In Brasilien ins Krankenhaus gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Brasilien: das große und vielfältige Tropenparadies 
  2. Wie steht es um staatliche oder private Krankenhäuser in Brasilien?
  3. Ein Krankenhausaufenthalt in Brasilien ohne Auslandskrankenversicherung?
  4. Ein Krankenhausaufenthalt in Brasilien mit Auslandskrankenversicherung?

Brasilien: das große und vielfältige Tropenparadies 

Warum pro Jahr nur etwa 5 bis 6 Millionen Gäste Brasilien einen Besuch abstatten, liegt wohl daran, dass eine Flugreise dorthin recht teuer ist. Für Badeurlauber liegen da die karibischen Inseln näher und sind günstiger zu erreichen. Aber auch die touristische Infrastruktur im Land ist nur unzureichend ausgebaut, ausgenommen beispielsweise die Hochburg Rio de Janeiro oder das futuristische Brasilia.

Ro de Janeiro

Wer jedoch einmal die pure Lebenslust der Brasilianer erleben durfte, ist davon angesteckt und nicht selten folgt der ersten Brasilienreise eine zweite. Denn das Land ist so groß und vielfältig, dass selbst ein ganzes Leben nicht ausreicht, alles darin kennenzulernen. Allerdings besitzt Brasilien für Besucher auch Schattenseiten: etwa die hohe Kriminalitätsrate oder das chaotische Verkehrswesen. Brasilien findet sich regelmäßig unter den 5 Ländern mit der höchsten Zahl an Verkehrstoten. Daneben ist ein Tropenparadies wie Brasilien dank hoher Temperaturen einhergehend mit hoher Luftfeuchtigkeit auch ein Paradies für Bakterien, die unterschiedliche Krankheiten übertragen können. Es kann also durchaus passieren, dass ein Besuch Brasiliens im Krankenhaus endet.

Wie steht es um staatliche oder private Krankenhäuser in Brasilien?

Krankenhaus in Brasilien

Die Gesundheitsversorgung des größten Teils der Bevölkerung und damit auch der Unterhalt öffentlicher Krankenhäuser, liegen in den Händen des staatlichen Gesundheitssystems, dem Systema Único de Saúde (SUS). Von den rund 212 Millionen Brasilianern nehmen etwa 165 Millionen die staatliche, kostenlose Versorgung in Anspruch. Kostenlos bedeutet in Brasilien tatsächlich kostenlos und dies nicht nur für Brasilianer, sondern für jede Person die sich im Land aufhält. Das Problem ist jedoch, dass der öffentliche Gesundheitssektor hoffnungslos unterfinanziert ist und sich damit nicht wenige Krankenhäuser in einem desaströsen Zustand befinden.

Ganz anders zeigt sich der private Gesundheitssektor Brasiliens: Vor allem in den Großstädten des Landes sind personell und technisch gut ausgestattete Privatkliniken jeglicher Fachrichtung zu finden, welche den rund 25 % privat Krankenversicherten oder Selbstzahlern Brasiliens offen stehen.

Ein Krankenhausaufenthalt in Brasilien ohne Auslandskrankenversicherung?

Brasilien besitzt mit Deutschland zwar ein Sozialversicherungsabkommen, das bezieht sich jedoch nur auf die Rentenbezüge und nicht auf die Krankenversicherung der Kassen. Wer als Deutscher oder Deutsche in Brasilien folglich in ein Krankenhaus muss und über keine Auslandskrankenversicherung verfügt, kann die kostenlosen staatlichen Krankenhäuser in Anspruch nehmen oder als Selbstzahler eine Privatklinik aufsuchen.

Allerdings ist die Behandlung in den staatlichen Krankenhäusern sehr mangelhaft und in den privaten Kliniken sehr teuer. Dabei gilt in den privaten Kliniken das Prinzip der Vorkasse. Wer folglich nicht über ausreichende Barmittel verfügt, geht ein hohes Risiko ein, wenn er oder sie ohne Auslandskrankenversicherung nach Brasilien reist.

Ein Krankenhausaufenthalt in Brasilien mit Auslandskrankenversicherung?

Für Reisende mit einer Auslandskrankenversicherung finden sich in den größeren Städten Brasiliens private Kliniken unterschiedlicher Fachrichtungen mit guter bis sehr guter medizintechnischer und personeller Ausstattung. Ob eine privat versicherte Person in einer brasilianischen Klinik in Vorkasse gehen muss oder die Verwaltung direkt mit dem Versicherer abrechnet, lässt sich nicht ohne weiteres verifizieren. Das ist von Versicherer zu Versicherer und von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Am besten ist es, vor Antritt der Reise nach Brasilien beim Versicherer nachfragen, ob es dort Vertragskliniken gibt.

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