Cristiano Ronaldo: Mit Coronavirus im Ambulanzjet

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Im Vorfeld des Fußball-Länderspiels zwischen Portugal und Schweden wurde der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo positiv auf das Coronavirus getestet. Der mehrfache Weltfußballer zeige keine Symptome, müsse sich aber in Quarantäne begeben. Schon kurz darauf wurde bekannt, dass er von seinem Aufenthaltsort Lissabon in seine Heimatstadt Turin zurückgeflogen ist.

Bombardier Learjet 45

Diese Information ließ natürlich Raum für Spekulationen: Hat Cristiano Ronaldo etwa seine Quarantäne-Auflagen verletzt? Hat er etwa durch seinen Flug nach Italien andere Menschen gefährdet – beispielsweise die Piloten oder das Personal am Flughafen? War der Flug vielleicht sogar für ihn selbst ein Gesundheitsrisiko?

Die Antwort auf all diese Fragen ist höchstwahrscheinlich nein. Wir sind zwar nicht mit den internen Details des Flugs vertraut, doch aufgrund unserer Erfahrung mit ähnlichen Fällen können wir Ihnen aufzeigen, wie der Flug vermutlich abgelaufen ist.

Ambulanzflugzeug statt Privatjet

In einigen Pressemeldungen war zu lesen, dass Cristiano Ronaldo in einem Privatjet nach Turin geflogen ist. Das erweckt falsche Vorstellungen von einem luxuriösen Flug ohne medizinische Vorkehrungen. In Wirklichkeit – und spätere Presseberichte bestätigen das – ist der portugiesische Stürmer in einem Ambulanzflugzeug transportiert worden. Hier bestehen ganz andere Möglichkeiten in Bezug auf Isolation und medizinische Versorgung. Zum Einsatz kam ein Bombardier Learjet 45, der aufgrund seiner Reichweite und seiner Flexibilität bestens für Ambulanzflüge innerhalb von Europa geeignet ist.

An Bord eines Ambulanzflugzeuges befindet sich eine medizinische Crew, die von einem spezialisierten Flugarzt geleitet wird. Die medizinische Ausstattung des Flugzeugs ermöglicht Bedingungen wie auf einer modernen Intensivstation. So können selbst schwer erkrankte Patienten sicher transportiert werden. Im Fall von Cristiano Ronaldo, der Medienberichten zufolge symptomfrei ist, stellt die medizinische Betreuung eher eine Vorsichtsmaßnahme dar. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass das medizinische Team während des Flugs eingreifen musste.

Isolationsmaßnahmen während des Patiententransports

Für den Fußballstar selbst war der Patiententransport im Flugzeug also völlig risikolos. Aber wie sieht es mit den Menschen aus, mit denen er in Kontakt kam? Wenn man von einer professionellen Durchführung der Patientenverlegung ausgeht, bestand auch hier keinerlei Risiko. Die moderne Medizin bietet verschiedene Möglichkeiten, einen Patienten auch in dem beengten Raum eines Krankenwagens oder eines Ambulanzflugzeugs von seiner Umwelt zu isolieren.

Isolations-System EpiShuttle

Häufig kommt hierfür ein mobiles Isolations-System zum Einsatz. Der ansteckende Patient befindet sich im Inneren des Systems, wo ein Unterdruck herrscht. Dadurch kann das Virus nicht entweichen. Durch ein Belüftungssystem wird der Patient mit Frischluft versorgt, die Abluft wird aufwändig gefiltert und dadurch von eventuellen Viren befreit.

Trotzdem ermöglicht das Isolations-System dem Ärzteteam jederzeit alle notwendigen medizinischen Verrichtungen. Durch spezielle Ports haben die Mediziner stets Zugriff auf den isolierten Patienten und können ihn bestmöglich versorgen.

Ambulanzflug bei Quarantäne

Es ist also davon auszugehen, dass Cristiano Ronaldos Flug nach Turin keinen Beteiligten einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt hat. Dennoch musste bei den Behörden eine Genehmigung für seine Verlegung beantragt werden, damit sie keinen Bruch seiner Quarantäne darstellt. Dies ist nach Angaben der Presse ordnungsgemäß geschehen und die Genehmigung wurde erteilt.

Wenn die medizinische Sicherheit des Transports nachweislich gewährleistet ist, erlauben die zuständigen Behörden in der Regel die Durchführung eines Ambulanzflugs von Patienten mit COVID-19. Dies entbindet den Erkrankten jedoch nicht von der weiteren Quarantäne-Pflicht. Dementsprechend wurde Cristiano Ronaldo auch umgehend nach Hause gebracht, wo er sich nun von seinen Mitmenschen isoliert aufhält.

Update: Inzwischen hat der italienische Sportminister Cristiano Ronaldo vorgeworfen, er habe die Vorgaben des Gesundheitsamts missachtet, als er Turin verließ, um zu Nationalmannschaft zu reisen. Diesen Vorgang können wir nicht beurteilen und er steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem späteren Ambulanzflug von Lissabon nach Turin. Unsere Einschätzung, dass der Fußballstar seine Quarantäne nicht gebrochen hat, bezieht sich ausdrücklich nur auf seinen Ambulanzflug.

Kontaktieren Sie uns für Ihren Ambulanzflug

Wir sind dazu in der Lage, sichere Ambulanzflüge für Coronavirus-Patienten innerhalb kürzester Zeit zu organisieren. Unser erfahrenes Team ist täglich rund um die Uhr für Sie da und berät Sie kostenlos. Kontaktieren Sie uns:

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