Klimaprotest am Flughafen: Was das Umleiten eines Flugzeugs bedeuten kann

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Das Thema Klimaschutz und klimafreundliches Reisen rückt derzeit immer öfter in den Mittelpunkt der medialen Berichterstattung, denn um ihren Überzeugungen Ausdruck zu verleihen, greifen Klimaaktivisten immer häufiger zu sehr aufsehenerregenden, drastischen Maßnahmen: Kürzlich blockierten Aktivisten Privatjets am Flughafen Schiphol-Amsterdam, um den Start der Jets zu verhindern.  Klimaaktivisten mit Plakaten

Leider wurden bei den Protesten nicht nur die Passagiere der Privatjets getroffen: Nach Angaben niederländischer Medien wurde durch die Aktion die Landung eines Ambulanzflugzeuges verhindert, was zu einer Umleitung des Flugzeugs und somit zu einer erheblichen Verlängerung der Flugzeit führte.

Jetzt fand eine weitere Aktion am Berliner Flughafen statt: Klimaaktivisten klebten sich am Rollfeld des Flughafens fest und verhinderten so den Flugbetrieb. Laut deutscher Medien wurde der Flugverkehr für ca. 90 Minuten lahmgelegt, was zur Folge hatte, dass mehrere  Flüge umgeleitet werden mussten. 

Was passiert bei der Umleitung eines Flugzeugs?

Flüge können aus verschiedenen Gründen umgeleitet werden. Beispielsweise aufgrund von Flughafensperrungen, Nachtflugverboten oder unvorhersehbaren Ereignissen wie Unwetter.

Wird ein Flugzeug umgeleitet, heißt das, dass es nicht am geplanten Flughafen landen kann, sondern auf einen anderen Flughafen ausweichen muss. Ist kein anderer Flughafen in der Nähe oder ist eine Landung auf dem nächstgelegenen Flughafen nicht möglich, kann es sein, dass sich die Flugzeit noch mehr verlängert.

Privatjet ist nicht gleich Passagierflugzeug

Organtransport

Nicht jeder Privatjet kommt für Privatflüge von Passagieren zum Einsatz, denn Privatflugzeuge werden auch für den Transport lebensnotwendiger Organe benutzt. Bei einem Organtransport zählt jede Minute: Wurde ein Organ aus dem Körper des Spenders entnommen, ist die Sauerstoffzufuhr des Organs unterbrochen.

Deshalb muss die sogenannte Ischämiezeit, die Zeit zwischen Entnahme und Neutransplantation, so kurz wie möglich gehalten werden. Verzögert sich die Transportzeit kann das Organ geschädigt und unbrauchbar werden, was dazu führt, dass dem todkranken Patienten das Organ nicht transplantiert werden kann. 

Des Weiteren werden Privatjets auch für den Transport von schwer erkrankten Patienten genutzt. Der Patientenzustand vieler Personen ist so schlecht, dass sie nicht mit einem Linienflugzeug fliegen können. Ist dies der Fall wird ein spezielles Ambulanzflugzeug benötigt, um den Patienten schnell und sicher zum Zielort zu transportieren.

Muss ein Ambulanzflugzeug mit einem schwer erkrankten Patienten an Bord umgeleitet werden, kann die daraus resultierende Flugverlängerung unter Umständen gravierende Folgen haben.

Ein Ambulanzjet und ein Privatjet sind häufig nicht voneinander zu unterscheiden, da es sich um die gleichen Flugzeug-Modelle handelt, sodass nicht auszuschließen ist, dass die Aktivisten bei ihrem nächsten Protest irrtümlicherweise einen Ambulanzjet blockieren anstelle eines Privatjets und somit erneut das Leben eines schwerkranken Patienten gefährden.

Längere Flugzeit = längere Belastung des Patienten

Ein Ambulanzflug wird im Vorfeld akribisch geplant: Abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten wird entschieden, ob der Patient flugfähig, also in der Lage ist, einen Ambulanzflug anzutreten. Ist dies der Fall, wird der Krankentransport so schnell und patientenschonend wie möglich organisiert. 

Deshalb wird neben dem geeigneten Transportmittel in der Regel auch eine Bodenambulanz organisiert, die den Patienten zum Flughafen und nach dem Flug zum Zielort transportiert. Dies sorgt für eine größtmögliche Entlastung des Patienten.

Nach der Organisation wird ein genauer Flugplan erstellt, um alle Start -und Landezeiten genaustens planen zu können. Besonders bei schwer erkrankten und intensivpflichtigen Patienten ist meist ein sehr schneller Transport nötig, weshalb sich jede Verzögerung negativ auf den Gesundheitszustand des Patienten auswirken und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden könnte. Denn die Umleitung des Flugzeugs geht mit einer längeren Weiterfahrt zum Krankenhaus einher, da sich das Krankenhaus fast immer in der Nähe des geplanten Flughafens befindet.

Lässt der Gesundheitszustand des Patienten eine lange Krankenwagenfahrt nicht zu, muss möglicherweise ein erneuter Ambulanzflug zum Zielflughafen geplant werden, was die gesamte Transportzeit nochmal erheblich verlängert. Dies kann sogar dazu führen, dass wichtige Operationen verschoben werden müssen, da der geplante OP-Termin aufgrund der Verspätung nicht eingehalten werden kann.

Ambulanzjet in der Luft

Auch nach Landung können Blockierungen dem Patienten schaden

Auch nach pünktlicher Landung können Störungen am Flughafen zu Verzögerungen und somit zum Leidtragen des Patienten führen: Wird das Vorfeld blockiert, kann der Krankenwagen unter Umständen das gelandete Flugzeug nicht erreichen. Dies hätte zur Folge, dass der Patient länger als nötig im Flugzeug ausharren muss.

Obwohl die Ambulanzflugzeuge mit modernstem medizinischen Equipment ausgestattet sind, so ist die Versorgung doch nur zur Überbrückung gedacht. Benötigt der Patient beispielsweise während des Flugs Sauerstoff, so kann es sein, dass dieser ab einem bestimmten Zeitpunkt nach geplanter Landung aufgebraucht ist. Natürlich planen wir immer etwas mehr Sauerstoff als benötigt ein, jedoch sind der Platz sowie das zulässige Gewicht im Flugzeug begrenzt, sodass das Kontingent irgendwann ausgeschöpft ist.

Normalerweise wird der Patient unmittelbar nach der Landung in den bereits auf dem Vorfeld wartenden Krankenwagen umgebettet, um ihn anschließend auf schnellstem Weg für die Weiterbehandlung ins Krankenhaus zu fahren. Denn die benötigte Spezialbehandlung kann letztendlich nur im Krankenhaus erfolgen. Kann die Weiterfahrt jedoch durch unvorhersehbare Störungen nicht rechtzeitig erfolgen, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Mit der Ambulanzflug-Zentrale sind keine Verzögerungen zu erwarten

Wer einen Ambulanzflug von der Ambulanzflug-Zentrale organisieren lässt, muss in der Regel keine Flugumleitung befürchten.

Wir versuchen im Vorfeld alle Eventualitäten zu beachten, um mögliche Verzögerungen zu verhindern. Allerdings können wir unvorhersehbare Ereignisse wie Störungen durch einen Protest am Zielflughafen nicht vorausahnen.

Deshalb hoffen wir, dass die Klimaaktivisten in Zukunft neben der Durchsetzung ihrer Ziele auch an die Folgen denken, welche durch ihre Maßnahmen hervorgerufen werden könnten. Es ist gut, Engagement zu zeigen, jedoch sollte dies immer verantwortungsbewusst geschehen, um anderen Personen nicht zu schaden. 

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