Was ist vor einem Rücktransport im Krankenwagen zu bedenken?

Sofern es nicht nur wirtschaftlich, sondern auch medizinisch sinnvoll ist, bieten wir unseren Patienten auch komplette Auslandsrückholungen im Krankenwagen oder Rettungswagen anstelle des üblicherweise eingesetzten Ambulanzflugzeugs an. Bei der Organisation eines solchen Rücktransports sind jedoch im Vorfeld verschiedene Punkte zu bedenken, die für die Sicherheit des Patienten während der langen Fahrt wichtig sind.

Was ist vor einem Rücktransport im Krankenwagen zu bedenken?

Schlechte Verkehrslage

Was passiert bei Stau, Straßensperren oder allgemein schlechter Verkehrslage? Das Risiko, in einen Stau zu geraten, ist auf der Straße nahezu allgegenwärtig. Auf vielen Strecken staut sich der Verkehr täglich und gerade zur Rush Hour geht es in großen Städten auch innerorts nur langsam vorwärts. Wenn Straßen – aus welchem Grund auch immer – unpassierbar sind, bleibt meist nur eins übrig: viel Geduld mitbringen und sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Zeit ist jedoch bei vielen Patientenverlegungen ein entscheidender Faktor.

Im schlimmsten Fall kann genau die Situation eintreten, die durch die Verlegung eigentlich verhindert werden soll: Bei Komplikationen muss der Patient in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert werden. Gerade im Ausland bestehen hierzu keine Alternativen. Abhängig vom jeweiligen Land nimmt man damit enorme Qualitätseinbußen bei der medizinischen Versorgung in Kauf und unterbricht den Rücktransport für mehrere Tage.

Unfall

Was passiert, wenn der Krankenwagen in einen Verkehrsunfall verwickelt wird? Besonders im Ausland kann das Probleme bedeuten: Schon im besten Fall bedeutet ein Unfall Kommunikation mit der örtlichen Polizei und natürlich langes Warten. Es muss kurzfristig ein Ersatzfahrzeug bereitgestellt werden, das einen ähnlich hohen medizinischen Standard aufweist. Im Ausland wird dies nicht möglich sein. Damit könnte der Patient bei einem unglücklicheren Verlauf wiederum in einem lokalen Krankenhaus landen, was ein vorläufiges Ende der Auslandsrückholung bedeuten würde.

Pausen

Wie lassen sich bei einem Rücktransport im Krankenwagen selbstverständliche menschliche Bedürfnisse wie Toilettengänge, Mahlzeiten, Ruhepausen etc. bewerkstelligen? Dazu müssen in der Regel Raststätten angefahren werden und der Patient aus dem Krankenwagen aussteigen. Aus gesundheitlichen Gründen ist das meist unmöglich oder zumindest mit großer Anstrengung verbunden. Zudem müssen die Fahrer des Krankenwagens gesetzlich vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten einhalten. Das erhöht die Transportdauer und die Liegezeit deutlich.

Blaulicht

Viele Menschen gehen davon aus, dass auch bei geplanten Patiententransporten im Ausland mit Blaulicht und Martinshorn gefahren wird. Dadurch versprechen sie sich einen zusätzlichen Vorteil und letztlich einen schnelleren Rücktransport. Blaulicht und Martinshorn sind bei geplanten Krankentransporten jedoch gar nicht erlaubt.

Lediglich in einem medizinischen Notfall, darf das Fahrerteam darauf zurückgreifen – zum Beispiel, um den Patienten bei gesundheitlichen Komplikationen in ein lokales Krankenhaus zu bringen. Die verbreitete Vorstellung, dass der Patient mit Blaulicht quer durchs Land transportiert würde und der Krankenwagen bei Stau einfach in der Rettungsgasse weiterfahren könnte, hat mit der Realität nichts zu tun.

Komplikationen

Die allerwichtigste Frage, die gerade bei Rücktransporten aus dem Ausland unbedingt im Vorfeld zu beantworten ist, lautet: Was wird bei gesundheitlichen Komplikationen unternommen? Mit Sicherheit wird sich der eingesetzte Krankenwagenfahrer in der jeweiligen Gegend nicht gut auskennen. Um den Patienten in ein lokales Krankenhaus zu bringen, muss er also den örtlichen Rettungsdienst rufen. In Industrieländern mit einer gut entwickelten medizinischen Infrastruktur wie Dänemark, Österreich oder Frankreich mag dies noch sinnvoll sein. Doch auch hier entspricht es nicht dem Wunsch des Patienten, wenn er in ein weiteres ausländisches Krankenhaus eingeliefert wird.

Bei Rücktransporten aus Griechenland, der Türkei etc. sind die Probleme noch deutlich größer. Die Route zurück nach Deutschland führt meist durch Länder mit deutlich schlechterer medizinischer Versorgung wie Mazedonien, Rumänien oder Bulgarien. Bei Komplikationen während der Verlegung landet der Patient also mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem schlechteren Krankenhaus im Vergleich zu dem, welches er für den Rücktransport verlassen hat.

Kostengünstige Rücktransporte

Wenn die Kostenfrage für Sie entscheidend ist, berät Sie unser Rückholdienst gerne. Nach Abwägung aller Faktoren wie Patientenzustand, Strecke und Länder auf der Route finden wir gemeinsam die optimale Lösung zum Wohle des Patienten. Gern informieren wir Sie auch über andere wirtschaftliche und medizinisch empfehlenswertere Alternativen wie zum Beispiel eine Gruppenrückführung oder einen Rücktransport im Linienflugzeug.

Kontaktieren Sie uns

Interessieren Sie sich für eine Rückholung aus dem Ausland oder eine Patientenverlegung im Krankenwagen als kostengünstige Alternative zum Ambulanzflugzeug? Dann können Sie sich täglich rund um die Uhr an unser hilfsbereites, erfahrenes Team wenden. Kontaktieren Sie uns:

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