Corona-Infektion in Katar: Durfte Thomas Müller nach Deutschland zurückkehren?

Dass der FC Bayern München in Katar die Club-Weltmeisterschaft gewann, geriet angesichts einer anderen Nachricht schnell in den Hintergrund: Bei Weltmeister Thomas Müller wurde während des Aufenthalts in Katar eine Corona-Infektion festgestellt. Er wurde umgehend isoliert, trat im Endspiel nicht an und flog schließlich in einem eigens gecharterten Flugzeug nach München zurück.

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Als im Nachgang von Müllers Rückkehr nach Deutschland Bayern-Trainer Hansi Flick eine Meinungsverschiedenheit mit dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach öffentlich austrug, gelangte das Thema umso mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auslöser war unter anderem Lauterbachs Aussage in einem Sport1-Interview: „Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar.“ Zudem kritisierte der Politiker, dass der FC Bayern überhaupt für das Turnier nach Katar gereist war. Hansi Flick widersprach Lauterbach auf grundsätzlicher Ebene, bezeichnete ihn gar als „sogenannten Experten“. Seitdem streiten sich die Kommentatoren, wer mit seinen Aussagen Recht hat.

Flick oder Lauterbach: Wer hat Recht?

Als Dienstleister für Ambulanzflüge wollen wir nicht den allgemeinen Sinn der Reise des Münchener Teams nach Katar beurteilen. Doch zur Frage ob, eine Reise mit bekannter Infektion normalerweise wirklich undenkbar wäre, können wir kompetent Stellung beziehen: Die isolierte Rückreise von Thomas Müller in seine Heimat war absolut möglich und erlaubt, sofern die Isolation des Patienten auch während des Transports gewährleistet blieb. Auch wenn wir den Flug des Bayern-Stürmers selbst nicht durchgeführt haben, konnten wir in den letzten Monaten zahlreiche Corona-Patienten auf ähnliche Weise nach Hause bringen. Hier hat Karl Lauterbach also Unrecht: Einen „Bayern-Bonus“ für den Patienten gab es nicht.

Der Ambulanzflug von Thomas Müller

Natürlich können wir über den genauen Verlauf des Transports nur spekulieren, aber die vorhandenen Informationen erlauben einige Rückschlüsse über die Situation:

  • Thomas Müller stand in Katar zwar ebenso unter Quarantäne wie nun in Deutschland. Doch er musste zu keinem Zeitpunkt im Krankenhaus behandelt werden. Zudem bestätigte er in einer Videobotschaft über Instagram, dass es ihm „ordentlich“ gehe. (Quelle) Dementsprechend ist von einem milden Verlauf mit keinen oder geringen Symptomen auszugehen.
  • Der Weltmeister und Champions-League-Sieger verließ das Flugzeug in einem Ganzkörperanzug mit Schutzmaske und Gesichtsschild. Es wurde also auch während seiner Reise dafür gesorgt, dass Müller nicht die Besatzung anstecken kann. Wir gehen davon aus, dass der Fußballer sich in einem isolierten Bereich des Flugzeugs aufhielt und während seiner Reise keinen direkten Kontakt zur Besatzung hatte.

Bei einer mild verlaufenden Coronavirus-Infektion ist ein solcher Ambulanzflug risikolos möglich – sowohl in Bezug auf die Ansteckungsgefahr als auch bezüglich der Entwicklung von eventuellen Symptomen. Es ist zu vermuten, dass der medizinische Stab des FC Bayern München den Spieler deshalb für flugtauglich befunden hat. Wahrscheinlich war nicht einmal eine Arztbegleitung notwendig, denn hiervor war in der medialen Berichterstattung nichts zu lesen.

Unter diesen Umständen war es auch nicht nötig, Thomas Müller in einer Isolations-Einheit zu transportieren, wie es bei schwereren Fällen üblich ist. Stattdessen durfte es sich der Bayern-Star vermutlich in einem abgetrennten Bereich der Kabine seines Privatjets gemütlich machen.

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