Fliegen mit Lungenentzündung

Sie ist die weltweit zweithäufigste Infektionskrankheit nach Durchfallerkrankungen, die Pneumonie oder Lungenentzündung. In den Kliniken und Krankenhäusern kommt sie bezüglich der Häufigkeit noch vor dem Herzinfarkt oder dem Schlaganfall.

Doch was ist eine Lungenentzündung eigentlich?

Der Name der Krankheit ist Programm, es handelt sich dabei um die Entzündung des Lungengewebes, entweder unilateral, nur auf einem Lungenflügel, oder bilateral auf beiden Lungenflügeln. Eigentlich besitzt der Mensch zwei Lungen, denn die beiden Lungenflügel funktionieren unabhängig voneinander. Allerdings erfolgt die Versorgung beider Lungen nur über eine Luftröhre mit Sauerstoff aus der Atmung. Die Luftröhre ist zugleich das Einfallstor für Bakterien und Viren, die wiederum eine Lungenentzündung auslösen können.

Tatsächlich spielen bei der Lungenentzündung die Bakterien eine tragende Rolle, allen voran die sogenannten Pneumokokken, die rund die Hälfte aller Infektionen der Lunge verursachen. Die Viren, auch der aktuell sich verbreitende Coronavirus, sind nur zu etwa 25 % an der Entstehung einer Lungenentzündung beteiligt. Fast immer sind es Bakterien, die dann aber auch zusammen mit den Viren, etwa dem Influenza-Virus, eine Superinfektion auslösen

Lungenentzündung

Die entzündeten Teile des Lungengewebes sind nur noch unvollständig in der Lage, den Sauerstoff aus der Atmung aufzunehmen und an die roten Blutkörperchen zu übergeben, um die inneren Organe zu versorgen. Die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt, was sich in einem Flugzeug besonders gravierend zeigt.

Warum ist Fliegen mit Lungenentzündung ein Problem?

Wenn wir im Jet in rund 10.000 m Höhe bei einer Reisegeschwindigkeit von fast 1000 km/h auf unser Ziel zusteuern, befinden wir uns in einer künstlichen Atmosphäre. Ein moderner Passagierjet ist eine fliegende Druckkabine, die zugleich mit Sauerstoff angereichert wird. Aber die Atmosphäre in der Druckkabine entspricht nicht ganz dem, was die meisten Menschen gewohnt sind, die normalerweise in Höhen von 0 m, direkt am Meer, bis vielleicht 800 m über dem Meer leben. In diesem Bereich, in dem rund 95 % der gesamten Menschheit lebt, beträgt der Luftdruck zwischen 1013 hPa (Hektopascal) und 914 hPa.

Dieser Luftdruck sorgt dafür, dass der Mensch über die Lunge soviel Sauerstoff aufnehmen kann, dass die Versorgung zu rund 100 % gesichert ist. Je höher der Mensch aufsteigt, desto geringer wird der Luftdruck und umso schwieriger wird es für die Lunge wie auch das Herz, genügend Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen, einfach, weil der Luftdruck nicht dem gewohnten Niveau entspricht. Menschen können zwar ihren Körper trainieren, um sich einem niedrigen Luftdruck anzupassen, so wie etwa Reinhold Messner, der den Mount Everest, den mit 8848 m höchsten Berg der Welt, ohne Sauerstoffgerät bezwang, doch der normale Reisende besitzt diese Fähigkeiten in der Regel nicht.

Sea-Level

In einem Passagierjet entspricht der Luftdruck dank der Druckkabine einer Höhe von etwa 2500 m. Der Luftdruck beträgt hier nur noch 735 hPa. Dies bedeutet für die meisten Menschen, dass die Sauerstoffsättigung in ihrem Blut auf etwa 90 % sinkt. Das ist für gesunde Personen kein Problem, zumal der Sauerstoffverbrauch im Sitzen recht gering ist. Das Flugpersonal wiederum ist daran gewöhnt.

Für einen Menschen mit einer Lungenentzündung jedoch bedeutet dies, dass die durch die Erkrankung bereits gesunkene Sauerstoffsättigung auf ein kritisches Niveau unterhalb von 90 % sinkt. Dass die Druckkabine im Passagierflugzeug nicht so gebaut ist, das sie dem Luftdruck von 0 bis 800 m entspricht, hängt mit dem Gewicht zusammen. Um den Innendruck so weit erhöhen zu können, müsste die Hülle des Flugzeuges massiver gebaut werden, das aber ginge zulasten des Startgewichts und natürlich auch des Verbrauchs. Doch es gibt eine gute Lösung, wie das Fliegen mit einer Lungenentzündung oder der Krankentransport aus dem Ausland über den Luftweg doch funktioniert.

