Fliegen nach dem Tauchen

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Allein in Deutschland betreiben rund 500.000 Menschen den Tauchsport recht intensiv. Dazu kommen noch einmal etwa 4,5 Millionen Menschen, die hin und wieder tauchen. Die Bundesrepublik bietet hierzu eine recht stattliche Anzahl an Tauchrevieren, vom Teich über Flüsse bis hin zur Nord- und Ostsee. Wie bei vielen anderen Dingen auch liegen jedoch die wirklich faszinierenden Unterwasserwelten in weiter Ferne und bieten zudem oft die angenehmeren Wassertemperaturen.

Taucher unter Wasser

Darum verbinden viele Urlauber den Trip ins tropische Feriengebiet gerne mit einem Tauchgang. In der Regel werden dabei per Flugzeug Ziele im Mittel- und Fernbereich angesteuert, vom Mittelmeer bis zur Karibik oder etwa dem Indischen Ozean. Doch Fliegen und Tauchen können eine gesundheitlich gefährliche Kombination sein.

Warum kann Fliegen nach einem Tauchgang gefährlich werden?

Taucher setzen ihren Körper während des Tauchgangs einem erhöhten Druck aus. Der menschliche Körper ist üblicherweise darauf eingestellt, mit einem Umgebungsdruck von 1 ATM auszukommen. Das ist der atmosphärische Druck im Bereich von der Meereshöhe bis etwa 1500 m über dem Meer.

Unter Wasser ist der Druck viel stärker. Schon in 10 m Wassertiefe verdoppelt sich der atmosphärische Druck. Bei der für Sporttaucher üblicherweise maximalen Tauchtiefe von 40 m lastet ein Druck von fünf Atmosphären auf dem Körper. Je höher der Druck, desto stärker verflüssigen sich die Gasanteile im Blut, vor allem der Stickstoff, der mit über 70 Prozent den Hauptanteil unserer Atemluft ausmacht.

Dieser Stickstoff reichert sich während des Tauchens im Gewebe an und löst sich nur langsam wieder beim Auftauchen. Darum halten Taucher je nach Tiefe und Tauchlänge während des Auftauchens Dekompressionsstopps in unterschiedlichen Auftauchhöhen ein. Wenn sie dies nicht tun, kann der Stickstoff im Blut „ausperlen“, ähnlich einer Wasserflasche, deren Kohlensäure beim Öffnen aufschäumt. Diese Gasblasen verursachen unterschiedlich schwere Dekompressionskrankheiten, vom leichten Kopfschmerz bis zur Lungenembolie oder einem Herzinfarkt ist alles möglich.

Auch wenn diese Dekompressionspausen eingehalten wurden und sich der oder die Taucherin wieder gesund an der Oberfläche befindet, ist der Vorgang der Dekompression im Körper noch nicht abgeschlossen, er ist nur so weit fortgeschritten, dass bei 1 ATM keine Beschwerden auftauchen. Steigt nun jemand noch am Tag des Tauchgangs in ein Flugzeug, um wieder nach Hause zu fliegen, kann es passieren, dass durch den verminderten Innendruck der Passagierkabine die Gasblasenbildung im Blut fortgesetzt wird und es doch noch zu Dekompressionskrankheiten kommt.

Ist Fliegen nach einem Tauchgang möglich?

Airbus A 300 B4

Dem normalen Sport- oder Hobbytaucher wird empfohlen, mindestens 24 Stunden nach einem Tauchgang zu warten, bevor ein Flugzeug bestiegen wird.

Es gibt keine grundsätzliche Antwort auf die Frage, ab wann man nach dem Tauchen wieder gefahrlos fliegen kann. Das Divers Alert Network (DAN), ein internationales Netzwerk zur Verbesserung der Sicherheit beim Tauchen, führte zusammen mit Medizinern das sogenannte „Flying bubbles-Projekt" durch.

Dabei wurden in der Druckkammer 800 simulierte Flüge an 500 Probanden durchgeführt, aber auch tatsächlich vorgekommene Dekompressionsunfälle mit einbezogen. Das Ergebnis war so wenig eindeutig wie der menschliche Körper unterschiedlich reagiert: Einige Testpersonen konnten schon zwei Stunden nach einem Tauchgang unbeschadet ein Flugzeug besteigen, andere benötigten zum sicheren Fliegen 24 Stunden oder mehr.

