Krankentransport aus Russland

Dieses Land ist fast unermesslich groß: Wer eine Reise vom äußersten westlichen Punkt Russlands bis zu dessen Küste im Osten antritt, durchquert acht Zeitzonen. 9.000 Kilometer von Ost nach West und 4.000 Kilometer Luftlinie von Nord nach Süd mit 40 Breitengraden. Seine Landfläche entspricht der Australiens und Europas zusammen. Mit nur 144 Millionen Einwohnern ist Russland jedoch sehr dünn besiedelt. Theoretisch finden sich nur 8 Personen auf einem Quadratkilometer, in Deutschland sind es 233 Menschen.

Unter den 15 Millionenstädten Russlands stechen Moskau mit 12,23 Millionen Einwohnern sowie Sankt Petersburg mit 5,28 Millionen Einwohnern, beide weit im Westen, deutlich hervor. Aber selbst im äußersten Osten, wo nur die 82 Kilometer breite Beringstraße Russland von den USA trennt und ein eisiges Klima herrscht, finden sich Siedlungen und Städte.

Moskau

Russland ist trotz vieler Bemühungen der russischen Tourismusagentur kein typisches Reiseland für Touristen. Der Großteil der Menschen, die nach Russland reisen, tun dies aus geschäftlichen Gründen. Deutschland ist hierbei führend. Von den etwa 2,5 Millionen Reisenden, die jährlich nach Russland kommen, stammen rund 600.000 aus der Bundesrepublik. Für den weitaus größten Teil der Besucher Russlands ist das Reiseziel Moskau oder St. Petersburg.

Krankheiten oder Verletzungen können wie bei jeder Reise auch bei einem Russland-Aufenthalt auftreten. Mitunter ist dann eine ärztliche oder sogar klinische Behandlung notwendig.

Das Gesundheitssystem in Russland

Wer nach Russland reist, muss eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen, sonst gibt es kein Visum. Russland ist nicht im Sozialversicherungsabkommen der EU, weshalb die Auslandsversicherungskarte der gesetzlichen Krankenkassen hier nicht genutzt werden kann. Notfallversorgungen in einer Krankenhausambulanz sind für Russen wie Ausländer kostenfrei. Ambulanzfahrzeuge können über das örtliche Telefonnetz mit 103 herbeigerufen werden, vom Handy, auch ohne SIM oder Guthaben, mit der 112. Wichtig ist dabei, dass Russisch gesprochen wird, denn mit Englisch oder einer anderen Sprache ist oft nicht viel zu machen.

Obwohl sich in Russland die Gesundheitsversorgung in einen staatlichen und einen privaten Sektor aufteilt, ist dies für den verunfallten oder kranken Russland-Reisenden nicht von Belang. Er oder sie wird immer in eine private Klinik oder zu einem privat praktizierenden Arzt gebracht, wenn es nicht gerade eine sehr abgelegene Gegend Russlands ist. Gerade in Moskau oder in St. Petersburg gibt es zahlreiche Privatkliniken mit englisch- oder sogar deutschsprachigem Personal. Auch wenn die medizinische Versorgung und die sprachliche Umgebung stimmen mögen, so werden viele Patienten trotzdem das Bedürfnis verspüren, schnellstmöglich wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Doch zahlt die Auslandsreisekrankenversicherung einen Ambulanzflug in die Heimat?

Wann übernimmt die Versicherung die Kosten?

Bevor das russische Konsulat ein Visum für Russland erteilt, muss der oder die Antragstellerin nachweisen, dass eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen wurde. Hierbei sollte unbedingt die optional wählbare Auslandsrückholung angekreuzt werden. Dann übernimmt die Versicherung unter Umständen die Kosten des Ambulanzfluges.

Aber Vorsicht: So manche Versicherungen haben hier einen kleinen Fallstrick eingebaut, der sie von der Pflicht der Kostenübernahme des Fluges entbindet. Der Fallstrick nennt sich „medizinisch notwendig“ und versteckt sich als Formulierung in den AGBs. Dahinter steckt die Annahme, dass in Russland die gleichen medizinischen Leistungen erbracht werden können wie in Deutschland, weshalb keine medizinische Notwendigkeit eines Ambulanzfluges besteht und die Kostenübernahme mitunter verweigert wird. Steht jedoch „medizinisch sinnvoll“ in den AGBs, kann die Versicherung die Kostenübernahme für den Ambulanzflug kaum verweigern: Dass eine Heilbehandlung in der vertrauten Umgebung für den Patienten besser verläuft, ist medizinisch nachgewiesen.  

Mit welchen Verkehrsmitteln erfolgt ein Krankentransport aus Russland?

