Fliegen mit Hirntumor

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 7000 Menschen an einer Fehlregulation während der Zellproliferation innerhalb der Neubildung von Körpergewebe im Bereich des Gehirns. Umgangssprachlich wird von einem Gehirntumor oder Hirntumor gesprochen.

Arzt betrachtet Aufnahmen des Gehirns

Doch was genau ist ein Hirntumor?

Am einfachsten lässt sich ein Gehirntumor mit dem Begriff der unkontrollierten Zellwucherung beschreiben. Medizinisch gesehen sind nur die Tumore des neuroektodermalen Gewebes Gehirntumore. Es gibt aber auch intrakranielle Tumore, die als Metastasen anderer bösartiger Tumore, etwa bei Brustkrebs, ins Gehirn gelangen. Die größte Problematik bei einem Hirntumor ist der Ort der Entstehung. Das Gehirn ist durch den menschlichen Schädel, dessen Knochen rund 7 mm stark sind, sehr gut geschützt. Zugleich gibt es aber auch keine Ausweichmöglichkeiten bei einer auftretenden Schwellung. Tumor ist übrigens das lateinische Wort für Schwellung. Darum sind sowohl gutartige als auch bösartige Gehirntumore gefährlich.

Der Tumor kann schon bei geringer Größe bestimmte Areale des Gehirns beeinflussen, je nachdem, wo er entstanden ist. Damit erschwert sich auch die operative Entfernung, bei der immer die Gefahr besteht, dass umliegendes gesundes Gewebe verletzt wird. In der Regel wird versucht, dem Gehirntumor über Bestrahlung oder Chemotherapie beizukommen beziehungsweise ihn dazu zu veranlassen, die Zellwucherung selbst zurückzubilden. Dieser Vorgang kann mitunter Monate dauern und es besteht oft die Gefahr der Rückkehr des Gehirntumors.

Wer sich gerade im Ausland aufhält und beispielsweise über starke und ungewöhnliche Kopfschmerzen klagt, erhält mitunter vom Arzt die Diagnose eines sich gerade ausbildenden Gehirntumors. Das weckt natürlich das Bedürfnis, möglichst schnell wieder in die Heimat zurückzukehren, doch es kann durchaus sein, dass der Mediziner von einem Heimflug abrät und dies aus gutem Grund.

Warum der Flug mit einem Hirntumor problematisch sein kann

Der menschliche Körper ist daran gewöhnt, eine recht hohe Last auf seinen oder ihren Schultern zu tragen und dies beständig, selbst im Schlaf. Je nachdem, ob wir auf einem Berg oder etwa am Meeresstrand stehen, ist der Luftdruck unterschiedlich, also das was als Atmosphäre auf uns lastet. Immerhin reicht die Atmosphäre gut 10 000 m in die Höhe und so ergeben sich einige Kilogramm.

Dieser atmosphärische Druck herrscht jedoch nicht nur über uns, sondern auch in uns und um uns. Das menschliche Blut transportiert zum Beispiel Sauerstoffmoleküle, also ein Gas, das sich mit zunehmendem oder abnehmendem Luftdruck ausdehnt oder zusammenzieht. Das wirkt sich auf jedes Organ im Körper aus und natürlich ebenso auf die Zellen eines Gehirntumors. In einem Flugzeug nimmt der Luftdruck ab und die Zellen des Gehirntumors dehnen sich aus, was den Druck auf die umliegenden Gehirnareale zusätzlich verstärkt und durchaus lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann.

Der Arzt kann einen Sea Level Flug verordnen

Sea-Level-Flug

Natürlich wird ein Mediziner im Ausland, der bei einem Touristen oder einem Geschäftsreisenden einen Gehirntumor diagnostiziert, sich der Problematik bewusst sein. Zum einen benötigt die Behandlung eines Gehirntumors oft viele Wochen und Monate. Zum anderen kann vom Patienten nicht verlangt werden, so lange im Ausland zu verbleiben, weil das Risiko bei einem Heimflug zu groß ist. Der Ausweg aus diesem Dilemma ist die ärztliche Anordnung, dass der oder die Patientin mittels eines Sea Level Flugs in einem Ambulanzjet nach Hause zurückkehrt.

