In Rumänien zum Arzt gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie steht es um das Gesundheitssystem in Rumänien?
  2. In Rumänien ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen
  3. In Rumänien mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Die Vorstellungen im Westen über das EU-Mitgliedsland Rumänien schwanken von der düsteren Heimat Draculas über das Armenhaus Europas bis hin zu einem noch ungeschliffenen Juwel. 

Dass Rumänien mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern im Jahr 2019 von gut 13 Millionen Menschen aus dem Ausland besucht wurde, hat das Land vor allem seiner wunderbaren Natur zu verdanken und einer boomenden Automobilindustrie westlicher Hersteller, die hier verschiedene Modelle fertigen lassen.

Die Karpaten und auch das riesige Donaudelta am Schwarzen Meer sind Gebiete die innerhalb Europas ihresgleichen suchen, denn sie sind in vielen Teilen noch völlig unberührt von menschlicher Hand. Traumhaft schöne Gebirgslandschaften mit tiefen Wäldern oder unzählige Fisch- und Vogelarten im Gewirr der vielen Arme des Donaudeltas können trotz ihrer Schönheit jedoch nicht verhindern, das Besucher/innen Rumäniens eventuell erkranken oder einen Unfall erleiden, der es notwendig macht, einen Arzt aufzusuchen.

Wie steht es um das Gesundheitssystem in Rumänien?

Arzt in Rumänien

Das staatliche Gesundheitssystem Rumäniens basiert auf den Einnahmen aus den Beitragszahlungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie staatlichen Zuschüssen. Es gibt 42 Krankenkassen, die mit den Beiträgen über 300 staatliche Krankenhäuser finanzieren. Theoretisch stehen den rumänischen Bürgern wie auch Personen aus dem EU-Ausland eine ganze Reihe kostenloser medizinischer Dienste zur Verfügung. Das jedoch ist wirklich nur reine Theorie.

In Wirklichkeit ist das rumänische Gesundheitssystem völlig unterfinanziert. Es gibt rund 5 Millionen Beitragszahler, aber 20 Millionen Anspruchsberechtigte. Der Staat gibt etwas über 4 % des BIP für das Gesundheitswesen aus, in Deutschland sind es über 10 %.

Wie im südlichen Nachbarland Bulgarien herrscht in Rumänien ein extremer Ärztemangel, weil der größte Teil der Ärzte aufgrund schlechter Bezahlung und fehlender Stellen ins westliche Ausland gehen oder in privaten Praxen und Kliniken arbeiten. Zwar erhöhten die Krankenhäuser in den letzten Jahren die Gehälter des Personals, doch dieses Geld fehlt nun bei der Einrichtung der Kliniken, die sich im Allgemeinen in einem sehr schlechten baulichen und medizintechnischen Zustand befinden.

In Rumänien ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Wie bereits beschrieben, müssten unter Vorlage der europäischen Krankenversichertenkarte alle medizinisch notwendigen Leistungen in einer rumänischen Arztpraxis mit Krankenkassenvertrag kostenlos sein. Ohne Bargeld geht jedoch nichts und selbst dann verhält es sich mit der Behandlung nicht unbedingt zum Besten, wenn der oder die Ärztin nicht noch privat versicherte Patienten nebenher behandelt. In den Zentren des Landes, wie etwa in der Hauptstadt Bukarest, in Brasov, Konstanza oder Cluj-Napoca (Klausenburg) sind praktisch alle Arztpraxen in einen staatlichen und privatrechtlichen Bereich unterteilt. Die harte Faustregel heißt, wer entsprechend bezahlt, erhält alle möglichen Leistungen.

In Rumänien mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Mit einer Auslandskrankenversicherung ist der oder die Reisende in Rumänien bezüglich Arztbesuch auf der sicheren Seite, jedoch fehlt in vielen ländlichen Regionen schlicht ein Arzt oder eine Ärztin, die aufgesucht werden könnte. In den Großstädten herrscht jedoch kein Mangel an Arztpraxen für privat versicherte Personen. Üblicherweise müssen die Patienten in Vorkasse treten und die Rechnung im Nachhinein der Versicherung zur Erstattung einreichen. Eine Auslandskrankenversicherung ist für Besuche in Rumänien, egal wie lang oder kurz, unbedingt zu empfehlen.

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