Die Distanz zwischen Mitteleuropa und den beiden größten Städten Russlands, Moskau und St. Petersburg, liegt unter 2.000 Kilometer Luftlinie. Allerdings sind die Wegstrecken von anderen Zentren des Riesenreiches wesentlich gewaltiger. Dieser Aspekt und das nicht immer gute Straßennetz schließen einen Transport per Krankenwagen aus. Auch ein Helikopter ist aufgrund der Entfernungen und seiner hohen Betriebskosten ausgeschlossen. Es bleiben folglich nur das Linienflugzeug oder ein Ambulanzflugzeug.

Linienflugzeug nutzen? 

Obwohl es durchaus Linienflüge in die verschiedenen Städte Russlands gibt, hält sich die Anzahl der Direktverbindungen sehr in Grenzen. Es wäre schon ein großer Zufall, wenn das Zielkrankenhaus in Deutschland, der Schweiz oder Österreich nonstop erreicht werden würde. In der Regel ist mindestens ein Zwischenstopp notwendig. Dies kann jedoch einem oft schwerkranken Patienten kaum zugemutet werden, von der Organisation ganz zu schweigen. Theoretisch wäre jedoch sowohl ein Liegendtransport als auch ein Sitzendtransport in einer Linienmaschine aus Russland möglich. Abhängig ist dies natürlich von der Zustimmung der jeweiligen Fluggesellschaft und es benötigt üblicherweise 1 bis 2 Tage Vorlaufzeit. Gerne prüfen wir auch in Ihrem Fall, ob ein Linienflug möglich ist.

Das Ambulanzflugzeug

Das Ambulanzflugzeug ist meistens die einzige vernünftige Lösung für einen Krankentransport aus Russland. Die Maschinen sind auf jede Eventualität vorbereitet beziehungsweise lassen sich entsprechend ausrüsten. Selbst Intensivpatienten können transportiert werden oder Personen, die keinem zu geringen Luftdruck ausgesetzt werden dürfen, etwa Patienten mit einer Lungenschädigung. Möglich macht dies ein sogenannter Sea-Level-Flug. Dabei handelt es sich um Ambulanzflugzeuge mit verstärkten Druckkabinen, die zudem unterhalb der normalen Reiseflughöhe fliegen.

Ein weiterer Vorteil von Ambulanzflugzeugen sind die relativ kurzen Rollwege bei Start und Landung. Damit sind sie in der Lage, auch auf kleineren Regionalflughäfen zu landen. Das ist nicht nur vorteilhaft, wenn der oder die Patientin aus ländlichen Gegenden Russlands zurücktransportiert werden soll, es ermöglicht auch bei Großstädten das Ausweichen auf kleinere Flugplätze in der Umgebung, die weniger stark frequentiert sind und ein schnelleres Landen und Starten erlauben. Das gilt im Übrigen auch für das Ziel in Deutschland.

Wie setzen sich die Kosten für einen Ambulanzflug zusammen?

Die Organisation eines Krankentransportes aus Russland beinhaltet eine Vielzahl zu berücksichtigender Faktoren, die nicht pauschal zu veranschlagen sind. Dazu gehören:

  • Die Entfernung zwischen Start und Ziel
  • Der Gesundheitszustand des Patienten
  • Die Dringlichkeit der Anfrage
  • Die gewünschte Anzahl der Begleitpersonen

Das sind nur die wichtigsten Punkte. Berücksichtigt werden müssen auch immer wieder regionale Besonderheiten, wobei es in Russland durchaus immer wider unvorhergesehene Überraschungen geben kann. Dementsprechend können die Kosten für einen Krankentransport aus Russland nicht pauschal benannt werden, da sie immer individuell berechnet werden müssen.

Warum die Ambulanzflug-Zentrale für den Krankentransport aus Russland?

Für die Ambulanzflug-Zentrale sprechen unsere langjährige Erfahrung, unsere Schnelligkeit, unsere Professionalität und unser großes Netzwerk. Wir sind seit vielen Jahren darauf spezialisiert, aus den verschiedensten Ländern dieser Erde kranke oder verletzte Menschen wohlbehalten nach Hause zu holen. Selbstverständlich verfügen wir über russischsprachige Mitarbeiter, so dass die Kommunikation mit der Klinik vor Ort und den russischen Behörden kein Problem für uns darstellt.

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein Krankentransport abläuft, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere FAQ.

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Wir sind Ihr zuverlässiger Partner für Ihren Krankentransport aus Russland. Unser erfahrenes Team ist täglich rund um die Uhr für Sie da und berät Sie gerne. Kontaktieren Sie uns:

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