In England zum Arzt gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie sieht im Allgemeinen die Gesundheitsversorgung in England aus?
  2. Wie funktioniert ein Arztbesuch ohne Auslandskrankenversicherung in England?
  3. Der Arztbesuch in England mit Auslandskrankenversicherung?

Seit dem 1. Januar 2021 ist England nun endgültig raus aus der EU. Deswegen sind aber nicht alle Verbindungen gekappt: Zwischen dem Inselstaat und der EU besteht ein Partnerschaftsabkommen, das offiziell zum 1. Mai 2021 in Kraft trat, aber bereits zuvor, also in der Zeit von Januar bis April 2021, funktionierte. Auch die Gesundheitsversorgung von EU-Bürgern, die sich Zeitweise in England aufhalten, ist darin geregelt.

Gesundheitsversorgung ENgland

Wie sieht im Allgemeinen die Gesundheitsversorgung in England aus?

In England erfolgt die Steuerung der Gesundheitsversorgung nicht über einzelne Krankenkassen wie in Deutschland, sondern über den NHS, den National Health Service. Das öffentliche Gesundheitssystem in England wird aus Steuergeldern finanziert und nicht aus Mitgliedsbeiträgen der Versicherten. Ärztliche Leistungen werden direkt mit dem NHS abgerechnet und sind für englische Bürger kostenlos, ausgenommen davon sind Zahnbehandlungen, Sehhilfen und Medikamente. Hier gelten Zuzahlungsregeln. Dies gilt auch für EU-Bürger, wobei die Europäische Krankenversichertenkarte weiterhin ihre Gültigkeit besitzt. Wer sich in England zu einem Arzt begibt, muss sich zunächst telefonisch anmelden, es kann jedoch durchaus dauern bis es zur Behandlung oder Untersuchung kommt, zumal die freie Arztwahl eingeschränkt ist.

Termine dürfen nur mit Allgemeinmedizinern vereinbart werden, deren Praxen sich im jeweiligen Postleitzahlenbereich befinden. Der Allgemeinarzt, in England GP oder General Practitioner genannt, überweist im Bedarfsfall an den Facharzt oder meist direkt in eine Klinik.

Bei dringenden Fällen, die aber noch kein Fall für eine Klinikambulanz sind, gibt es sogenannte Walk-In-Centres. Aber auch dort kann es Stunden dauern, bis eine Behandlung erfolgt und oft erfolgt die Behandlung dann durch die Krankenschwestern vor Ort, die in England weit mehr Behandlungskompetenz besitzen als in Deutschland. 

Es gibt neben dem NHS in England aber auch private Krankenversicherungen, deren Mitglieder in Arztpraxen und Kliniken auf eine bevorzugte Behandlung hoffen dürfen. Allerdings ist Vorkasse beziehungsweise die direkte Bezahlung der Leistungen üblich, um sich dann das Geld im Nachhinein von der Versicherung erstatten zu lassen.

Wie funktioniert ein Arztbesuch ohne Auslandskrankenversicherung in England?

Touristen oder Geschäftsreisende, die bei ihrem Aufenthalt in England die Dienste eines Arztes benötigen, werden wohl aufgrund der Dringlichkeit eines der Walk-In-Centres aufsuchen. Ohne Krankenversicherung, ob nun EHIC-Karte der deutschen Krankenkasse oder private Auslandskrankenversicherung, wird die Behandlung direkt in bar oder per Kreditkarte bezahlt werden müssen, wobei fehlende Barmittel dazu führen, das sicher eine Notfallbehandlung erfolgt, mehr aber auch nicht.

Der Arztbesuch in England mit Auslandskrankenversicherung?

Für privat versicherte Personen verkürzen sich die sonst in England üblichen langen Wartezeiten in Arztpraxen und Walk-In-Centres erheblich. Auch wenn in Vorkasse gegangen werden muss, lohnt sich die zusätzliche Auslandskrankenversicherung, zumal sie nicht nur viele Stunden Wartezeit einspart, sondern auch die freie Arztwahl ermöglicht. Je nachdem besteht aber auch die Chance, dass der oder die englische Ärztin direkt mit dem Versicherer abrechnet.

Vor der Reise nach England ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung immer zu empfehlen, wobei auch gleich nachgefragt werden sollte, ob es Vertragsärzte und Kliniken der jeweiligen Versicherung in England gibt. Immerhin gehörte und gehört England auch nach dem Brexit zu den wichtigsten Reisezielen deutscher und umgekehrt englischer Touristen und Geschäftsreisender nach Deutschland, wodurch über viele Jahrzehnte hinweg ein enges Netzwerk im Bereich der privaten Krankenversicherer entstand, unabhängig vom Brexit und seinen Folgen.

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