Auf Bali zum Arzt gehen

Bali, der Name der Insel reiht sich in der Vorstellung vieler Europäer in die Orte der Welt ein, die als Inbegriff der Exotik gelten. Traumziele, die das Paradies auf Erden versprechen.

Die Insel gehört zum indonesischen Inselstaat. Eine Inselkette vulkanischen Ursprungs, die im Westen mit der Insel Sumatra beginnt, an die sich Zentral-Java mit der Hauptstadt Jakarta anschließt, gefolgt von Bali, weiteren Inseln wie Lombok, Sulawesi, Kalimantan (Borneo), Timor und auf Neu-Guinea oberhalb der Nordspitze von Australien endet. Indonesien besteht aus 17508 Inseln, bewohnt werden jedoch „nur“ 6044. Auf den indonesischen Inseln leben rund 273 Millionen Menschen, damit ist Indonesien bezüglich der Bevölkerungsanzahl der viertgrößte Staat der Erde.

Bali

Auf Bali, die Insel ist mit 5780 km² etwa doppelt so groß wie das Saarland, sind 4,292 Millionen Menschen beheimatet. Geografisch ist Bali von Vulkankegeln geprägt. Der höchste Vulkan, der Gunung Agung, ist 3142 m hoch.  Er brach zuletzt im Jahr 2018 aus. Der Vulkan ist jedoch vom touristischen Zentrum der Insel im Süden über 50 Kilometer entfernt.

Jährlich besuchen rund 6 Millionen Touristen die Insel Bali (Stand 2019), hauptsächlich um das ausgeprägte Strand- und Nachtleben der Tourismus-Hochburgen Denpasar, Kuta und Jimbaran zu genießen. Aus Europa sind es vor allem Niederländer und Deutsche, die hier auf Bali, rund 400 Kilometer unterhalb des Äquators, die immerwährende Wärme dieser Klimazone schätzen. Das äquatoriale Klima ist jedoch nicht für jedermann geeignet, was hin und wieder dazu führt, dass einige Besucher einen Arzt benötigen. Auch Unfälle lassen sich selbst im Paradies Bali nicht immer vermeiden.

Wie ist das Gesundheitssystem auf Bali aufgebaut?

Arztbesuch auf Bali

Der Staat gibt etwa 3 % des BIP für medizinische Einrichtungen aus. Allerdings besteht kein Anspruch auf kostenlosen Zugang zu medizinischen Leistungen. Vielmehr kann der oder die Patientin durch entsprechende Eigenleistung auch mehr staatliche medizinische Hilfe „erkaufen“. Das bedeutet, dass die gut 20 % sehr armen Menschen in der indonesischen Bevölkerung praktisch keinen Zugang zu ärztlicher Gesundheitsversorgung haben. Darum erfreuen sich in Indonesien Naturheilmittel und Wunderheiler großen Zulaufs, die gerade in den sehr armen, ländlichen Regionen des Landes oft mit Naturalien bezahlt werden. Die Regierung verspricht seit Jahren eine Reformation des Gesundheitssystems, hat sich dazu jedoch erst das Jahr 2030 als Ziel gesetzt.

Auf Bali ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Ärzte mit universitärer Ausbildung finden sich vor allem in den urbanen Gebieten Balis, also wiederum in Denpasar, Kuta und Jimbaran. Sehr oft sind sie in direkter Nachbarschaft von Apotheken angesiedelt, jedoch sollten keine festen Öffnungszeiten erwartet werden: Vielmehr wird im Bedarfsfall mittels stiller Post der Arzt „herbeigerufen“. Eine Visitation kostet für Europäer circa 30 Euro. Es wird grundsätzlich nur die direkte Bezahlung der Leistungen akzeptiert.

Es darf kein westlicher Standard erhofft werden, weder in Bezug auf die Hygiene noch auf die Behandlung. In Indonesien sind mitunter Medikamente zugelassen, die in Europa längst verboten sind. Wie in vielen anderen Ländern mit niedrigem gesundheitlichen Niveau werden auch in Indonesien gerne starke Antibiotika als Allheilmittel verschrieben.

Ein weiteres Problem ist die sprachliche Barriere: Dass der Arzt oder die Ärztin perfektes Englisch oder etwa sogar Deutsch spricht, darf nicht erwartet werden. Bei wirklich kritischem Gesundheitszustand ist es ratsam, einen Dolmetscher mitzunehmen, der im besten Fall Deutsch und Indonesisch beherrscht. Die Suche nach deutschen Ärzten, die sich vielleicht auf Bali niedergelassen haben und dort praktizieren, ist vergeblich. Es gibt einen deutschen Arzt in der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Jakarta auf der Nachbarinsel Java, der auch Hausbesuche macht. Dass er jedoch den langen Weg nach Bali antritt, ist eher unwahrscheinlich.

Auf Bali mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Wie bereits erwähnt spielt der Versicherungsstatus bei einem Arztbesuch auf Bali keine Rolle. Die Behandlung muss bar bezahlt werden, ebenso Medikamente. Immerhin erstattet eine Auslandskrankenversicherung die anfallenden Kosten gegen Einreichung der Rechnungen vollständig. Die staatlichen Krankenkassen tun dies leider häufig nur anteilig.

Ein weiterer Vorteil einer Auslandskrankenversicherung für die Reise nach Bali ist die Option der Auslandsrückholung, wenn statt einer ambulanten Behandlung ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus notwendig ist. Wenn es sich nur um eine Magenverstimmung handelt, reichen in der Regel Kohletabletten aus, die sich in jeder Apotheke und auch Drogerien erwerben lassen, ganz ohne Arztbesuch. Allerdings ist es im Allgemeinen immer besser, im Krankheitsfall die Ambulanz eines Krankenhauses aufzusuchen.

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