In Thailand ins Krankenhaus gehen

Kaum ein Urlauber macht sich Gedanken über einen möglichen Unfall während des Thailand Urlaubs. Dabei zählt die WHO Thailand zu den 7 Ländern mit der weltweit höchsten Todesrate durch Verkehrsunfälle: Wer sich schon einmal in das Verkehrsgetümmel in den Städten Thailands begeben hat, wird dies fraglos bestätigen, und sich kopfschüttelnd fragen, wieso nicht noch viel mehr passiere. Zugleich ist das tropische Klima nicht nur für Menschen sehr angenehm: Auch Viren und Bakterien profitieren von den günstigen Bedingungen und werden oft mittels Moskitos auf den Menschen übertragen. Die Ansteckungsgefahren für Malaria, TBC oder sogar Cholera und Vogelgrippe werden dank eines immer leistungsfähigeren Gesundheitssystems zwar immer geringer, aber sie sind längst nicht vollständig verschwunden. 

Wie funktioniert das Gesundheitssystem in Thailand?

Im Jahr 2006 wurde in Thailand eine kostenlose ärztliche Grundversorgung für die Bevölkerung eingeführt, die vom Ausbau der medizinischen Hilfe speziell im ländlichen Bereich begleitet war. Heute stehen den rund 70 Millionen Thailändern rund 1400 Krankenhäuser zur Verfügung, wovon etwa ein Drittel Privatkliniken sind.

Krankenhaus in Thailand

Damit liegt Thailand bezüglich der Krankenhausdichte rein rechnerisch nur knapp hinter Deutschland. Allerdings können sich nur wenige Thailänder die Privatkliniken leisten, die nicht Teil der kostenlosen Grundversorgung sind. Zudem gibt es nach wie vor in dem Land, welches gut 30 % größer als Deutschland ist, sehr viele Gegenden ohne Krankenhäuser. Ebenso schwierig stellt es sich auf den Tausenden kleineren und größeren Inseln vor der Küste Thailands dar, die zum Staatsgebiet des Landes gehören: Je nach Aufenthaltsort kann es so durchaus mehrere Stunden dauern, bis im Notfall ein Krankenhaus erreicht ist. 

Immerhin erhalten gerade Ausländer in Thailand im Ernstfall nach einem Unfall oder ähnlichem eine Notfallversorgung, ohne dass vorher gefragt wird, ob Bargeld vorhanden oder die Kreditkarte gedeckt sei. Das ist in so manchem anderen Ferienland nicht unbedingt selbstverständlich. Tatsächlich können sich auch Ausländer kostenfrei in den staatlichen Krankenhäusern behandeln lassen, natürlich nur im Fall ernsthafter Erkrankungen.

Medizintourismus

Im Gegensatz dazu hat sich in Thailand in den letzten Jahren ein sehr reger Medizintourismus entwickelt. Rund eine Million Menschen aus Asien, den USA, dem Nahen Osten und auch Europa kommen jedes Jahr hierher, um Schönheitsoperationen, Zahnbehandlungen oder auch große operative Eingriffe durchführen zu lassen. Niedrige Kosten bei stationärer wie ambulanter Behandlung machen den Flug lohnenswert. Genau auf diese Klientel sind die meisten privaten Kliniken in Thailand ausgerichtet. Den Patienten bieten sie einen Service, der sich durchaus mit 4- oder 5-Sterne-Hotels vergleichen lässt.

In Thailand ins Krankenhaus gehen ohne Krankenversicherung? 

Wer in Thailand gezwungen ist, sich stationär behandeln zu lassen, ohne eine Krankenversicherung oder entsprechende Barmittel zu besitzen, kann sich in ein staatliches Krankenhaus begeben. Aus technisch-medizinischer Sicht sind die staatlichen Krankenhäuser in Thailand durchaus gut ausgestattet, aber die Thailänder besitzen ein anderes Verständnis bezüglich der Privatsphäre, weshalb in den Krankenhäusern große Krankenzimmer mit bis zu 20 Betten durchaus üblich sind. Hinzu kommt meist reger, den ganzen Tag andauernder Familienbesuch, weshalb von ruhiger Erholung im Krankenbett kaum die Rede sein kann.

