In Schweden zum Arzt gehen

Wunderschönes Schweden

Sich für Schweden zu begeistern, fällt leicht. Es ist ein geradezu magisch schönes Land, das von der deutsch-dänischen Grenze aus in nur etwa vier Stunden mit dem Auto oder über den Seeweg mit der Fähre in etwa 7 Stunden erreichbar ist. Das Land ist gut ein Fünftel größer als Deutschland, beherbergt aber nur knapp 10 Millionen Einwohner. Von Süden nach Norden erstreckt sich Schweden auf eine Länge von 1572 Kilometer.

Schweden

Mehr als 220.000 Inseln sind Teil der schwedischen Küste an Nord- und Ostsee. Im Land verteilen sich über 90.000 Seen und in Nordschweden, über dem Polarkreis, geht die Sonne für jeweils ein halbes Jahr entweder nie ganz auf oder nie ganz unter. Schweden ist aber nicht einfach nur geografisch fantastisch. Das parlamentarische Königreich (Regierungssitz: Stockholm) ist bei seinen Bewohnern so beliebt, das es regelmäßig im jährlich von der UN weltweit erstellten Zufriedenheitsindex auf einem der ersten zehn Plätze von über 150 bewerteten Ländern landet. Rund 7 Millionen Touristen und Geschäftsreisende finden innerhalb eines Jahres nach Schweden, um dort ihre Ferien zu verbringen oder Handel zu treiben. Da bleibt es nicht aus, dass mal jemand erkrankt oder einen kleineren beziehungsweise größeren Unfall erleidet.

Wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in Schweden aus?

Das schwedische Gesundheitssystem ist staatlich finanziert. Es gibt nur eine Krankenkasse und bis auf wenige Ausnahmen ist jeder Bürger oder in Schweden wohnende Person automatisch krankenversichert. In der schwedischen Politik herrscht Konsens darüber, dass jeder Patient die gleiche medizinische Behandlung erhalten soll. Dazu werden selbst in den sehr abgelegenen und dünn besiedelten nördlichen Landesteilen Gesundheitszentren und Krankenhäuser errichtet und unterhalten, genauso wie in Stockholm oder Malmö. Die Ausstattung, das medizinisch-technische Niveau und die Verfügbarkeit der schwedischen Gesundheitsversorgung nehmen im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition ein.

Für die Organisation der Gesundheitsversorgung sind die einzelnen schwedischen Regionen zuständig, wobei die Landesregierung die Rahmenbedingungen vorgibt. Beispielsweise ist gesetzlich geregelt, dass jeder Patient innerhalb von drei Tagen die Diagnose seines Arztes erhalten soll, während eine Behandlung beim Facharzt innerhalb von 90 Tagen möglich sein muss. In den meisten Fällen schafft es das schwedische System tatsächlich, diese Zeiten einzuhalten.

Jeder Besuch beim Haus- oder Facharzt ist mit einer Kostenpauschale aus eigener Tasche verbunden, die je nach Region unterschiedlich ist. Besonders hoch ist diese Zuzahlung für den Besuch bei einem schwedischen Zahnarzt – zumindest für Erwachsene, die älter sind als 23 Jahre. Kinder und jüngere Erwachsene sind hier über die Krankenversicherung abgedeckt.

Ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen?

In Schweden zum Arzt

In Schweden ersetzen die Gesundheitszentren den Hausarzt. Normalerweise wird folglich bei Krankheitssymptomen eines dieser Gesundheitszentren aufgesucht, unter deren Dach sich Ärzte aus mehreren medizinischen Fachrichtungen vereinen. Allerdings ist es in Schweden üblich, sich zuerst telefonisch beraten und diagnostizieren zu lassen. Dazu gibt es die landesweite Telefonnummer 1177. Dieses System spart Aufwand und Zeit und reduziert die Häufigkeit der Arztbesuche deutlich, ohne dass hierbei die Gesundheit des Patienten leidet.

Wer als Tourist oder Geschäftsreisender aus der EU einen Arzt benötigt, erhält unter Vorlage der europäischen Krankenversichertenkarte die gleiche medizinische Behandlung wie ein schwedischer Patient. Ohne jeglichen Versicherungsschutz, also auch keiner Auslandskrankenversicherung, sind alle anfallenden Kosten in bar zu bezahlen. Dazu gehört auch die Kostenpauschale pro Arztbesuch, die je nach Region umgerechnet zwischen 15 und 35 Euro beträgt und im Voraus entrichtet werden muss. Mit einer Auslandskrankenversicherung können diese Kosten vom Versicherer wieder zurückgeholt werden.

Mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen?

Der privatrechtlich ausgerichtete Gesundheitssektor spielt in Schweden aufgrund des hervorragenden staatlichen Systems so gut wie keine Rolle. Es gibt für privat versicherte Patienten keine bevorzugte Behandlung. Trotzdem ist neben der Europäischen Krankenversichertenkarte für die Reise nach Schweden der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung zu empfehlen. Allein schon die anfallende Kostenpauschale pro Arztbesuch übersteigt meist den Betrag, den die Versicherungspolice kostet.

Diese Kostenpauschale wird von den Kassen im Heimatland in der Regel nicht erstattet, weil es etwa in Deutschland keine vergleichbare Pauschale gibt. Die Auslandskrankenversicherung ersetzt sie jedoch. Daneben beinhaltet die Auslandskrankenversicherung meist die Option der Auslandsrückholung mittels Ambulanztransport, was wiederum keine Leistung deutscher, schweizerischer oder österreichischer Krankenkassen ist. Schweden ist fraglos ein schönes Land, im Krankheitsfall empfinden jedoch fast alle Patienten die Heimat als schöner.

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