In Bulgarien ins Krankenhaus gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie funktioniert das Gesundheitssystem in Bulgarien?
  2. In ein bulgarisches Krankenhaus ohne Auslandskrankenversicherung
  3. In ein bulgarisches Krankenhaus mit Auslandskrankenversicherung

Am Goldstrand oder am Sonnenstrand, den beiden berühmtesten Stränden Bulgariens am Schwarzen Meer, das herrliche Sommerwetter zu genießen: Das ist ein Privileg, das immer mehr Menschen aus Mitteleuropa in Anspruch nehmen. Bezüglich Tourismus ist die bulgarische Küste mit den Städten Warnas und Burgas eine Boom-Region in der EU: Vor allem die günstigen Preise locken Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern. Dabei wird die Infrastruktur beständig ausgebaut. Schöne neue Hotelanlagen überzeugen ebenso wie ein gutes Kulturangebot. So ist die türkische Metropole Istanbul nur etwa 200 Kilometer von Burgas entfernt und kann bequem per Tagesausflug erreicht werden. 

Warna

Wer etwas tiefer in die Historie Bulgariens eindringen will, dem ist ein Besuch der Hauptstadt Sofia zu empfehlen. Die uralte Handelsstadt erzählt mit ihren Bauten von Römern, Osmanen, Goten und Hunnen, die hier über Jahrtausende hinweg ihre Spuren hinterließen. Ebenso interessant ist aber auch die Warna-Kultur, deren Zentrum ein riesiges Gräberfeld westlich von Warna ist. Archäologen fanden hier die Überreste der ersten europäischen Hochkultur und auch den weltweit ältesten von Menschen gefertigten Goldschmuck. Bulgarien ist in jeder Hinsicht ein lohnendes Reiseziel, das pro Jahr rund 11 Millionen Besucher empfängt. Bei so vielen Menschen ist es jedoch kein Wunder, dass manchmal ein Arzt benötigt wird oder sogar ein Krankenhausaufenthalt nicht zu vermeiden ist.

Wie funktioniert das Gesundheitssystem in Bulgarien?

In Bulgarien wird über eine einheitliche Krankenkasse, die sich aus Mitgliedsbeiträgen und staatlichen Zuschüssen finanziert, die Versorgung mit medizinischen Leistungen gesteuert. Dazu gehören auch staatliche Krankenhäuser. Besucher aus EU-Mitgliedsländern können unter Vorlage der europäischen Krankenversichertenkarte über das Sozialversicherungsabkommen die gleichen Leistungen wie Bulgaren in den Krankenhäusern in Anspruch nehmen. Bezahlt werden dabei nur die in Bulgarien geltenden Tagespauschalen von rund 4 Euro und dies auch nur für maximal 10 Tage. Zusätzlich bestehen privat finanzierte Kliniken aller Fachrichtungen.

In der Realität aber zeigt sich das staatliche Krankenhauswesen Bulgariens vor allem durch Ärztemangel und eine miserable finanzielle Ausstattung geprägt. Viele Ärzte verlassen aufgrund der sehr schlechten Bezahlung das Land und auch die Krankenhäuser selbst befinden sich auf einem Jahrzehnte alten Standard in Technik und Pflege. Wer es sich im Armenhaus Europas, Bulgarien hat das geringste Bruttoinlandsprodukt aller EU-Länder, leisten kann, geht in eine privat finanzierte Klinik.

Krankenhaus in Bulgarien

In ein bulgarisches Krankenhaus ohne Auslandskrankenversicherung

Wer als EU-Bürger nur die europäische Krankenversichertenkarte in Bulgarien vorlegen kann, um bei einem notwendigen Krankenhausaufenthalt die Kosten der Krankenkasse aufzubürden, erhält die gleichen Leistungen wie die Bulgaren ohne zusätzliche Krankenversicherung. Diese staatlich finanzierten Leistungen sind jedoch kaum ein Garant für gute medizinische Versorgung. Mit wenigen Ausnahmen sind staatliche bulgarische Krankenhäuser durch Mangel, Personalflucht und Verfall in jedem Bereich gezeichnet.

Wer nun ohne Auslandskrankenversicherung eine bessere medizinische Versorgung wünscht, ist natürlich in einer privaten bulgarischen Klinik genauso gut aufgehoben wie beispielsweise in Deutschland, es muss jedoch alles aus eigener Tasche bezahlt werden.

In ein bulgarisches Krankenhaus mit Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung kostet nur wenige Euro, sorgt aber im Ernstfall dafür, dass eine gute medizinische Versorgung gesichert ist. In Sofia sowie in den Regionen Burgas und Warna finden sich mehrere private Kliniken, die mit Auslandskrankenversicherungen vertraglich verbunden sind und alle Leistungen erbringen, ohne dass der oder die Patientin in Vorkasse treten muss. Aber selbst wenn Vorkasse geleistet werden muss, wird das Geld später wieder zurückerstattet und die Gesundheit ist nicht gefährdet. Daneben spricht noch ein gewichtiges Argument für die zusätzliche Auslandskrankenversicherung: die Option der Auslandsrückholung, also die ambulante Verlegung aus Bulgarien in ein heimisches Krankenhaus.

Zurück zur Übersicht