Fliegen mit Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den so genannten Pleuraspalt zwischen Lunge und Brustwand ein. Diese Luft behindert die Ausdehnung eines Lungenflügels bzw. der Lungenflügel und damit die Atmung. Ein schwerer Pneumothorax kann lebensbedrohlich sein. Auslöser sind oft Verletzungen im Bereich des Brustkorbs – zum Beispiel nach einem Autounfall.

Pneumothorax

Die Druckunterschiede, mit denen der Körper beim Fliegen konfrontiert ist, können einen Pneumothorax negativ beeinflussen. Deshalb stellt sich häufig die Frage, ob das Fliegen mit einem Pneumothorax überhaupt ohne Risiko möglich ist. Wir klären auf, wie die Probleme entstehen und unter welchen Umständen ein Flug angetreten werden kann. Die gute Nachricht jedoch vorweg: Unter den richtigen Bedingungen ist das Fliegen mit Pneumothorax möglich.

Linienflug mit Pneumothorax?

In einem Flugzeug auf Reiseflughöhe herrscht ein Luftdruck wie auf einem Berggipfel von 2.400 Metern Höhe. Dieser deutliche Unterschied zum Bodenniveau kann dafür sorgen, dass sich die Lufteinschlüsse im Pleuraspalt ausdehnen und sich ein bestehender Pneumothorax verschlimmert. Deshalb wird von Linienflügen mit akutem Pneumothorax grundsätzlich abgeraten.

Kurz nach einer erfolgreichen Behandlung gehen die Empfehlungen auseinander, ab wann der Patient wieder einen Linienflug antreten kann. In Ihren Richtlinien von 2003 empfiehlt die Aerospace Medical Association Medical Guidelines Task Force, erst zwei bis drei Wochen nach der erfolgreichen Behandlung eines Pneumothorax wieder in ein Linienflugzeug zu steigen.

Eine britische Forschergruppe empfahl 2011 eine Wartezeit von mindestens einer Woche nach der erfolgreichen Beseitigung eines Pneumothorax. Wenn eine Verletzung die Ursache des Pneumothorax war, sprachen sich die Forscher für eine Wartezeit von zwei Wochen aus.

Ambulanzflug mit Pneumothorax

Während ein Linienflug mit akutem oder frisch behandeltem Pneumothorax also ausgeschlossen ist, kann der Patient in einem Ambulanzflugzeug durchaus transportiert werden. Ein solches Ambulanzflugzeug wird meistens ausschließlich für einen einzelnen Patienten bereitgestellt. An Bord sorgt ein erfahrener Flugarzt mit seinem Team für die medizinische Sicherheit. Die medizinische Ausrüstung des Ambulanzflugzeugs entspricht ungefähr der Ausstattung einer modernen Intensivstation, sodass der Patient bestens versorgt werden kann.

Der entscheidende Grund, der einen Ambulanzflug mit Pneumothorax möglich macht, ist aber die patientenschonende Druckanpassung: Ein Ambulanzflugzeug kann durch eine reduzierte Flughöhe in Verbindung mit technischen Maßnahmen den Kabinendruck so regulieren, dass kein Unterschied zum Bodenniveau besteht. Durch diesen so genannten Sea Level Flug werden bestehende Lufteinschlüsse in der Pleuraspalte nicht beeinflusst und der Pneumothorax verschlimmert sich nicht.

Sicherer Rückflug bei Pneumothorax im Urlaub

Wer in seiner Heimat einen Pneumothorax erlitten hat, wird anstehende Reisen vermutlich verschieben, um sich voll und ganz auf die Genesung konzentrieren zu können. Anders liegt der Fall jedoch, wenn sich der Patient im Urlaub einen Pneumothorax zugezogen hat. Falls akute Maßnahmen zur Stabilisierung notwendig sind, müssen diese natürlich im Aufenthaltsland durchgeführt werden. Doch für die Fortsetzung der Behandlung und die weitere Genesung wünschen sich viele Patienten einen schnellen Rücktransport in die Heimat. Dort erhoffen Sie sich bessere medizinische Bedingungen, eine problemlose Kommunikation mit dem Klinikpersonal in der Muttersprache und Beistand von Freunden und Verwandten.

