In Mexiko ins Krankenhaus gehen

Moctezuma II., in Deutschland oft Montezuma genannt, ist der bekannteste, aber wohl auch der unglücklichste Aztekenherrscher im Mexiko des frühen 16. Jahrhunderts. Er wurde bei einem Aufstand der Azteken gegen die Spanier von seinen eigenen Leuten getötet und soll der Legende nach im Sterben einen Fluch ausgesprochen haben, der heute Montezumas Rache genannt wird. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um eine häufig auftretende Darminfektion, die durch Bakterien verursacht wird und zu heftigem Durchfall führt. 

Küste in Acapulco, Mexiko

Mexiko gehörte sehr früh zu den begehrten Reisezielen im modernen Ferntourismus. Schon in den 1930er-Jahren war etwa Acapulco an der Pazifikküste ein bekannter Badeort und als im Jahr 1959 auf Kuba die Revolutionäre um Castro siegten, wurde Acapulco zum Ausweichquartier reicher Amerikaner, darunter auch viele Mafiosi. Heute wird Acapulco vom Tourismus geschnitten. Drogenkriege machen die eigentlich wunderschöne Stadt zu einem der gefährlichsten Orte der Welt. Doch Mexiko kann mit zahlreichen weiteren touristischen Sehenswürdigkeiten aufwarten: Allein die Natur Mexikos macht eine Reise dorthin wert.

Mit 707 Arten unterschiedlicher Reptilien nimmt Mexiko den ersten Platz in Bezug auf die reptiloide Artenvielfalt ein. Mit 438 Arten bei den Säugetieren den weltweit zweiten Platz und den vierten Platz bei den Amphibien. Mexiko ist trotz seiner Traumstrände eigentlich Hochland. Der größte Teil des Staatsgebiets liegt über 1000 m ü N. Mexiko kann in der Sierra Nevada gleich drei Fünftausender vorweisen, der höchste davon ist der Vulkan Citlaltépetl mit 5636 m. In Mexiko ist es Reisenden möglich, in subtropischer Wärme im Regenwald umherzustreifen, sich in den Kordilleren wie in den Alpen zu fühlen oder auf der Baija California Sand- und Steinwüsten zu erleben. Dazu kommt die faszinierende Geschichte des Landes mit den baulichen Hinterlassenschaften der Azteken und Mayas.

Das wirtschaftliche wie kulturelle Zentrum des Landes ist Mexico-City. Mit rund 21 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt. In Bezug auf die urbanen Zentren unterscheidet sich Mexiko von den meisten anderen Ländern mit Meeresküsten. Während sich überall sonst die Menschen in Küstenstädten drängen, weist Mexiko die meisten Großstädte im Inland auf. Immerhin zählt Mexiko 11 Millionenstädte und noch einmal 11 Großstädte mit mehr als 700.000 Einwohnern.

Im Jahr 2016 wurde Mexiko von 80 Millionen Reisenden besucht, davon rund 80 % Touristen aus den USA, ein entsprechend kleinerer Teil aus Europa, mit deutschen Urlaubern an der Spitze. Da kann es nicht ausbleiben, dass es hin und wieder zu Unfällen oder Erkrankungen kommt. Im Notfall sollte ein Arzt in Mexiko aufgesucht werden, jedoch kann es auch sein, dass die Erkrankung nur stationär in einem Krankenhaus behandelbar sind.

Wie funktioniert es mit Krankenhäusern in Mexiko?

Krankenhaus in Mexiko

Rein rechnerisch kann Mexiko mit einer ungefähr gleich großen Krankenhausdichte aufwarten wie Deutschland. Auf ein Krankenhaus kommen jeweils rund 43.000 Einwohner. Von den knapp 3000 Krankenhäusern Mexikos sind jedoch zwei Drittel Privatkliniken und nur etwa 10 % der Bevölkerung verfügt über eine entsprechende private Krankenversicherung.

Die meisten Mexikaner sind auf die etwa 1000 staatlichen Krankenhäuser angewiesen oder sie bezahlen in der Privatklinik aus eigener Tasche. So gesehen steht dann 115.000 Mexikanern jeweils nur 1 Krankenhaus zur Verfügung. Trotz dieses Missverhältnisses bemüht sich die Regierung Mexikos, jedem Einwohner des Landes eine stationäre Behandlung zu ermöglichen und immerhin beweist die in 60 Jahren um über 50 % gestiegene Lebenserwartung, dass die Bemühungen durchaus erfolgreich sind.

Wie funktioniert ein Krankenhausaufenthalt ohne Auslandskrankenversicherung in Mexiko?

Der europäische Standard wird in staatlichen mexikanischen Krankenhäusern nicht erreicht. Dafür jedoch sind sie, wenn es um lebensbedrohliche Situationen geht, die erste Anlaufstelle. Auch ohne Versicherung oder Geldmittel wird auf jeden Fall Erste Hilfe geleistet. Weitere Behandlungen müssen jedoch bar bezahlt werden, wobei es auf die jeweilige Krankenhausleitung ankommt, wie groß der Umfang der Erstbehandlung ausfällt.

Die meisten privaten Kliniken in Mexiko besitzen keine Notaufnahme. Wer sich hier stationär behandeln lassen möchte, muss zuerst den Nachweis einer Versicherung führen oder entsprechende Geldmittel besitzen. Wer tatsächlich ohne Auslandskrankenversicherung nach Mexiko reist, sollte sich des Risikos bewusst sein. Mexiko ist ein Schwellenland, indem nach wie vor ein erheblicher Teil der Bevölkerung in bitterster Armut lebt. Das Mitleid mit einem verunfallten oder schwer erkrankten Touristen aus einem reichen Industrieland hält sich entsprechend in Grenzen.

Wie funktioniert ein Krankenhausaufenthalt mit Auslandskrankenversicherung in Mexiko?

Die in den Ballungsgebieten und Tourismus-Orten angesiedelten Privatkliniken weisen einen medizinischen Standard auf, der mit europäischen oder US-Krankenhäusern vergleichbar ist. Inhaber einer Auslandskrankenversicherung können dort mit einer umfassenden und fachlich qualifizierten Behandlung rechnen. Es empfiehlt sich, vor Antritt der Reise bei der Versicherung nach Vertragskliniken in Mexiko zu fragen, die direkt mit dem Versicherer abrechnen. Das erspart eventuell die Vorauszahlung der Behandlungskosten.

Zugleich bietet die Auslandskrankenversicherung die Möglichkeit der Kostenübernahme einer Auslandsrückholung. Eine Option, die sich immer zu nutzen lohnt, denn selbst so schöne Reiseziele wie Mexiko verlieren im Krankenbett erheblich an Reiz.

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