Fliegen mit Infektion

Infektionen sind Teil des menschlichen wie tierischen Lebens und dies seit sich auf dieser Erde das sogenannte höhere Leben erstmals entwickelte. Paläopathologen konnten nachweisen, dass der vor über 3300 Jahren lebende Pharao Ramses II an Pocken litt, einer Infektionskrankheit, die immer wieder Epidemien auslöste. Jeden Tag treffen wir auf Viren, Pilze oder Bakterien oder besser gesagt, wir tragen sie milliardenfach mit uns herum. Es gibt jedoch gewaltige Unterschiede. Einige Bakterien etwa sind für unser Überleben notwendig, andere hingegen sind vielleicht nur lästig und einige wenige Viren, Pilze und Bakterien verursachen schwere Erkrankungen.

Linienflugzeug

Was genau sind Infektionskrankheiten?

Grundsätzlich werden Infektionskrankheiten durch Bakterien, Pilze oder Viren ausgelöst. Daneben gibt es noch die sehr selten auftretenden Prione, die zum Beispiel die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder die Rinderkrankheit BSE auslösen.

Das wichtigste Merkmal einer Infektionskrankheit ist ihre Vermehrung und Übertragbarkeit von Wirt zu Wirt. Das Wort Infektion leitet sich vom lateinischen Begriff „inficere“ ab, was wörtlich hineintun bedeutet, aber auch als anstecken oder vergiften verstanden wird. Die Ursprünge infektiöser Krankheitserreger sind sehr unterschiedlich. Wir können uns unter bestimmten Umständen sogar selbst mit eigenen Erregern infizieren. So etwa mit Kolibakterien, die ein Bestandteil unserer Haut- und Darmflora sind.

Bei einem stark geschwächten Immunsystem können sich diese sonst für uns harmlosen Bakterien übermäßig vermehren und nicht nur starken Durchfall sowie Fieber auslösen, sondern sie übertragen sich auch durch kontaminierte Oberflächen oder Hautkontakt auf andere Menschen. Dort treffen sie wiederum auf ein neues Immunsystem, das entweder die passende Antwort hat und sie abwehrt oder eben nicht. Kein menschliches Immunsystem gleicht dem anderen. Darum sind Infektionskrankheiten so schwer einschätzbar in ihrer Ausbreitung, ihrem Verlauf und ihren Symptomen, was sich in der Pandemie um das Coronavirus und der Covid19-Erkrankung im Besonderen gezeigt hat.

Visualisierung einer Infektion

In diesem Zusammenhang ist es nur zu verständlich, das etwa Fluggesellschaften besondere Maßnahmen treffen, um Personen mit Infektionskrankheiten davon abzuhalten, ihre Maschinen zu betreten, denn in einem Passagierflugzeug mit seinen beengten Platzverhältnissen und einer recht hohen Zahl an Menschen kann sich ein Virus, ein Bakterium oder ein Pilz leicht ausbreiten.

Ein Linienflug mit einer Infektion ist aber noch aus anderen Gründen problematisch

Eigentlich sind große Passagiermaschinen sehr gut gegen die Verbreitung von infektiösen Krankheitserregern ausgestattet. Der Luftwechsel mit vorgeschalteten HEPA-Filtern erfolgt weit häufiger als in einer Büro-Klimaanlage und die ein- und ausströmende Luft unterteilt sich in Sitzgruppen. Eine infizierte Person kann demnach nur die Menschen in ihrer direkten Nachbarschaft gefährden. Allerdings kommt es häufig vor, etwa bei Wartezeiten auf die Startfreigabe, dass die Belüftung noch nicht eingeschaltet ist. Dann kann sich der Erreger leicht im ganzen Flugzeug ausbreiten.

Noch einfacher wird es für das Virus, das Bakterium oder den Pilz in Reiseflughöhe, denn der verminderte Luftdruck erleichtert den Infektionsweg über die Atemluft. Ebenso sorgt die geringe Luftfeuchtigkeit für die Verbreitung, da sich der Erreger nicht an die schwereren Wassertröpfchen bindet und mit ihnen zu Boden sinkt. Dies alles vermischt sich mit der Bewegungsfreudigkeit der Passagiere, die die Toilette aufsuchen oder sich auf langen Flügen die Beine vertreten.

Wer sich nicht bewusst ist, dass er oder sie eine Infektionskrankheit in sich trägt, kann sich natürlich auch keiner Schuld bewusst sein. Personen, die auf einer Reise ins Ausland an einer schweren Infektion erkranken, werden, wenn der Krankheitszustand nicht ohnehin eine stationäre Behandlung erfordert, oft unter Quarantäne gestellt und dürfen die Heimreise nur unter besonderen Schutzmaßnahmen antreten. Ein Linienflug ist dabei meist ausgeschlossen. Das gilt natürlich ebenso für stationär behandelte Personen. Hier hilft nur der Transport mittels eines Ambulanzflugzeuges.

