In Australien ins Krankenhaus gehen

Es waren zuerst niederländische Seefahrer, die den Kontinent Australien zu Anfang des 17. Jahrhunderts entdeckten, dabei aber nur die Küstenbereiche erkundeten. Letztlich war es dann der englische Kapitän James Cook, der im Jahr 1770 die Ostküste Australiens als Kolonie für das britische Königreich vereinnahmte. Achtzehn Jahre später erreichte das erste Schiff mit Strafgefangenen den Kontinent, die von der englischen Justiz dorthin verbannt wurden. Schon der Diebstahl eines Stücks Brot reichte aus, um in die Verbannung geschickt zu werden. Das erste Strafgefangenlager auf dem Kontinent hieß Sydney. Innerhalb der folgenden 80 Jahre waren es rund 160.000 Menschen, die so Australien erreichten und den Grundstock der Besiedlung durch Europäer bildeten.

Skyline von Melbourne

Heute besitzt Australien eine sehr stabile Wirtschaft wie auch eine sehr stabile Demokratie. In Bezug auf das Vermögen Australiens rangiert das Land weltweit unter den ersten Fünf und bietet seinen Bewohnern einen sicheren und hohen Lebensstandard. Dazu zählt unter anderem auch das staatliche Gesundheitssystem Medicare.

Wie funktioniert das Gesundheitssystem in Australien?

Bis in das Jahr 1996 besaß Australien mit dem staatlichen Gesundheitsdienst Medicare ein öffentliches System der Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung, das für alle Gesellschaftsschichten zuständig war. Durch einen Regierungswechsel und eine anschließende Gesetzesänderung konnten sich auch private Krankenversicherungen ab Mitte der 1990er-Jahre neben Medicare etablieren.

Das staatliche Gesundheitssystem hat sich seitdem stark eingeschränkt und bietet nur noch eine Basisversorgung an. Weitergehende Behandlungen werden üblicherweise über private Versicherer abgerechnet. Dementsprechend existieren in Australien sowohl staatliche Krankenhäuser als auch private Kliniken. Die meisten Australier sind gleichzeitig bei Medicare und privat krankenversichert. Aktuell führen australische Einwohner 1,5 % ihres Einkommens als Krankenversicherungsbeitrag an Medicare ab. Die Beitragssätze der privaten Versicherer schwanken je nach Umfang der Leistungen. Für ein Basispaket werden etwa 70 australische Dollar pro Monat berechnet. Darin ist auch der Krankentransport enthalten, dessen Kosten von Medicare nicht übernommen werden.

Ohne Auslandskrankenversicherung in ein australisches Krankenhaus gehen?

Für Touristen oder Geschäftsreisende stellt sich Australien als ein sehr sicheres Reiseland dar. Ärzte und Krankenhäuser arbeiten auf hohem Niveau. Das bedeutet jedoch nicht, dass Unfälle oder Krankheiten ausgeschlossen wären. Sollte es während der Reise dazu kommen und eine stationäre Aufnahme in eine Klinik notwendig sein, erfolgt diese in der Regel in ein staatliches Krankenhaus, wenn der oder die Patientin nicht in der Lage ist, sich zu verständigen.

Grundsätzlich werden lebenserhaltende Maßnahmen immer durchgeführt, unabhängig vom Versicherungsstatus der Person. Dies gilt auch für Ausländer. Allerdings werden alle weiteren Behandlungsschritte, wie auch der Krankentransport im Ambulanzfahrzeug, in Rechnung gestellt. Ohne Auslandskrankenversicherung wird das eine teure Angelegenheit, wobei es in australischen Krankenhäusern üblich ist, Vorkasse zu verlangen. Bei Ausländern bestehen australische Krankenhausleitungen und Klinikchefs meist sogar auf Bargeld, es sei denn, die gezückte Kreditkarte stammt von einer australischen Bank.

Mit einer Auslandskrankenversicherung in ein australisches Krankenhaus gehen?

Krankenhaus in Melbourne (Australien)

In das Land der Kängurus und Koalabären, der Dingos, der Wombats und der Kookaburras ohne Auslandskrankenversicherung zu reisen, ist durchaus als fahrlässig gegenüber der eigenen Gesundheit zu bezeichnen. Nicht, dass die aufgeführten endemischen Tierarten Australiens eine Gefahr darstellen, aber Unfälle und Krankheiten sind auch in Australien möglich. Allerdings werden solche Vorfälle in Australien für Ausländer richtig teuer. Ohne Auslandskrankenversicherung kann ein Unfall oder eine schwere Krankheit gleichzeitig der finanzielle Ruin sein.

Meistens wird in australischen Krankenhäusern und Kliniken zuerst über Geld geredet, denn auf dem fünften Kontinent ist Vorkasse bei medizinischen Behandlungen in Kliniken üblich. Darum sollte es vor einer Australienreise auch nicht irgendeine Auslandskrankenversicherung sein, sondern eine, die den Gepflogenheiten des Landes entgegenkommt. Etwa in der Form, dass auf die anstehenden Behandlungskosten Vorschüsse ausgezahlt werden oder direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet wird.

Medizinische Behandlungen, Medikamente und auch der Stundensatz von Ambulanzfahrzeugen in Australien entsprechen ungefähr den Kosten in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Mehrere tausend australische Dollar kommen da schnell zusammen und wer trägt so viel Bargeld mit sich herum oder hat überhaupt so viel auf der hohen Kante?  Die öffentlichen Krankenkassen der DACH-Länder können da nicht helfen. Sie erstatten zwar Behandlungskosten gemäß den im jeweiligen Heimatland festgelegten Sätzen, jedoch eben erst im Nachhinein.

Ein weiterer wichtiger Faktor in einer Auslandskrankenversicherung für eine Australienreise ist die Option der Auslandsrückholung. Die sollte unbedingt in der Police mit dabei sein. Auch wenn australische Privatkliniken einen hohen Standard besitzen und Englisch gesprochen wird, ist es eben nicht das Krankenhaus in der Heimat, in das Verwandte und Freunde zu Besuch kommen können, ohne den halben Erdball umrunden zu müssen. Allein schon um die Kosten eines Ambulanzfluges decken zu können, ist die richtige Auslandskrankenversicherung mehr als Gold wert.

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