In der Schweiz zum Arzt gehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Leben in der Schweiz
  2. Wie funktioniert das Schweizer Gesundheitssystem?
  3. Ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen
  4. Mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Das Leben in der Schweiz

Die Schweiz ist als Staat ein durchaus außergewöhnliches Gebilde, damit jedoch sehr erfolgreich: Das Land besteht aus 26 Kantonen, es werden vier Amtssprachen gesprochen, es gibt weder eine offizielle Hauptstadt, inoffiziell ist es Bern, noch eine einzelne Person, die als Staatsoberhaupt fungiert. In der Schweiz kam es zuletzt im Jahr 1847 im sogenannten Sonderbundskrieg zu kriegerischen Handlungen.

Das kleine Land mit seinen rund 8,5 Millionen Einwohnern ist dazu noch wirtschaftlich sehr erfolgreich: Weltweit rangiert die Schweiz bei den Einkommen der Einwohner auf dem 2. Platz, ohne dass das Land über irgendwelche Rohstoffe verfügt. In der Schweiz wird kein Öl oder Gas gefördert, wohl aber wirtschaftliche Innovationen, weshalb das Land im Global Innovation Index den 1. Platz einnimmt.

Zürich

Der Preis für soviel wirtschaftlichen Erfolg sind jedoch sehr hohe Lebenshaltungskosten. So gehören etwa Zürich und Genf zu den teuersten Städten der Welt, wobei selbst das Landleben in der Schweiz keine billige Angelegenheit ist. Trotzdem ist die Schweiz ein gern von Ausländern besuchtes Land. Besonders beliebt sind die Schweizer Alpen mit den vielen schneesicheren Skigebieten. Außerdem ziehen viele Einwanderer jedes Jahr viele Einwanderer ins Land, um sich dort Arbeit zu suchen. Hierbei handelt es sich häufig auch in deutsche Facharbeiter.

Im Jahr 2019 besuchten rund 12 Millionen Touristen und Geschäftsreisende die Eidgenossenschaft, zum weitaus größten Teil aus den umliegenden Nachbarländern Deutschland, FrankreichItalien, Österreich und Liechtenstein. Die Schweiz ist Mitglied im Europarat, der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der OECD sowie der OSZE und ist über ein Freihandelsabkommen mit der EWG verbunden und hat das Schengenabkommen ratifiziert. Die Schweiz ist jedoch kein Mitglied der EU. Es besteht jedoch ein gegenseitiges Sozialversicherungsabkommen, das sich unter anderem auch auf das Gesundheitswesen bezieht.

Wie funktioniert das Schweizer Gesundheitssystem?

Jeder Bürger in der Schweiz ist verpflichtet, sich in einer der über 90 privatrechtlich organisierten Krankenversicherungen anzumelden. In der Schweiz gibt es keine staatliche Krankenkasse. Dafür müssen die Krankenversicherungen jede Person aufnehmen, die in ihrem Wirkungskreis wohnhaft ist, wenn diese dies beantragt. In der sogenannten Grundversicherung sind mit Ausnahme von Zahnbehandlungen verschiedene medizinische Leistungen enthalten. Der Versicherte zahlt monatliche Beiträge und leistet eine jährliche Zuzahlung zu seinen Behandlungskosten, die sogenannte Franchise. Auch darüber hinaus besteht für jede Behandlung ein anteiliger Selbstbehalt.

Das System ermöglicht nahezu allen Bürgern den Zugang zu einer sehr guten gesundheitlichen Versorgung. In der Schweiz arbeiten sehr gut ausgebildete Ärzte und auch die medizinisch-technische Ausstattung der Praxen ist auf hohem Niveau. Sogar deutsche Ärzte wandern vergleichsweise häufig ins Nachbarland aus, um dort eine Praxis zu gründen. Durch die hohe Arztdichte sind die Wartezeiten überschaubar – sogar für einen Termin beim Facharzt.

Nachteile gibt es allerdings auch im besten System: Durch die dezentralen Strukturen und unterschiedlichen Zuständigkeiten ist das Schweizer Gesundheitssystem relativ schwierig zu durchschauen. Außerdem produziert es sehr hohe Kosten, was natürlich zum Teil auch die Patienten zu spüren bekommen.

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, verhängte der Staat sogar einen Ärztestopp, der die Neuzulassung von Ärzten limitierte. Allerdings ist diese Maßnahme immer weiter ausgehöhlt worden, damit weiterhin genügend Ärzte in der Grundversorgung arbeiten. Nur bestimmte Fachärzte sind weiterhin durch den Ärztestopp eingeschränkt und dürfen nicht in unbegrenzter Zahl die Arbeit aufnehmen.

Ohne Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Bürger der EU haben über die europäische Krankenversicherungskarte das Recht kostenlose ärztliche Behandlungen in der Schweiz in Anspruch zu nehmen, sofern der oder die Ärztin an das schweizerische Krankenversicherungssystem angebunden ist. Allerdings muss zunächst in Vorlage getreten und die Erstattung der Kosten im Nachhinein beantragt werden.

Dabei ist zu beachten, dass die Deckungsfreibeträge in der Schweiz nicht immer mit denen des Heimatlandes übereinstimmen. Es ist durchaus möglich, dass nicht die vollen Kosten erstattet werden. Ohne jegliche Versicherung sind die entstehenden Kosten voll und ganz selbst zu zahlen, ausgenommen davon sind in der Schweiz nur asylberechtigte Personen.

Mit Auslandskrankenversicherung zum Arzt gehen

Viele der Schweizer Krankenversicherungen sind international tätige Unternehmen, die sowohl in der Schweiz als auch der EU Policen anbieten. Es ist sinnvoll, für eine Reise in die Schweiz eine Auslandskrankenversicherung bei solch einem Versicherer abzuschließen, um die volle Kostendeckung zu erhalten. Mitunter muss dann auch nicht in Vorkasse getreten werden und selbst Zahnbehandlungen sind so meist gedeckt genauso wie auch in vielen Fällen eine Auslandsrückholung.

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