Auslandsrückholung im Ambulanzflugzeug bei Infektion

Die Gefahr einer Infektionsausbreitung ist bei einem Ambulanzflug praktisch gleich null. Da sich sowohl der Patient oder die Patientin der Gefahr bewusst ist, als auch das medizinische Begleitpersonal wie ebenso die Crew über die Infektion informiert sind, lassen sich entsprechende Schutz- und Präventionsmaßnahmen treffen. Diese beginnen bereits im Krankenhaus bei der Abholung, gehen nahtlos beim Boarding in das Flugzeug über und werden am Zielort bis zum dortigen Krankenhaus fortgesetzt. Dabei kann beispielsweise ein Epishuttle eingesetzt werden, eine abgeschlossene Liege mit eigener Luftversorgung, Hochleistungsfiltern und der Möglichkeit, wahlweise Unter- oder Überdruck im Epishuttle zu erzeugen. Die Liege mit Plexiglashaube, in die Ports mit Gummihandschuhen eingelassen sind, lässt sich auf fahrbaren Krankenwagen-Rollbahren, aber auch im Flugzeug oder im Helikopter befestigen.

Epishuttle

Bei Bedarf wird für die Auslandsrückholung ein Ambulanzflugzeug eingesetzt, das einen Sea-Level-Flug ermöglicht. Dabei handelt es sich um einen Ambulanzjet mit verstärkter Druckkabine, die einen weit höheren Luftdruck ermöglicht als dieser in Passagiermaschinen üblich ist. Der höhere Luftdruck hilft nicht nur, die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verringern, sondern ist bei Patienten mit bestimmten Infektionskrankheiten eine Notwendigkeit, so etwa bei Lungenkrankheiten, wie sie durch COVID19 oder einen Influenza-Virus ausgelöst werden. Die geschwächte Lunge kann bei geringem Luftdruck zu wenig Sauerstoff aufnehmen. Der erhöhte Luftdruck bei einem Sea-Level-Flug erleichtert das Atmen und verhindert, dass der Patient intubiert werden muss.

Bezahlt die Versicherung einen Ambulanzflug aus dem Ausland?

Weder private noch gesetzliche Versicherer oder Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Auslandsrückholung. Es empfiehlt sich immer, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen und dies nicht nur bei weit entfernten Zielen. Eine Reisekrankenversicherung kann auf Wunsch oder automatisch, abhängig vom Versicherer, eine Auslandsrückholung beinhalten.

Vor dem Abschluss der Versicherung sollte jedoch ein Blick in die AGBs geworfen werden. Es ist ein Unterschied, ob in den AGBs zu den Bedingungen für eine Auslandsrückholung von „medizinisch notwendig“ oder von „medizinisch sinnvoll“ gesprochen wird. Für Länder mit dem gleichen medizinischen Standard wie Deutschland besteht keine medizinische Notwendigkeit der Rückholung, weshalb die Versicherung die Kostenübernahme einer Auslandsrückholung ablehnen könnte. Bei der Formulierung „medizinisch sinnvoll“ hingegen geht es um das Wohl des Patienten und das ist in der Heimat immer besser als im Ausland, weshalb eine Kostenübernahme kaum abgelehnt werden kann.

Was kostet ein Ambulanzflug?

Die Kosten eines Ambulanzflugs lassen sich nicht so einfach beziffern. Es geht hier nicht um einen Linienflug von A nach B, dessen Preiskalkulation vom Passagieraufkommen auf dieser Strecke abhängig ist. Vielmehr geht es um einen individuellen Flug unter erschwerten Bedingungen und nicht nur um den Flug allein. Auch der einzige Passagier kommt in der Regel nicht allein zum Flughafen und geht auch nicht selbständig vom Zielflughafen nach der Ankunft weg. Entfernung, regionale Besonderheiten, behördliche Bestimmungen, Flughafen-Vorschriften, Ausstattung der Maschine, Personalrekrutierung und Zeitpunkt der Auslandsrückholung sind nur ein paar Beispiele, was es für eine Auslandsrückholung zu organisieren und zu beachten gibt, wobei kein Flug dem anderen gleicht und alles unter meist hohem Zeitdruck stattfinden muss.

Darum lassen sich die Kosten einer Auslandsrückholung nie pauschal darlegen, sondern erst, wenn die individuellen Faktoren bekannt sind. Insbesondere berücksichtigen wir den Gesundheitszustand des Patienten, das gewünschte Ambulanzflugzeug, die Flugroute, die Vorlaufzeit und die Anzahl der Begleitpersonen.

Die Ambulanzflug-Zentrale, der beste Partner für die Auslandsrückholung

Bei einem Ambulanzflug, aus welchem Land dieser Erde auch immer, ist Erfahrung Gold wert. Das Team der Ambulanzflug-Zentrale besitzt jahrelange Erfahrung mit der Rückholung von Patienten aus allen Kontinenten und kennt Wege und Möglichkeiten, die Zeit und Geld sparen, wobei die oberste Priorität dem Wohl des Patienten gilt.

Kontaktieren Sie uns

Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie da und organisieren Ihren Flug mit einer Infektion. Wir nehmen uns gerne die Zeit, um Sie kostenlos und individuell zu beraten. Kontaktieren Sie uns:

Zurück zur Übersicht