In Frankreich zum Arzt gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Die europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) 
  2. In Frankreich zum Arzt gehen, wie funktioniert das Honorarwesen?
  3. In Frankreich zum Arzt gehen mit einer Reisekrankenversicherung
  4. Rückholung aus Frankreich

Frankreich und Deutschland haben eine rund 450 km lange gemeinsame Grenze und noch einiges mehr an Gemeinsamkeiten. Frankreich als das flächenmäßig größte Land der Europäischen Union sowie Deutschland mit den meisten Einwohnern sind die Motoren, welche die Gemeinschaft der 27 Staaten antreiben. Sie sind zugleich auch die jeweils wichtigsten gegenseitigen Handelspartner innerhalb der europäischen Gemeinschaft.

Bezüglich des Gesundheitssystems und der medizinischen Versorgung bestehen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Ländern, aber auch Unterschiede, wobei es beiderseits des Rheins durchaus komplizierte Regelungen gibt. Für den zeitweiligen Aufenthalt in Frankreich, etwa ein Urlaub in Nizza oder ein geschäftliches Meeting in Paris, ist vor allem ein Thema wichtig, wenn es darum geht, in Frankreich zum Arzt zu gehen: 

Die europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) 

Die EKVK wird von der jeweiligen Krankenkasse in Deutschland auf Antrag ausgestellt oder ist bereits auf der Rückseite der Versicherungskarte eingetragen. Mit der EKVK erhalten Patienten aus dem EU-Ausland in Frankreich die gleichen medizinischen Leistungen wie die Franzosen selbst und haben sogar noch einen Vorteil gegenüber den Einheimischen.

Das französische Gesundheitssystem sieht eine sehr strenge Hausarztregel vor. Als Franzose oder dauerhaft im Land lebende Person wird beim ersten Besuch eines Allgemeinmediziners dieser als Hausarzt festgelegt. Dieser Hausarzt übernimmt dann bei Krankheiten, die er oder sie nicht selbst behandelt, die Überweisung an einen Facharzt

Wer sich nicht daran hält, muss ein höheres Arzthonorar bezahlen. Diese Regelung kann natürlich für Reisende nicht gelten, weshalb der Besucher Frankreichs mit seiner oder ihrer EKVK den niedergelassenen Arzt der eigenen Wahl aufsuchen kann.

Arzt und Patient

In Frankreich zum Arzt gehen, wie funktioniert das Honorarwesen?

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Krankenkasse direkt mit dem Arzt abrechnet, bezahlt der Patient in Frankreich zunächst bar oder mit Kreditkarte alle vom Arzt erbrachten Leistungen. Nach der Behandlung wird ein Behandlungsschein ausgestellt, der wiederum bei der örtlichen französischen Krankenkasse zur Rückerstattung eingereicht wird. Eventuell benötigte und in der nächsten Apotheke erworbene Medikamente werden vom Apotheker gleichermaßen auf den Behandlungsschein eingetragen, so dass der Krankenkasse alle benötigten Informationen auf einen Blick vorliegen. Die Rückerstattung durch die französischen Kassen erfolgt üblicherweise bargeldlos auf das Bankkonto des oder der Einreichenden.

Allerdings werden nur etwa 70 % der Kosten für den Arztbesuch und zwischen 15 und 100 % der Medikamentenkosten erstattet. Um hier insgesamt auf 100 % zu kommen, sind Zusatzversicherungen notwendig.

In Frankreich zum Arzt gehen mit einer Reisekrankenversicherung

Auch wenn Frankreich als direkter Nachbar und EU-Mitglied dem oder der Reisenden aus anderen EU-Ländern den Zugang zu seinem Gesundheitssystem gewährt und ein Teil der Kosten erstattet werden, lohnt es sich trotzdem, vor dem Trip eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Es gibt in Frankreich, nämlich zwei unterschiedliche Arten der Zulassung für Ärzte: den „Conventionné secteur 1" und den „Conventionné secteur 2".

Der Arzt mit der Zulassung 1 ist an die Tarife der Kasse gebunden, während der französische Ärzte mit der Zulassung 2 nicht an diese Tarife gebunden ist. 

Die Erfahrung zeigt, dass im Segment der Zulassung 2 die besseren Ärzte mit einer ebenso besser ausgestatteten Praxis angesiedelt sind.

 Diese verlangen ein höheres Honorar, das aber von den Kassen nur bis zur Höhe der Grundgebühren erstattet wird. Über die Reisekrankenversicherung können die höheren Kosten einer bestmöglichen ärztlichen Versorgung erstattet werden, aber nicht nur das.

Rückholung aus Frankreich

Enthält die Reisekrankenversicherung die zusätzliche Option des Ambulanz-Rücktransports, können die Kosten für die Verlegung aus einem französischen Krankenhaus in eine deutsche Klinik erstattet werden, wenn der behandelnde Arzt in Frankreich dies als medizinisch sinnvoll erachtet und es in dieser Form in den AGBs der Versicherungspolice formuliert ist.

Eine Rückholung kann zum Beispiel durch die Ambulanzflug-Zentrale erfolgen, welche die komplette Verlegung von Bett zu Bett organisiert. In einem Beratungsgespräch geben wir Ihnen gerne alle gewünschten Informationen und erstellen Ihnen auf Wunsch ein unverbindliches Angebot.

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