In Italien zum Arzt gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin in Italien
  2. In Italien zum Arzt gehen ohne Auslandskrankenversicherung
  3. In Italien zum Arzt gehen mit Auslandskrankenversicherung

Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin in Italien

Das italienische Gesundheitssystem wird in erster Linie durch Steuern finanziert und soll jedem Italiener eine kostenlose Grundversorgung ermöglichen. Auf lokaler Ebene laufen alle Fäden bei der örtlichen Azienda Sanitaria Locale (ASL) zusammen. Die Hausärzte des staatlichen Systems haben entweder eine Kooperation mit ihr abgeschlossen oder sind direkt bei der ASL beschäftigt. Die technische Ausstattung der Hausarztpraxen ist eher schlicht: Für viele Untersuchungen, die in Deutschland direkt beim Hausarzt durchgeführt würden, benötigt man in Italien eine Überweisung zum Facharzt.

In Italien zum Arzt gehen

Fachärzte sind entweder an Krankenhäuser angeschlossen oder in großen Ärztehäusern zu finden. Allerdings wartet man hier als Patient oft monatelang auf einen Termin. Um dieses Warten zu umgehen, weichen viele Italiener auf die Notaufnahme eines Krankenhauses aus. Doch damit verlagern sie das Problem nur, denn durch die vielen Nicht-Notfallpatienten ist auch hier mit hohen Wartezeiten zu rechnen.

Übrigens: Völlig kostenlos ist das staatliche Gesundheitssystem Italiens für den Patienten nicht. Für viele Leistungen ist eine Zuzahlung – oft Ticket genannt – nötig, deren Höhe auf regionaler Ebene festgelegt wird. Auch eine Rezeptgebühr ist üblich.

In Italien zum Arzt gehen ohne Auslandskrankenversicherung

Die europäische Gesundheitskarte EHIC ist auch in Italien gültig und ermöglicht Reisenden aus der EU eine kostenlose Behandlung. Die Zuzahlungen sind allerdings die gleichen wie für italienische Patienten. Touristen können mit der EU-Gesundheitskarte direkt zu einem Hausarzt gehen. Eine entsprechende Liste erhalten Sie in der lokalen ASL. Bei Bedarf nimmt der staatliche Hausarzt dann eine Überweisung zum Spezialisten vor.

Touristisch gut erschlossene Regionen unterhalten teilweise gesonderte Arztpraxen für Patienten aus dem Ausland. Hier ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, mit dem Arzt in der eigenen Muttersprache oder auf Englisch sprechen zu können.

Natürlich existieren in Italien auch private Arztpraxen, die den Touristen ebenso zur Verfügung stehen wie den Einheimischen. Um die oft langen Wartezeiten der staatlichen Ärzte zu umgehen, kann sich ein Besuch beim Privatarzt durchaus lohnen. Allerdings hat dieses Vorgehen seinen Preis, denn die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung in der Heimat nicht übernommen.

In Italien zum Arzt gehen mit Auslandskrankenversicherung

Wer eine Auslandskrankenversicherung besitzt, muss sich um die Kosten von medizinischen Behandlungen in Italien normalerweise keine Gedanken machen. Alle Kosten werden von der Auslandskrankenversicherung erstattet – auch diejenigen für die Behandlung in privaten Arztpraxen. Dies gilt allerdings meist nur für neu auftretende Krankheiten. Die Behandlung bestehender Erkrankungen, die sich womöglich in Italien verschlimmern, ist durch die Policen in der Regel ausgeschlossen.

Auch andere Leistungen können durch die Versicherungsbedingungen ausgenommen sein, so dass es wichtig ist, die eigene Police gut zu kennen. Beispielsweise übernehmen manche Versicherungen eine Auslandsrückholung aus Italien nur, wenn sie medizinisch notwendig ist. Andere Policen greifen schon in medizinisch sinnvollen Fällen.

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