In der Dominikanischen Republik zum Arzt gehen

Als Christoph Columbus im Jahr 1492 den westlichen Seeweg nach Indien suchte, stieß er auf den Doppelkontinent, der später Amerika heißen sollte. Er landete zuerst auf einer zu den Bahamas gehörenden Insel, doch die erste Befestigung ließ er auf der Insel Hispaniola errichten, genauso wie die erste von Europäern in Amerika errichtete Stadt, Santo Domingo. Diese Stadt ist nun, mehr als 500 Jahre später, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik, die sich zusammen mit Haiti im Westen die Insel Hispaniola teilt.

Columbus-Statue

Heute ist die Dominikanische Republik ein Inselstaat in der Karibik, der für viele Reisende aus den USA, Kanada und Europa der Inbegriff des Karibikurlaubs darstellt. Zahlreiche Strände, kristallklares Wasser, geheimnisvolle Dschungel mit zauberhaften Wasserfällen, Hotels in jeder Preisklasse und eine gut ausgebaute Infrastruktur locken jährlich etwa 10 Millionen Touristen an. Die Dominikanische Republik liegt auf dem 20. Breitengrad und damit in der subtropischen Zone. Badewetter ist deshalb das ganze Jahr über, die Hochsaison sind dabei jedoch die Wintermonate, in denen frierende Mitteleuropäer und Nordamerikaner den Kühlschranktemperaturen in ihrer Heimat entfliehen.

Die Schönheit der Insel beziehungsweise der Dominikanischen Republik ist geradezu sprichwörtlich und Kolumbus selbst soll gesagt haben, dass er nie einen schöneren Ort auf der Welt erblickte. Aber auch noch so viel Schönheit kann nicht garantieren, dass es während des Karibik-Urlaubs in der Dominikanischen Republik zu einem Unfall oder zu einer Erkrankung kommen kann, die eine ärztliche Behandlung notwendig macht.

Wie steht es mit der Gesundheitsversorgung in der Dominikanischen Republik?

Im Gegensatz etwa zu Deutschland gibt es in der Dominikanischen Republik kaum einzelne Arztpraxen, ausgenommen Zahnärzte oder Veterinäre. Vielmehr schließen sich die privat praktizierenden Mediziner in den größeren Städten und Gemeinden zu Ärztehäusern zusammen, unter deren Dach sich verschiedene Fachrichtungen finden. Das staatliche Gesundheitswesen baut hauptsächlich auf Hospitälern in Städten und großen Gemeinden auf, unter deren Dach auch ambulante ärztliche Behandlungen erfolgen. Krankenkassen oder ähnliche staatliche Gesundheitsorganisationen gibt es nicht.

Jede in der Dominikanischen Republik lebende Person kann die ärztliche oder klinische Behandlung kostenfrei in Anspruch nehmen. Allerdings ist die medizinische staatliche Infrastruktur meist sehr veraltet und auch die Ausbildung des medizinischen Personals lässt oft zu wünschen übrig. Im privaten medizinischen Sektor befinden sich Technik und Ausbildung auf dem neuesten Stand, wobei hier eine massive Konzentration in den Großstädten und Touristenzentren zu finden ist, jedoch sich der ländliche Raum stark unterversorgt zeigt.

Ein Arztbesuch ohne Auslandskrankenversicherung in der Dominikanischen Republik

Wer sich als Reisender / Reisende in der Dominikanischen Republik verletzt oder erkrankt und medizinische Hilfe benötigt, wird in der Regel an privat praktizierende Ärzte verwiesen. Diese bieten ihre Leistungen grundsätzlich nur gegen Barzahlung oder Kreditkartenzahlung an. Dafür offerieren sie eine adäquate Behandlung. Die Inanspruchnahme der kostenfreien staatlichen medizinischen Versorgung ist in vielerlei Hinsicht ein Glücksspiel mit ungewissem Ausgang, vor allem, wenn der oder die Patientin kein Spanisch kann. Englisch als Zweitsprache ist in der Dominikanischen Republik nur wenig verbreitet, was wiederum auf das marode Schulsystem zurückzuführen ist.

Ohne Auslandskrankenversicherung kann bei Vorhandensein ausreichender Barmittel der private, besser strukturierte medizinische Sektor genutzt werden. Für Personen ohne Bargeld oder ausreichend gedecktes Kreditkartenkonto bleibt nur die staatliche medizinische Versorgung, wobei grundsätzlich immer Nothilfe geleistet wird, soweit sich diese mit der meist spärlichen Ausstattung realisieren lässt.

Ein Arztbesuch mit Auslandskrankenversicherung in der Dominikanischen Republik

Grundsätzlich sollte vor einer Reise in die Dominikanische Republik eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Die europäische Krankenversichertenkarte besitzt in der Dominikanischen Republik keine Gültigkeit. Auch wenn immer die Behandlungskosten direkt gegen Rechnung bezahlt werden müssen, lassen sich die Beträge so wieder im Nachhinein von der Versicherung zurückholen. Im Verhältnis zu Mitteleuropa und den USA oder Kanada sind die anfallenden Behandlungskosten relativ niedrig, nicht jedoch Medikamente, die mit oder ohne Rezept immer voll zu bezahlen sind. Aber auch diese Beträge lassen sich über die Auslandskrankenversicherung nach der Reise erstatten, dafür müssen jedoch alle Belege und Rechnungen gesammelt werden.

Im schlimmsten Fall beinhaltet die Auslandskrankenversicherung meist noch die Option der Kostenerstattung einer Auslandsrückholung. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn in einem subtropischen Land wie der Dominikanischen Republik kann beispielsweise aus einer leichten Infektion durchaus eine größere Sache erwachsen, die besser in der Heimat auskuriert wird.

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