Fliegen mit Gehirnerschütterung

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Eine Vermessung der Schädel von 3000 Personen in einem chinesischen Krankenhaus ergab, dass Frauen im Durchschnitt 7,1 mm starke Schädelknochen besitzen, Männer weisen dagegen nur eine 6,5 mm starke Schädelknochen auf. Dies zeigt, dass das Gehirn also durch die Knochen sehr geschützt wird. Jedoch hat auch dieser Schutz seine Grenzen.

Röntgenbild vom Gehirn

Ein Schlag oder ein Stoß gegen den Kopf kann eine Gehirnerschütterung, ein sogenanntes Schädel-Hirn-Trauma, (SHT) auslösen. Dabei ist nicht nur die Aufprallenergie von Bedeutung, sondern ebenso der Punkt, an dem der Stoß am Kopf erfolgte. 

Boxer können ein Lied davon singen: Als etwa Wladimir Klitschko in seiner Zeit als Profiboxer mit seiner Rechten zuschlug, kamen im schlimmsten Fall rund 700 kg Aufschlagenergie auf den Gegner zu. Ein normaler erwachsener Mann ohne Boxtraining bringt es auf etwa 150 bis 250 kg. Die weitaus meisten Menschen erleiden jedoch ein SHT nicht im Ring, sondern bei Stürzen.

Mehr als die Hälfte aller Gehirnerschütterungen in Deutschland entstehen durch einen Sturz, bei dem der Kopf auf den Boden aufprallt. Spitzenreiter innerhalb dieser Gruppe ist der Sturz im Haushalt, nicht selten vom Stuhl, der als Ersatzleiter dient, um zum Beispiel eine Glühbirne auszuwechseln. 

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Das menschliche Gehirn schwimmt in einer Flüssigkeit, dem sogenannten Liquor. Bei leichten Stößen oder etwas heftigeren Kopfbewegungen sorgt das Liquor dafür, dass die dabei entstehenden Kräfte abgebremst werden und es zu keinem direkten Kontakt mit dem Schädelknochen kommt. Sehr starke Stöße, wie sie bei einem Aufprall durch einen Sturz entstehen, kann das Liquor jedoch nur bedingt abfangen. Dann prallt das Gehirn durch die Fliehkraft an den Schädel.

Die Folgen davon können sehr unterschiedlich sein. Das menschliche Gehirn ist deshalb so gut geschützt, weil es sehr empfindlich ist: Schon winzigste Einwirkungen können unabsehbare Folgen haben. Nicht umsonst bestehen Unfallärzte darauf, eine Person selbst nach scheinbar leichten Kopfverletzungen aufgrund eines Stoßes oder Aufpralls zumindest für 24 Stunden stationär aufzunehmen und ein CT des Kopfes zu erstellen.

Die häufigsten Symptome eines SHT sind Kopfschmerzen, aber auch Sehstörungen, verursacht durch Schwellungen im betroffenen Gehirn-Areal. Die Palette möglicher Symptome ist jedoch weit größer und reicht von leichtem Schwindel bis zum Austritt von Gehirnmasse. Eine Hirnblutung stellt die stärkste Gefahr dar. Leider ist eine Blutung des Gehirns nur sehr schwer zu diagnostizieren. 

Studie belegt die Gefahren eines Fluges mit SHT?

Eine Arbeitsgruppe der Universität von Maryland führte im Jahr 2015 eine Studie im Auftrag der US-Air-Force durch, die die Gefahren eines Fluges mit Unterdruck bei SHT-Patienten untersuchte. Jedes normale Passagierflugzeug weist während des Fluges einen Unterdruck auf. Das bedeutet, dass der in der Kabine herrschende Luftdruck während des Fluges geringer als am Boden ist. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Selbst Personen, die erst 7 Tage nach einem SHT ein Flugzeug besteigen, müssen mit verstärkten Entzündungsreaktionen im Gehirn und einer Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten rechnen.

Anlass für die Studie war die Frage, ob Soldaten mit SHT zur medizinischen Versorgung in einem Flugzeug mit Unterdruck zu einer weit entfernten Klinik transportiert werden sollten oder ob der Transport zu einer ernstzunehmenden Verschlimmerung führen könnte. 

Das Ambulanzflugzeug, geringerer Unterdruck, geringeres Risiko

Bombardier Learjet 60

Die obige Studie bezog sich auf militärische Truppentransporter, in denen die gleichen Druckverhältnisse wie in normalen Passagiermaschinen herrschen. Anders sieht es bei einem Ambulanzflugzeug aus. Mit diesem kann ein sogenannter Sea-Level-Flug durchgeführt werden. Das heißt, dass dabei der Kabineninnendruck in etwa dem Luftdruck in Bodennähe entspricht. Dazu wird die Kabine der Maschine verstärkt, um den Kabineninnendruck erhöhen zu können. Zudem fliegt das Ambulanzflugzeug in einer geringeren Flughöhe als bei regulären Flügen üblich.

Für Personen, die trotz eines SHT einen Flug antreten müssen, stellt das Ambulanzflugzeug eine sinnvolle Alternative dar. Beispielsweise, wenn diese das Schädel-Hirn-Trauma während der Reise erlitten haben und schnellstmöglich zurück in die Heimat verlegt werden möchten. 

Wie hoch sind die Kosten für einen Ambulanzflug?

Die Basis zur Kostenkalkulation eines Ambulanzfluges sind verschiedene Faktoren, die zuerst festgelegt werden müssen, um die Kosten ausrechnen zu können. Jeder Ambulanzflug unterliegt einer individuellen Planung, für die es keine pauschal berechenbare Vorgänge wie bei einem Linienflug gibt. Eine große Aussagekraft zu den Kosten haben zum Beispiel die Flugroute, der Start- und Zielort sowie das Zeitfenster, in dem der Ambulanzflug organisiert werden muss.

Einen Ambulanzflug organisieren? Nur was für Profis

Wer sich in der Situation befindet, einen Ambulanzflug zu benötigen, steht zugleich vor einer schwierigen Aufgabe, da die Planung eines Ambulanzflugs mit einem enormen organisatorischen Aufwand verbunden ist. Das Team der Ambulanzflug-Zentrale hilft bei dieser Aufgabe gerne weiter. Dank jahrzehntelanger Erfahrung in der Patienten-Rückholung können wir Patienten aus allen Ecken und Enden der Erde transportieren. Über die Jahre entwickelte sich ein umfangreiches Netzwerk, das es der Ambulanzflug-Zentrale erlaubt, einen Ambulanzflug in kürzester Zeit zu realisieren. Dies alles in einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Wenn Sie eine Gehirnerschütterung haben und deshalb einen Ambulanzflug benötigen, zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie erreichbar und beraten Sie gerne.

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