Theoretisch gäbe es eine Methode, jede Person daraufhin zu testen, wie lange sie warten muss, um ein Flugzeug nach einem Tauchgang gefahrlos besteigen zu können. Im Jahr 2013 führten die beiden Wissenschaftler Dr. Danilo Coloni und Massimo Pieri sehr aufwendige Tests an Tauchern durch, bei denen die Tauchgänge exakt protokolliert wurden. Anschließend wurden im Flugzeug Herzultraschalluntersuchungen durchgeführt, ein enormer Aufwand.

Allein das Genehmigungsverfahren zum Einsatz des Gerätes zur Herzultraschalluntersuchung im Flugzeug dauerte zwei Jahre. Hinzu kam eine Untersuchung an Tauchern während einer Kreuzfahrt, um Vergleichsprofile zu erstellen. Eine individuelle Messung ist folglich mit so hohen Kosten verbunden, dass diese wohl jenen Personen vorbehalten bleiben soll, die sich sonst Raketen für das Weltall bauen lassen.

Im Krankheitsfall mit dem Ambulanzjet auch nach Tauchgang sicher fliegen

Es muss nicht unbedingt die Taucherkrankheit sein, die dazu führt, dass eine Person stationär im Ausland behandelt werden muss und den Wunsch äußert, in ein Krankenhaus in der Heimat verlegt zu werden. Auch Taucher können durch Verkehrsunfälle oder durch Krankheiten zu Schaden kommen. Was aber, wenn zwischen dem letzten Tauchgang, dem Unfall oder der Erkrankung und dem Termin zum Heimflug weniger als 24 Stunden verstrichen sind?

Ein normales Passagierflugzeug, das eine Reisehöhe von etwa 10.000 m erreicht, ist mit einer Druckkabine ausgestattet, die einen Druck aufbaut, der einer Höhe von etwa 2500 m entspricht. Das birgt das zusätzliche Risiko, eine Dekompressionskrankheit zu erleiden, zumal dieser Wert von 2500 m Höhe nicht konstant ist. Bei Aufstieg wie bei Abstieg zu und von der Reiseflughöhe können sich die Druckwerte in der Kabine kurzzeitig deutlich verringern.

Viel mehr Sicherheit bietet hier ein Ambulanzjet mit spezieller Kabine und der Möglichkeit, einen Sea-Level-Flug durchzuführen. Dabei wird der Innendruck der Passagierkabine durch Verstärkung der Wandung sowie einer niedrigeren Reiseflughöhe gleichmäßig auf dem atmosphärischen Wert gehalten, der den Verhältnissen am Boden deutlich näher kommt. Somit ist das Risiko einer zusätzlichen Dekompressionskrankheit deutlich reduziert, auch wenn die 24-Stunden-Frist nicht eingehalten wurde. Zusätzlich ist ein Ambulanzjet für alle medizinischen Notfälle ausgestattet.

Was kostet ein Ambulanzflug?

Die Bereitstellung eines Ambulanzjets sowie die Organisation der auf den oder die Patientin zugeschnittenen medizinisch-technischen Ausstattung, der Crew wie auch des medizinischen Begleitpersonals, die Organisation des Transports zum Flughafen und im Heimatflughafen wiederum zum Krankenhaus, das alles ist ein sehr individueller Prozess, dessen Kosten sich erst veranschlagen lassen, wenn der Krankheitsfall eingetreten ist. Um die Kosten für den Ambulanztransport nennen zu können, werden bestimmte Faktoren benötigt: 

  • Flugstrecke
  • Patientenzustand
  • Dringlichkeit
  • Begleitpersonen

Anhand dieser Indikatoren berechnen wir den Preis für Ihren individuellen Krantransport. Gerne erstellen wir Ihnen nach einem ausführlichen Erstgespräch ein unverbindliches Angebot.

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Hohe logistische Kompetenz in der Luftverkehrsbranche sowie jahrelange Erfahrung im Segment der Auslandsrückholung von Patienten aus allen Kontinenten dieser Erde machen das Team der Ambulanzflug-Zentrale zum zuverlässigen und schnellen Partner bei der Organisation eines Ambulanzfluges.

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