Fliegen mit Polytrauma

Ein Polytrauma ist für den Betroffenen, aber auch für Angehörige eine sehr belastende Situation: Viele Menschen haben Angst davor. Angst, sowohl selbst Opfer zu sein, aber auch Angst, als Helfer vor einem Menschen mit Polytrauma zu stehen. Wer auf Reisen Opfer eines Polytraumas wird, wünscht sich häufig eine Weiterbehandlung in der Heimat. Doch die Schwere der Verletzungen macht eine normale Rückreise in den meisten Fällen unmöglich.

Patient mit Polytrauma

Was ist ein Polytrauma?

In der Medizin bezeichnet das Wort Trauma eine Verletzung, die durch Gewalteinwirkung entstand. Dementsprechend ist ein Polytrauma eine Mehrfachverletzung. Allerdings gibt es hierbei Unterschiede. Als Polytrauma werden Verletzungen an einer Person erst bezeichnet, wenn diese Verletzungen an mindestens drei verschiedenen Körperregionen auftreten. Zudem kommt es auf den Schweregrad der Verletzungen an. Hierfür ziehen Mediziner eine sogenannte Verletzungsgradtabelle zurate, die bei 0 (unverletzt) beginnt und bei 75 endet. Erreichen die Verletzungen jeweils einen Grad von mindestens 16 auf der Tabelle, diagnostiziert der Mediziner in einem Polytrauma und der Patient gilt somit als Schwerverletzter.

Verkehrsunfälle und Stürze aus großen Höhen erzeugen die meisten Polytraumen. Die mit dem Ambulanzfahrzeug eintreffenden Rettungssanitäter können den oder die Verletzte meistens so weit stabilisieren, dass ein Transport in das am besten geeignete Krankenhaus in der Nähe möglich ist. In der Klinik werden Patienten mit Polytrauma meist intensiv behandelt, was sich sehr lange hinziehen kann. Wer sich auf Reisen im Ausland oder auch im Inland befindet und beispielsweise aufgrund eines Verkehrsunfalls ein Polytrauma erleidet, muss meist fern der Heimat über Wochen oder Monate in einer fremden Umgebung darauf warten, dass sich der Gesundheitszustand in dem Maße bessert, dass eine Heimreise möglich ist.

Allerdings wollen viele Patienten oder deren Angehörige, dass eine Verlegung in ein wohnortnahes Krankenhaus erfolgt, und zwar noch während der Behandlung. Sowohl für den oder die Patientin als auch die Angehörigen besitzt die Verlegung große Vorteile. Gerade bei einem Polytrauma gelingt die Mobilisierung der Selbstheilungskräfte wesentlich besser im familiären Umfeld als in einer weit entfernten Klinik mit fremden Menschen, die vielleicht nicht einmal dieselbe Sprache sprechen.

Mit einem Polytrauma per Linienflug heimreisen?

Es besteht zwar die grundsätzliche Möglichkeit, einen Krankentransport mit medizinischer Begleitung in einem Linienflugzeug durchzuführen. Allerdings wird sich der Transport eines Polytrauma-Patienten in einem Linienflugzeug meistens nicht realisieren lassen. Wie eingangs erwähnt handelt es sich in der Regel um einen schwerverletzten Intensivpatienten, der auch während des Fluges höchste medizinische wie technische Betreuung benötigt. Hinzu kommt, dass der in einem Linienjet herrschende geringe Luftdruck problematisch für den Patienten werden kann, da bei Polytrauma sehr oft innere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden oder auch Blutgefäße, die sich in Reiseflughöhe ausdehnen und so zu Komplikationen führen können.

Mit dem Ambulanzflugzeug auf alles vorbereitet

Ein Verkehrsunfall im Urlaub oder auf Geschäftsreise kann jeden treffen. Wer dabei ein Polytrauma erleidet und nach der Notfallbehandlung in ein wohnortnahes Krankenhaus möchte, wird ein Ambulanzflugzeug mit einem spezialisierten Flugarzt an Bord benötigen.