Inzwischen ist einigen Politikern Thailands der Kostenanteil, den ausländische Patienten verursachen, doch ein Dorn im Auge und im Jahr 2019 wurde ein Gesetz in die Wege geleitet, das in Thailand lebende Ausländer zum Abschluss einer Krankenversicherung zwingen soll. Allerdings ist dieses Gesetz erst einmal im Zuge der Corona-Pandemie hinten angestellt worden.

In Thailand ins Krankenhaus gehen mit Krankenversicherung? 

Eine Fernreise nach Thailand, um im Urlaub die Exotik dieses Landes kennenzulernen oder als Geschäftsreisender neue Kontakte zu knüpfen, bedeutet zugleich in der Regel, dass eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen wird. Ein eigentlich unvermeidbarer Punkt, da es zwischen Deutschland und Thailand keinerlei Staatsverträge bezüglich gegenseitiger Kostenübernahmen im medizinischen Notfall gibt.

Deutsche Privatversicherer wie auch öffentliche Krankenkassen lehnen dementsprechend Kostenerstattungen aus in Thailand entstandenen Aufwendungen ab. Besteht jedoch eine für diese Reise abgeschlossene Krankenversicherung, ist in den thailändischen Privatkliniken die Behandlung sogar möglich, ohne in Vorlage gehen zu müssen. Die jeweilige Klinik stellt eine Anfrage an den Versicherer und wenn dieser die Kostenübernahme zusagt, steht der Behandlung nichts mehr im Wege.

Auch wenn nun ein klimatisiertes Einzelzimmer zur Verfügung stehen mag und jederzeit sehr zügig eine Krankenschwester erscheint, so ist Thailand nicht Deutschland: Die fremde Sprache und das exotische Flair sind für gesunde Menschen reizvoll, für Kranke oder Verunfallte stellt es meist eine Belastung dar und der Wunsch nach einer schnellen Heimkehr wird immer größer.

Da ist es hilfreich, wenn in der abgeschlossenen Reisekrankenversicherung die Option der Rückholung enthalten ist. Das bedeutet, dass auf Wunsch des oder der Patientin und der Zustimmung des behandelnden Arztes in Thailand ein Ambulanzflug nach Deutschland organisiert werden kann. Die Sache hat jedoch einen Haken: Der Versicherer muss dem Ambulanzflug nicht unbedingt zustimmen. Er wird es sogar in vielen Fällen ablehnen, weil die Flugkosten nicht selten die günstigen thailändischen Krankenhauskosten übersteigen.

Sinnvoll ja, notwendig nein

Der Versicherer beruft sich dabei auf eine Klausel in den AGB, die möglicherweise so formuliert ist, dass ein Rücktransport nur stattfinden muss, wenn die „medizinische Notwendigkeit“ besteht. Diese Formulierung ist wie ein Freibrief für die Versicherung, denn medizinisch „notwendig“ erscheint der Transport nicht. Der medizinische Standard Thailands entspricht dem Deutschlands, womit die Heilbehandlung auch an Ort und Stelle vollzogen werden kann. Darum sollten Reisende vor Abschluss der Reisekrankenversicherung einen Blick auf die Stelle in den AGBs werfen, wo dieser Passus zu finden ist und nachsehen, welche Formulierung verwendet wird. Steht an Stelle von „medizinisch notwendig“ die Formulierung „medizinisch sinnvoll“, bleibt dem Versicherer kaum etwas anderes übrig als zuzustimmen, denn eine Heilbehandlung im heimischen Umfeld des Patienten bei gleichwertigem medizinischen Standard wird aus ärztlicher Sicht immer als „sinnvoll“ angesehen, womit der Versicherer in einem eventuellen Rechtsstreit schlechte Karten hat.  

Ein Ambulanzflug kann aber auch ohne Rückendeckung durch die Versicherung durchgeführt werden. Wem die mitunter bürokratische Zustimmungsprozedur der Versicherung zu lange dauert oder keine Rückholoption in der Police angekreuzt hat, kann sich trotzdem verlegen lassen. Wir von der Ambulanzflug-Zentrale organisieren die Rückholung von Thailand nach Deutschland bis in das kleinste Detail. Vom Ambulanzfahrzeug zum Flughafen in Thailand über den passend eingerichteten Ambulanzjet hin zum Ambulanzfahrzeug nach der Landung für die Fahrt zum Krankenhaus in Deutschland. Rufen Sie uns jetzt an und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

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