Wenn der Patient nicht warten möchte, bis ein Linienflug aus medizinischer Sicht unproblematisch ist, bleibt nur der Einsatz eines Ambulanzflugzeugs. Dieses ist weltweit meist noch am gleichen oder am nächsten Tag einsatzbereit und erlaubt einen sicheren Patiententransport. Zudem ist es deutlich kleiner als ein Linienflugzeug und dadurch nicht auf die großen Verkehrsflughäfen angewiesen. So kann es auch regionale Flughäfen ganz in der Nähe des Patienten verwenden und dadurch die Dauer der belastenden Bodentransporte deutlich reduzieren.

Zahlt die Versicherung den Rückflug?

Für die Kostenübernahme eines Ambulanzflugs ist die Auslandskrankenversicherung zuständig. Wer keinen entsprechenden Versicherungsschutz besitzt, muss die Kosten selbst tragen. Doch auch mit einer Auslandskrankenversicherung ist eine Kostenübernahme nicht garantiert. Vielmehr prüft die Versicherung in jedem Fall, ob eine Behandlung des Pneumothorax auch am Aufenthaltsort möglich ist.

  • Kann der Patient vor Ort nicht angemessen behandelt werden, liegt ein medizinisch notwendiger Rückflug vor. Hier übernimmt die Auslandskrankenversicherung in der Regel die Kosten.
  • Ist eine Behandlung im Aufenthaltsland grundsätzlich möglich, doch eine Behandlung in der Heimat verspricht bessere Ergebnisse? Dann handelt es sich um eine medizinisch sinnvolle Auslandsrückholung. Manche Versicherungen übernehmen auch in diesem Fall die Kosten. Hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungspolice.
  • Wenn weder ein medizinisch notwendiger noch ein medizinisch sinnvoller Fall vorliegt, übernimmt die Versicherung nicht die Kosten des Rücktransports.

Was kostet ein Rückflug im Ambulanzflugzeug?

Wenn die Kosten eines Ambulanzflugs nicht durch die Versicherung übernommen werden, müssen sie privat getragen werden. In diesem Fall erstellen wir für Sie gerne ein individuelles unverbindliches Angebot. Wir berücksichtigen dabei die Flugstrecke und die gewünschte Zahl der Begleitpersonen. Außerdem hat die Dringlichkeit der Anfrage Einfluss auf den Preis: Bei kurzfristigen Anfragen muss unter Umständen ein weiter entferntes Ambulanzflugzeug den Pneumothorax-Patienten transportieren und dafür einen längeren – und somit kostenintensiveren – Positionierungsflug vornehmen.

In den besten Händen mit der Ambulanzflug-Zentrale

Bei der Ambulanzflug-Zentrale sind Sie bestens aufgehoben, wenn Sie oder ein Angehöriger einen Krankenrücktransport nach Pneumothorax benötigen. Unser erfahrenes Team entlastet Sie schon während der Vorbereitung des Flugs so weit wie möglich. Wir können mit den Ärzten vor Ort in fast allen Fällen in der Muttersprache kommunizieren und dadurch Sprachbarrieren überwinden. Unsere Ambulanzflugzeuge können überall auf der Welt schnell startklar gemacht werden, so dass der Pneumothorax-Patient ohne unnötige Verzögerungen seinen Rückflug antreten kann.

Rund um die Uhr für Sie da

Dank unseres „Bett zu Bett“ Service können wir Ihnen eine Patientenverlegung aus einer Hand anbieten. Wir holen den Patienten mit einem Kranken- oder Rettungswagen an seinem Aufenthaltsort ab und bringen ihn pünktlich zum Flughafen. Auch nach der Landung im Heimatland steht ein Kranken- oder Rettungswagen bereit, um den Patienten sicher ins Zielkrankenhaus zu fahren. Selbstverständlich finden alle Bodentransporte mit medizinischer Begleitung statt. Indem wir alle Abhol- und Übergabezeiten koordinieren, können wir unnötige Verzögerungen ausschließen. So transportieren wir auch Pneumothorax-Patienten schnell, sicher und zuverlässig.

Haben Sie noch Fragen?

Bei weiteren Fragen zu Ambulanzflügen und ihrer Organisation empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere FAQ.

Kontaktieren Sie uns

Wir sind Ihr erfahrener Ansprechpartner für den Krankenrücktransport von Pneumothorax-Patienten. Unser Team steht Ihnen täglich rund um die Uhr für eine kostenlose Beratung zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns:

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