Medizinisch sinnvoller Krankenrücktransport

Viele Menschen machen sich mit gutem Gewissen auf den Weg in den Sommer- oder Skiurlaub: Sie haben eine Auslandskrankenversicherung mit Krankenrücktransport abgeschlossen und glauben, dadurch für den Ernstfall vorgesorgt zu haben. Aber in der Praxis machen Versicherungen oft einen Unterschied zwischen einem medizinisch sinnvollen und einem medizinisch notwendigen Krankenrücktransport und übernehmen die Kosten nur in medizinisch notwendigen Fällen. Was den Unterschied ausmacht und wie Sie in beiden Fällen sicher nach Hause kommen, erklären wir Ihnen gerne.

Wann übernimmt die Versicherung die Kosten für einen Krankenrücktransport?

Ob die Kosten für einen Krankenrücktransport übernommen werden, entscheidet die Versicherung immer im Einzelfall. Dabei machen die Versicherungen feine Unterschiede und verwenden dehnbare Begriffe wie „medizinisch sinnvoll“ und „medizinisch notwendig“.

Medizinisch sinnvoller Krankenrücktransport

Einige Versicherungen formulieren in ihren Statuten, dass sie auch „medizinisch sinnvolle“ Krankenrücktransporte übernehmen. Medizinisch sinnvoll ist ein Krankenrücktransport, wenn der Patient transportfähig ist und die Aussicht auf bessere Behandlungsergebnisse in der Heimat sowie soziale Gründe wie die Nähe zur Familie für eine Auslandsrückholung sprechen. Eine Behandlung vor Ort wäre aber grundsätzlich ebenfalls möglich. Deshalb tragen die meisten Versicherungen nicht die Kosten von medizinisch sinnvollen Krankenrücktransporten.

Medizinisch notwendiger Krankenrücktransport

Die meisten Versicherungen übernehmen die Kosten nur bei „medizinisch notwendigen und ärztlich angeordneten“ Krankenrücktransporten. Als medizinisch notwendig wird ein Krankenrücktransport eingeschätzt, wenn der Patient vor Ort nicht angemessen behandelt werden kann – zum Beispiel, weil eine wichtige Operation dort nicht durchführbar ist. In diesen Fällen werden die Kosten für den Krankenrücktransport normalerweise dann übernommen, wenn die zuständigen Ärzte die Transportfähigkeit des Patienten bescheinigen.

Wann übernimmt die Versicherung die Kosten für einen Krankenrücktransport nicht?

In der Praxis existiert häufig eine große Grauzone zwischen einem medizinisch sinnvollen und einem medizinisch notwendigen Krankenrücktransport. Das gilt beispielsweise, wenn der Patient im Ausland zwar behandelt werden kann, eine medizinische Versorgung in der Heimat aber besser und aussichtsreicher wäre. Viele Versicherungen argumentieren in solchen Fällen damit, dass eine Behandlung zur Lebenserhaltung vor Ort möglich und der Krankenrücktransport damit überflüssig wäre. Die Aussicht auf eine bessere Behandlung in der Heimat und der Patientenwunsch, in der Nähe seiner Familie zu sein, wird von den Versicherungen häufig nicht berücksichtigt.

Krankenrücktransport mit Coronavirus: ein Sonderfall?

Wer sich im Ausland mit dem Coronavirus (COVID-19) ansteckt, fällt häufig unter die gleichen Regelungen wie bei allen anderen Erkrankungen: Kann die Virusinfektion vor Ort nicht angemessen behandelt werden, gilt eine Auslandsrückholung als medizinisch notwendig und die Kosten werden von der Versicherung übernommen. Wenn der Krankenrücktransport bessere Ergebnisse in der Behandlung des Coronavirus verspricht, wird er als medizinisch sinnvoll angesehen und von einigen Policen ebenfalls abgedeckt – von vielen anderen Versicherungen aber nicht.

Abhängig von den genauen Versicherungsbedingungen können die Auslandskrankenversicherungen noch zusätzliche Hintertüren eingebaut haben, um eine Kostenübernahme zu verweigern. Manche Policen schließen Pandemien grundsätzlich aus, so dass Coronavirus-Patienten keinen Anspruch auf eine Auslandsrückholung haben. Zudem sollten Sie darauf achten, ob beim Antritt Ihrer Reise aufgrund der Pandemie eine Reisewarnung für das Zielland besteht. Ist dies der Fall, schließen nahezu alle Versicherungen die Kostenübernahme für einen späteren Krankenrücktransport aus.

Wir fliegen Patienten auch ohne Versicherungsschutz

Patienten bzw. Angehörige, deren Krankenrücktransport von der Versicherung abgelehnt wird, stehen dann vor einem großen Problem. Sie wünschen die Weiterbehandlung in einer Klinik im Heimatland und scheitern an der Bürokratie der Versicherungen. Zudem kann die Entscheidung der Versicherung einfach viel zu lange dauern, während eine schnelle Rückholung bei medizinischen Notfällen über Leben und Tod entscheiden kann.

In diesen Fällen helfen wir kurzfristig, unbürokratisch und zuverlässig auf der ganzen Welt. Über unseren 24-Stunden-Notruf können Sie sich jederzeit kostenlos und unverbindlich beraten lassen. Wir erstellen Ihnen gern auch schriftlich ein Angebot für Ihren Krankenrücktransport und organisieren zeitnah Ambulanzflüge und Bodentransporte sowie die für den Flug notwendigen Unterlagen. Sie brauchen sich um nichts weiter zu kümmern und werden nach dem Krankenrücktransport in Ihrer Wunschklinik behandelt.

Ablauf eines medizinisch sinnvollen Krankentransports

Abhängig vom Patientenzustand kommt bei medizinisch sinnvollen Krankentransporten meist ein Ambulanzflugzeug zum Einsatz. Dieses hat alle notwendige medizinische Ausstattung an Bord, um den Patienten unterwegs optimal zu versorgen. Jeder Ambulanzflug wird von medizinischem Fachpersonal begleitet, das im Notfall sofort eingreift. Besonders stabile Patienten können auch in einem Linienflugzeug transportiert werden. In der Kabine wird dann ein eigener Bereich für den Patienten eingerichtet, der optisch von anderen Flugreisenden getrennt ist. Auch in diesem Fall reist normalerweise ein Mediziner mit, der den Patienten während des Krankenrücktransports betreut.

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Möchten Sie mehr über die Organisation von Krankenrücktransporten im Flugzeug erfahren? Viele nützliche Informationen haben wir für Sie in unseren FAQ zusammengestellt.

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