Auf Korsika zum Arzt gehen

Beim Blick auf eine Karte des Mittelmeeres würde wohl jeder Korsika Italien zuordnen. Die Insel liegt nur etwa 80 Kilometer von der westlichen Küste des italienischen Stiefels entfernt und die ebenfalls italienische Insel Sardinien ist von ihr sogar nur durch eine 12 Kilometer breite Meerenge getrennt.

Doch Korsika ist französisches Hoheitsgebiet und dies seit 1769. Zuvor verkauften die Genueser die Insel an Frankreich. Das Jahr 1769 war zugleich das Geburtsjahr des mit weitem Abstand berühmtesten Korsen: Napoleon Bonaparte, der bis heute ein bedeutendes Zugpferd im Korsika-Tourismus darstellt.

Korsika

Etwa 2 Millionen Touristen besuchen die Insel pro Jahr. Zu 70 % sind dies Festland-Franzosen, gefolgt von Italienern mit rund 20 % und etwa 10 % deutscher Urlauber. Im Gegensatz zu den anderen großen Mittelmeerinseln ist Korsika kaum vom Massentourismus geprägt. Große Hotelburgen gibt es hier nicht, dafür wird überall in der schönen Natur Korsikas Camping angeboten. Auf der anderen Seite sind etwa 40 % aller Einfamilienhäuser auf Korsika Zweitwohnungen von Franzosen, die meist nur in den Sommermonaten hierherkommen.

Obwohl die Insel nur 183 Kilometer lang und maximal 83 Kilometer breit ist, besitzt sie eine Küstenlänge von über 1000 Kilometer und sie steigt bis zu 2700 m aus dem Meer empor. Die beeindruckende Landschaft zieht vor allem Naturliebhaber an. Doch während einer Wanderung durch die Wälder der Insel kann es schon einmal zu plötzlichen Unfällen kommen und natürlich sind auch Krankheiten nie ganz auszuschließen.

Wie steht es mit der Gesundheitsversorgung auf Korsika?

Das französische Gesundheitssystem gilt auch für Korsika. Die etwa 340.000 Einwohner der Insel leben zu fast 50 % in den 8 größten Städten Korsikas:

  • Ajaccio
  • Bastia
  • Porto-Vecchio
  • Borgo
  • Biguglia
  • Corte
  • Calvi
  • Furiani

Bis auf Corte liegen die Orte alle an der verkehrstechnisch gut ausgebauten Küste. In diesen Städten findet sich zumindest je ein Allgemeinmediziner, in den beiden größeren Städten Ajaccio und Bastia zusätzlich verschiedene Fach-Mediziner. Die Insel verfügt über 8 staatliche Krankenhäuser, sogar eines im sehr gebirgigen Landesinneren.

Für die Folgen von kleineren Unfällen oder den Symptomen von Krankheiten werden, wie in ganz Frankreich, auch auf Korsika eher Apotheken aufgesucht. In Frankreich müssen zugelassene Apotheker ein sechsjähriges Studium der Pharmazie absolvieren und sind deshalb gut qualifiziert, das richtige Mittel zur Verfügung zu stellen.

Natürlich ersetzt dies je nach Schwere des medizinischen Vorfalls nicht den oder die Ärztin oder eine Behandlung in einem Krankenhaus auf Korsika. In Frankreich können wie in Deutschland die Ärzte gleichermaßen privat versicherte Patienten als auch Kassenpatienten behandeln. Eine strikte Trennung gibt es hier nicht.

Wie funktioniert ein Arztbesuch auf Korsika ohne Auslandskrankenversicherung?

Patient mit Doktor

Grundsätzlich sind deutsche Besucher der Insel sowie alle anderen EU-Mitglieder über die EHIC versichert, der europäischen Krankenversichertenkarte. Aber ob nun privat oder durch die Kasse versichert, bei französischen Ärzten wird die Behandlung sofort in bar oder Kreditkarte beglichen. Im Durchschnitt sind dies pro Konsultation etwa 25 Euro. Je nachdem kommen weitere Kosten für Rezepte oder Überweisungen hinzu. Der Rechnungsbeleg kann später bei der heimischen Krankenkasse oder Privatversicherung zur Erstattung vorgelegt werden.

Wer gänzlich ohne Versicherung und vielleicht sogar ohne Bargeld auf Korsika unterwegs ist und ärztliche Hilfe benötigt, ist in den Notaufnahmen der Krankenhäuser besser dran. Allerdings ist mit recht langen Wartezeiten zu rechnen und obwohl auch in den Notaufnahmen die medizinische Leistung bezahlt werden muss, wird bei ernsten Vorfällen niemand abgewiesen, der kein Geld zum Bezahlen hat.

Wie funktioniert ein Arztbesuch auf Korsika mit Auslandskrankenversicherung?

Durch die in der Regel großzügigen Erstattungsleistungen der privaten Auslandskrankenversicherung können bei einem Arztbesuch natürlich die angebotenen Leistungen genutzt werden, ohne daran denken zu müssen, ob deren Kosten denn durch die heimische Kasse ersetzt werden. Das bezieht sich gleichermaßen auf die Einnahme von Medikamenten.

Sicher gibt es dabei Leistungen, deren Kosten das bestehende Budget übersteigt. Im Zweifel kann ein Telefongespräch zwischen den Ärzten auf Korsika und der Versicherung abklären, ob diese die Leistung übernehmen. Auf der anderen Seite kann auch vor Antritt der Reise bei der Auslandskrankenversicherung nachgefragt werden, ob es Vertragsärzte oder Vertragskliniken auf Korsika gibt, die direkt mit der Versicherung abrechnen. In jedem Fall stellt der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung eine gute Idee dar, ob es nun nach Korsika in den Urlaub geht oder zu einer anderen Destination.

Die europaweit gültige Krankenversichertenkarte der Krankenkasse besitzt nicht nur bezüglich der zu übernehmenden Behandlungskosten ihre Grenzen. Manchmal können Unfälle oder Krankheiten im Ausland so schwer sein, dass ein Klinikaufenthalt notwendig ist. Viele Patienten würden aber lieber im Krankenhaus zu Hause behandelt werden, was eine sogenannte Auslandsrückholung notwendig macht.

Deren Kosten übernimmt aber eine deutsche Krankenkasse in nur sehr wenigen Fällen, und zwar dann, wenn ausgeschlossen ist, dass die Behandlung im Gastland ausgeführt werden kann. Der medizinische Standard ist jedoch in fast ganz Europa so angeglichen, dass sich derartige Fälle pro Jahr an einer Hand abzählen lassen. Eine private Auslandskrankenversicherung übernimmt dagegen die Kosten einer Auslandsrückholung fast immer. Schon allein deswegen lohnt sich ihr Abschluss vor der Reise nach Korsika.

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