientenliege verbringen und sich dort ausruhen können. Es gibt keine fremden Mitreisenden, die Sie anstecken könnten und falls der Luftdruck innerhalb eines normalen Flugzeugs für Komplikationen sorgen würde, führt das Ambulanzflugzeug einen Sea Level Flug mit höherem Luftdruck durch. So können auch Fieber-Patienten schnell und sicher nach Hause transportiert werden.

Kosten und Kostenübernahme bei einem Ambulanzflug

Die Kosten für einen Ambulanzflug lassen sich leider nur individuell kalkulieren, so dass wir an dieser Stelle keine pauschalen Angaben machen können. Allerdings erklären wir Ihnen gerne, welche Faktoren die wichtigste Rolle spielen. Natürlich spielt die Flugstrecke eine wichtige Rolle, ebenso wie der genaue Gesundheitszustand unseres Patienten. Darüber hinaus berücksichtigen wir, wie dringlich der Flug ist und wie viele Angehörige als Begleitpersonen mitreisen sollen. Sollte ein Sea Level Flug nötig sein, fallen dadurch zusätzliche Kosten an.

Wenn Sie eine gültige Reise- oder Auslandskrankenversicherung besitzen, besteht eine gewisse Chance auf eine Kostenübernahme. Diese hängt in erster Linie davon ab, ob die Versicherung nur „medizinisch notwendige“ oder auch „medizinisch sinnvolle“ Fälle abdeckt. Notwendig ist ein Krankenrücktransport, wenn eine angemessene Behandlung vor Ort unmöglich ist. Dies ist jedoch nur noch in wenigen Reiseländern und bei besonders schweren Erkrankungen der Fall. Sinnvoll ist eine Auslandsrückholung dagegen schon, falls eine Behandlung in der Heimat bessere Resultate verspricht. Dies ist in den meisten Fällen gegeben, allerdings decken nur wenige Policen auch medizinisch sinnvolle Rücktransporte ab.

Gute Gründe für die Ambulanzflug-Zentrale

Die Ambulanzflug-Zentrale ist Ihr zuverlässiger Partner, wenn Sie einen Ambulanzflug benötigen. Unser internationales Netzwerk von modern ausgestatteten Ambulanzjets ist weltweit für Sie bereit, so dass wir unabhängig von Ihrem Aufenthaltsort einen Krankenrücktransport durchführen können. Unsere vielsprachigen Mitarbeiter unterstützen Sie schon in der Kommunikation mit dem medizinischen Personal am Aufenthaltsort und leiten für Sie den schnellstmöglichen Transport in die Wege. Und während des Flugs kümmern sich erfahrene Flugärzte um Sie, so dass Sie trotz Fieber sicher in Ihre Heimat zurückgebracht werden können. Vertrauen Sie auf unsere jahrzehntelange Erfahrung!

Kontaktieren Sie uns

Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie erreichbar. Unsere Flugplaner beraten Sie kostenlos und machen Ihnen auf Wunsch ein unverbindliches Angebot für Ihren Krankenrücktransport. Kontaktieren Sie uns:

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