Wie funktioniert ein Sea Level Flug?

Das Linienflugzeug, das beispielsweise täglich die Strecke Frankfurt – New York fliegt, erreicht eine Reiseflughöhe von rund 10 000 m. In der Passagierkabine herrscht jedoch nur ein Luftdruck, der einer Höhe von 2500 m entspricht. Zu verdanken ist dies der künstlichen Atmosphäre, die im Flugzeug durch eine Druckkabine erzeugt wird. Für gesunde Menschen sind 2500 m Höhe kein Problem, für Menschen mit einem Gehirntumor jedoch durchaus, wie bereits oben beschrieben.

Bei einem Sea Level Flug kommt ein Ambulanzflugzeug zum Einsatz, dessen Kabine zusätzlich verstärkt ist, wodurch der Luftdruck weiter erhöht werden kann, sodass er ungefähr einer Höhe von 800 bis 900 m über Grund entspricht. Darüber hinaus nutzt der Pilot nicht die maximal mögliche Flughöhe, sondern bleibt etwas darunter, beispielsweise statt 10 000 m nur 7000 m. Dieser so erzeugte künstliche Luftdruck hält die Ausdehnung der Tumorzellen im Gehirn in einem Bereich, der üblicherweise keine Gefahr darstellt.

Wer trägt die Kosten eines Sea Level Flugs?

Weder private noch gesetzliche Krankenkassen kommen für die Kosten eines Krankentransports mittels Ambulanzflugzeug auf. Die einzige Möglichkeit, das Risiko abzudecken, ohne alles selbst bezahlen zu müssen, ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung oder Reisekrankenversicherung, wobei die Option der Auslandsrückholung in der Police mit eingeschlossen sein muss.

Doch es kann trotz der schriftlichen Zusicherung der Rückholung einen Pferdefuß geben, der sich in den AGBs der Police findet. Es geht um die Formulierung der „medizinischen Notwendigkeit“. Die ist nicht unbedingt gegeben, wenn im Reiseland gleiche medizinische Möglichkeiten der Behandlung vorhanden sind. Die Versicherer argumentieren dann mitunter, dass ein Transport eben nicht notwendig sei. Anders sieht es aus, wenn stattdessen der betreffende Passus als medizinisch sinnvolle Rückholung beschrieben ist. Ein kurzer Blick in die Police hilft da weiter, bei einem „sinnvollen“ Transport ist die Kostenübernahme durch den Versicherer in der Regel gesichert. Juristische Feinheiten, die viel Geld sparen können.

Was kostet ein Ambulanzflug?

Das Auftreten eines Gehirntumors ist weder von erblichen Anlagen noch vom Reiseziel abhängig. Er kann zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt entstehen, weshalb jede Kostenberechnung erst einmal davon abhängig ist, wo auf dem Globus die Diagnose erstellt wurde. Erst wenn das feststeht, können die weiteren Kosten berechnet werden.

Ein Ambulanzflug hat im Übrigen so gut wie keine Ähnlichkeiten etwa zu Linien- oder Charterflügen, weshalb es nichts nützt, hier etwa die Preise von Billigfluglinien ins Spiel zu bringen. Bei einem Ambulanzflug geht es einzig und allein darum, eine erkrankte Person wohlbehalten nach Hause zu fliegen. Das benötigt einfach einen entsprechenden Aufwand und die Kosten dafür müssen jedes Mal neu kalkuliert werden. Allerdings hilft Erfahrung dabei und die hat die Ambulanzflug-Zentrale reichlich. 

Die Auslandsrückholung mit der Ambulanzflug-Zentrale

Die Diagnose eines Gehirntumors ist eine sehr komplexe medizinische Angelegenheit und fast genauso komplex ist die Organisation einer Auslandsrückholung unter der Prämisse eines Sea Level Flugs. Als Profis mit jahrelanger Erfahrung in der Rückholung von Patienten aus allen Erdteilen dieser Welt weiß das Team der Ambulanzflug-Zentrale, wie sich der Rückflug eines erkrankten Patienten schnell, kostengünstig und so schonend wie möglich bewerkstelligen lässt.

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