In Tunesien ins Krankenhaus gehen

Das heutige Tunesien war einst einmal Africa. Tatsächlich stammt die Bezeichnung für den Kontinent Afrika von der römischen Provinz Africa ab, die ab dem Jahr 146 v. Chr. hauptsächlich auf dem Gebiet Tunesiens bestand. Nachdem Rom die Phönizier im dritten Punischen Krieg besiegte und deren Hauptstadt Karthago zerstörte, wurde das Land zur Kornkammer des römischen Imperiums, zusammen mit Teilen Ägyptens und Libyens.

Das moderne Tunesien wird heute von der OECD als Schwellenland eingestuft. Die Alphabetisierungsrate beträgt 80% der Bevölkerung und praktisch jede Person in Tunesien hat Zugang zum Internet. Der Anteil der Menschen, die ein Smartphone besitzen, ist fast so hoch wie in Deutschland. Trotz allen Fortschritts lässt sich Tunesien bezüglich allgemeiner Infrastruktur, politischer Stabilität und demokratischer Kultur noch nicht mit mitteleuropäischen Standards vergleichen, innerhalb Afrikas jedoch nimmt das Land in dieser Beziehung eine Führungsrolle ein.

Wie in allen nordafrikanischen Staaten konzentrieren sich in Tunesien die Wirtschaft und der wichtige Tourismus besonders auf die Mittelmeerküste. Hier finden sich mit Tunis, Sfax, Sousse, Ettadhamen und Kairouan die fünf größten Städte des Landes, in denen zusammen rund 1,4 Millionen der insgesamt knapp 12 Millionen Tunesier sesshaft sind. Der Südwesten des Landes hingegen, der sich auf der südlichen Seite des Atlasgebirges befindet, kann fast schon als menschenleeres Wüstengebiet bezeichnet werden. Auch die medizinische Versorgung ist überwiegend auf die Küstenregion konzentriert.

Das Gesundheitssystem in Tunesien

Gesundheitssystem Tunesien

Reisende, die in Tunesien ihren Urlaub genießen oder geschäftlich unterwegs sind, müssen sich im Krankheitsfall kaum Sorgen um die stationäre medizinische Versorgung machen. Neben rund 180 staatlichen Hospitälern und Universitätskliniken finden sich zahlreiche private Kliniken aller Fachrichtungen.

In Tunesien ist die Bevölkerung in einer Pflichtversicherung eingebunden, die den kostenlosen Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht. In der Realität jedoch zeigt das staatliche Gesundheitssystem durch fehlende Investitionen und die Abwanderung des medizinischen Personals große Mängel. Dies gilt auch für viele staatliche Krankenhäuser. Vor allem die Universitätskliniken des Landes behandeln sowohl sozialversicherte als auch privat versicherte Patienten. Ein Beispiel dafür ist das Hospital Aziza Othmana, das älteste Krankenhaus in Tunis, welches im Jahr 1662 gegründet wurde. Der Nobelpreisträger Charles Jules Henri Nicolle entdeckte in diesem Hospital die Übertragung des Fleckfiebers durch Kleiderläuse und identifizierte als erster den Typhus-Erreger.

Ohne Auslandskrankenversicherung in Tunesien in ein Krankenhaus gehen

Ein Unfall ist vorwiegend ein Vorgang, der in Bruchteilen von Sekunden geschieht und auch eine unvorhergesehene Erkrankung kann jederzeit urplötzlich und schnell eintreten. Beides kann während einer Tunesien-Reise einen stationären Aufenthalt in einem Hospital in Tunesien notwendig machen.

Zwischen der EU und Tunesien besteht zwar ein Sozialversicherungsabkommen, dieses bezieht sich jedoch nicht auf die medizinische Behandlung von Reisenden, die aus touristischen Gründen Tunesien besuchen. Die EHIC, die europäische Krankenversichertenkarte der Krankenkassen, wird in Tunesien dementsprechend nicht anerkannt. Natürlich leisten die Notaufnahmen der Hospitäler in Tunesien Erste Hilfe, darüber hinaus gehende Behandlungen sind sowohl in staatlichen als auch in privaten medizinischen Einrichtungen für Nicht-Tunesier kostenpflichtig und müssen bei einer fehlenden Auslandskrankenversicherung in bar oder per Kreditkarte beglichen werden. Staatliche tunesische  Krankenhäuser sind in Bezug auf die Behandlung ohne Bezahlung zwar moderater als private Kliniken, jedoch ist auch deren medizinischer Standard in der Regel weitaus schlechter.

Mit einer Auslandskrankenversicherung in Tunesien in ein Krankenhaus gehen

Es ist sehr zu empfehlen, vor einer Reise nach Tunesien eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese eröffnet im Ernstfall den Zugang zu privaten Kliniken, die sich zum größten Teil bezüglich Personal, Infrastruktur und medizinisch-technischer Einrichtung mit Krankenhäusern in Mitteleuropa messen können. Das hat auch damit zu tun, dass in Tunesien der Medizintourismus eine stetig wachsende Branche darstellt. Das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis in Tunesien lockt Europäer und Patienten aus dem Nahen Osten an, sich hier medizinisch behandeln zu lassen.

Die Auslandskrankenversicherung erspart üblicherweise auch die Entrichtung der Behandlungskosten aus der eigenen Tasche (Vorkasse). Dazu sollte vor dem Abschluss einer Police beim Versicherer nachgefragt werden, welche Kliniken und Ärzte in Tunesien die Abrechnung mit der Versicherung direkt vornehmen. Die meisten privaten Kliniken in Tunesien sind aber auch bereit, sich mit der Versicherung in Verbindung zu setzen, um die Kostendeckung direkt zu regeln. Etwa wenn nach einem Unfall die Einlieferung in eine Klinik erfolgt, die nicht als Vertragspartner der Versicherung verzeichnet ist.

Mit der Auslandskrankenversicherung ergibt sich aber noch eine weitere, zusätzliche Dienstleistung, die die Krankenkassen in der Heimat nicht leisten: die Auslandsrückholung, den ambulanten Krankentransport von Tunesien zurück nach Hause. Vom Krankenbett in der tunesischen Privatklinik aus verlieren auch die schönen Strände Tunesiens ihren Reiz und wohl jeder oder jede Patientin wird froh sein, in ein Krankenhaus in Heimatnähe verlegt zu werden.

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