Nur ein Ambulanzflugzeug erlaubt die Ausstattung mit der notwendigen Medizin-Technik für Polytrauma-Patienten, wobei selbst eine komplette Intensivstation im Flugzeug eingerichtet werden kann. Moderne Ambulanzflugzeuge besitzen zudem einen verstärkten Rumpf, der es ermöglicht, in der Passagierkabine einen höheren Luftdruck einzustellen. Herkömmliche Linienjets besitzen in Reiseflughöhe (ca. 10.000 m) einen Kabinen-Luftdruck, der ungefähr einer Höhe von 2.500 bis 3.000 m über Normalnull entspricht. Ein Ambulanzflugzeug kann dagegen einen Luftdruck herstellen, der etwa 800 bis 900 m über Normalnull entspricht. Damit sinkt das Risiko für Komplikationen durch erweiterte Blutgefäße oder bei Lungenschädigungen erheblich. In der Flugmedizin wird bei Flügen mit so niedrigem Luftdruck von einem Sea-Level-Flug gesprochen.

Ein Ambulanzflugzeug kann aber noch etwas, was ein Großraumflugzeug nicht kann. Es kann selbst auf kleinen Flugplätzen landen und starten und von denen gibt es in fast jedem Land der Erde mehr als von internationalen Großflughäfen. Trotzdem erzielen heutige Ambulanzflugzeuge ähnliche Reichweiten wie der Linienjet. So kann ein Ambulanzflugzeug in der Nähe des Krankenhauses landen, in dem sich der Polytrauma-Patient befindet, und der beschwerliche Transport mit dem Krankenwagen reduziert sich auf ein Minimum.

Wann kommt die Versicherung für die Kosten eines Transports mit dem Ambulanzflugzeug auf?

Nur über eine extra abgeschlossene Reiseversicherung ist es möglich, dass die Kosten für einen Krankenrücktransport von der Versicherung übernommen werden. Viele Reisekrankenversicherungen bieten die Option der Krankenrückholung an, jedoch ist etwas Vorsicht geboten. In den AGBs finden sich Fallstricke wie etwa die Formulierung „medizinisch notwendig“, die sich auf den Transport bezieht.

Das kann dazu führen, dass die Kostenübernahme trotz angegebener Zusicherung des Krankenrücktransports abgelehnt wird, weil im Abreise- und im Ankunftskrankenhaus die gleichen medizinischen Leistungen erbracht werden. Steht jedoch die Formulierung „medizinisch sinnvoll“ in den AGBs, kann eine Ablehnung der Kostenübernahme kaum erfolgen, da es auch bei gleich hohem medizinischen Niveau immer sinnvoller ist, in einem wohnortnahen Krankenhaus behandelt zu werden.

Was kostet ein Ambulanzflug?

Die Veranschlagung der durch einen Ambulanzflug entstehenden Kosten ist nur möglich, wenn bestimmte Faktoren bekannt sind. So zum Beispiel der Ort der Abholung und das Ziel. Im Weiteren entscheidet der Gesundheitszustand des Patienten über die Maßnahmen, die für einen sicheren Transport zu treffen sind.

Dazu kommt die Dringlichkeit der Anfrage, der benötigte Flugzeugtyp und die Anzahl der Angehörigen, welche den Flug begleiten sollen. Eine pauschale Aussage über die Kosten eines Ambulanzfluges lässt sich daher nicht treffen. Allerdings erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot für Ihren Fall – natürlich kostenlos und völlig unverbindlich.

Sicher zurück mit der Ambulanzflug-Zentrale

Schwierigkeiten zu überwinden und in kürzester Zeit pragmatische Lösungen für Probleme zu finden, gehört zum Arbeitsalltag des Teams von der Ambulanzflug-Zentrale. In vielen Jahren mit unzähligen Patiententransporten aus aller Welt baute sich ein Erfahrungsschatz und ein Netzwerk auf, das es heute ermöglicht, einen Ambulanzflug in sehr kurzer Zeit zu organisieren und auszuführen, auch die Rückholung eines Polytrauma-Patienten.

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