Fliegen mit Lungenentzündung durch einen Sea Level Flug

Wer im Ausland während des Urlaubs oder einer Geschäftsreise an einer Lungenentzündung erkrankt, wird von den behandelnden Ärzten in der Regel als nicht flugtauglich eingestuft. Das bedeutet, dass die Infektion erst im jeweiligen Gastland so weit abheilen muss, bis die Flugtauglichkeit wieder hergestellt ist. Doch das kann ein zweischneidiges Schwert sein. Eine Lungenentzündung ist eine sehr schwerwiegende Krankheit, die eine sehr intensive medizinische Behandlung erfordert, die nicht in jedem Land auf gleich hohem Niveau gewährleistet ist. Einerseits besteht das Risiko der Sauerstoffunterversorgung während des Heimflugs, andrerseits eine mangelhafte medizinische Betreuung am Ort der Reise.

Der Ausweg aus diesem Dilemma ist ein sogenannter Sea Level Flug. Auch hier ist die Bezeichnung Programm, jedoch eher im übertragenen Sinn. Bei dieser besonderen Form der Flugreise wird ein spezielles Ambulanzflugzeug eingesetzt, das über eine Druckkabine verfügt, welche auch in Reiseflughöhen von 9000 m einen Luftdruck entsprechend Meereshöhe erlaubt.

Obwohl auch in einem Ambulanzflugzeug mit spezieller Druckkabine gerade beim Auf- und Abstieg Schwankungen im Luftdruck auftreten, können diese für den Patienten durch zusätzliche Gabe von Sauerstoff kompensiert werden. Wir von der Ambulanzflug-Zentrale sind auf die Organisation und Bereitstellung von Ambulanzflugzeugen mit Sea Level Druckkabinen vorbereitet, um Patienten mit Lungenentzündung auch aus weit entfernten Ländern schnell und sicher nach Hause zu bringen.

Was kostet so ein Sea-Level-Flug?

Gesundheit ist das kostbarste Gut, das wir besitzen und damit ist sie eigentlich unbezahlbar. Trotzdem zählen natürlich zuerst die Kosten und diese setzen sich bei einem Sea-Level-Flug aus vielen Faktoren zusammen. Wo befindet sich zum Beispiel der oder die Patientin, die mittels Sea-Level-Flug nach Deutschland zu bringen ist? Aus dieser Frage ergibt sich einerseits die Organisation der Verbringung zum nächst geeigneten Flughafen und andrerseits, welcher Flugzeugtyp verwendet wird.

Die Art des Flugzeuges hängt zudem davon ab, welche medizinische Betreuung der oder die Patientin während des Fluges benötigt. Dabei ist selbst eine Versorgung möglich, wie sie sonst nur auf Intensiv-Stationen durchgeführt werden, inklusive entsprechend speziell ausgebildeter Flugärzte. Letztlich geht es am Zielort in Deutschland darum, den Krankentransport vom Flughafen zur Klinik optimal zu gewährleisten, unter Umständen auch unter Einsatz eines Helikopters, wenn es der Gesundheitszustand der erkrankten Person erfordert. Wie zu sehen ist, können derart komplexe Anforderungen bezüglich des Preises nicht mit einer Kostenpauschale beantwortet werden, sondern erfordern eine individuelle Kalkulation. Wir von der Ambulanzflug-Zentrale sorgen durch unsere Erfahrung und unser großes Netzwerk dafür, dass die Kosten für den Krankentransport nicht aus dem Ruder laufen.

Fliegen mit Lungenentzündung: wann kommt die Versicherung für die Kosten auf?

Die Rückholung von an Lungenentzündung erkrankter Personen im Ausland gehört nicht zu den Regel-Leistungen der Krankenversicherer, ob nun privat oder gesetzlich. Es besteht aber die Möglichkeit, über eine Reisekrankenversicherung mit Rückhol-Option sowohl die Krankenhauskosten im Ausland wie auch die Kosten der Rückholung vom jeweiligen Versicherer erstatten zu lassen. 

Die Versicherungsgesellschaft prüft jedoch sehr genau, ob eine Rückholung wirklich notwendig ist und da kann es für den oder die Versicherte ein böses Erwachen geben. Manche Versicherer haben sich ein Hintertürchen in den AGBs eingebaut, das sie in die Lage versetzt, selbst bei schwersten Erkrankungen die Kostenübernahme eines Rücktransports abzulehnen. Diese Hintertür besteht aus den Worten: „Medizinisch notwendig“. Diese Formulierung ist eine rechtliche Grauzone. Wenn jedoch in der Police: „Medizinisch sinnvoll“ steht, kann der Versicherer die Kostenübernahme eines ärztlich empfohlenen Rücktransport nicht ablehnen.

Mit uns, der Ambulanzflug-Zentrale, sind Sie bezüglich der Organisation der Rückholung beim richtigen Partner gelandet. Mit unserem Know-how und der langjährigen Erfahrung durch hunderte Transporte aus allen Ecken dieser Erde sorgen wir dafür, dass Sie oder Ihre Angehörigen mit einer Lungenentzündung sicher vom Ausland nach Deutschland, von Klinik zu Klinik, von Bett zu Bett transportiert werden.  

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein Ambulanzflug abläuft, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere FAQ.

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