In Tunesien zum Arzt gehen

Obwohl Tunesien zu den kleinsten Ländern Afrikas zählt, ist es aufgrund der Vielfältigkeit ein sehr beliebtes Urlaubsziel.  Auch außerhalb der Tourismusbranche zeigt sich Tunesien als sehr vielschichtig: Tunesien war und ist das Einwanderungsziel von Menschen aus Frankreich, Spanien, der Türkei, den Nachbarländern Algerien und Libyen sowie der arabischen Halbinsel.

Über Jahrhunderte hinweg prägten die Einwanderer Tunesien. Dies ist noch heute durch architektonische sowie kulturelle Einflüsse erkennbar. Beginnend bei den Phöniziern, die den schönen Vorort Karthago errichteten, bis hin zum französischen Baguette oder dem Croissant und natürlich der französischen Sprache, die neben Arabisch die inoffizielle zweite Amtssprache ist.

Karthago, Tunesien

Tunesien war von 1881 bis 1956 französisches Protektorat. Heute ist Tunesien trotz der Unruhen und Terroranschläge der vergangenen Jahre von allen islamistischen Ländern das Land mit dem größten Demokratieverständnis. Dies zeigt sich unter anderem durch die gesetzlich verankerte Gleichstellung von Frau und Mann.

Tunesien ist nicht nur durch die traumhaften Sandstrände, sondern auch durch sein kulturelles und architektonisches Erbe immer eine Reise wert. Wer das Land besucht, benötigt zur Einreise keine besonderen Impfungen, ausgenommen gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2/Covid-19). Empfohlen werden jedoch zusätzlich Impfungen gegen Hepatitis A + B, Tetanus, Polio und Diphtherie. Speziell die Tourismus-Hochburgen wie Monastir, Hammamet oder die Insel Djerba sind sehr sicher, trotzdem kann es jederzeit geschehen, dass ein Arzt benötigt wird. Schließlich ist niemand vor einem Unfall oder einer Erkrankung gefeit.

Wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in Tunesien aus?

Das tunesische Gesundheitssystem basiert auf der während des französischen Protektorats eingeführten Struktur. Heute zählt Tunesiens Gesundheitsversorgung zu den besten des afrikanischen Kontinents, allerdings ist es nicht vergleichbar mit den Systemen der mitteleuropäischen Länder. Die Basis bilden rund 2000 staatliche Gesundheitszentren, in denen Mediziner verschiedener Fachrichtungen Patienten vorwiegend ambulant behandeln. Alle Tunesier sind in einer öffentlichen staatlichen Krankenversicherung organisiert, die im Prinzip kostenlos ist. Das größte Problem ist die hohe Abwanderungszahl medizinischen Personals in das Ausland oder in die Privatwirtschaft, gefolgt von einer nur sehr schleppend durchgeführten Modernisierung der staatlichen Gesundheitseinrichtungen.

Der private tunesische Gesundheitssektor ist hingegen in den letzten Jahren nicht nur im Bereich der Fachärzte, sondern auch in Bezug auf den Medizintourismus beständig gewachsen. Tunesien gehört inzwischen zu den führenden Anbietern für Augenoperationen, Haartransplantationen und allgemeiner Schönheitschirurgie.

In Tunesien zum Arzt gehen ohne Auslandskrankenversicherung?

Arztbesuch in Tunesien

Touristen oder Geschäftsreisende, die in Tunesien einen Arzt oder eine Ärztin benötigen, werden sich in der Regel aufgrund der besseren medizinisch-technischen Ausstattung an einen privat praktizierenden Mediziner wenden. Die Behandlungskosten müssen immer sofort in bar oder per Kreditkarte entrichtet werden. Allerdings sind die Arzthonorare mit rund 10 bis 25 Euro pro Visitation sehr günstig und werden teilweise von den Krankenkassen zu Hause ersetzt. Je nach Krankheit und der damit verbundenen Behandlung kann es aber auch teuer werden. Ohne Auslandskrankenversicherung bleibt der Reisende dann zum größten Teil auf diesen Kosten sitzen.

In Tunesien zum Arzt gehen mit einer Auslandskrankenversicherung?

Obwohl auch mit einer Auslandskrankenversicherung bei einem Arztbesuch in Tunesien die Kosten direkt in bar beglichen werden müssen, besitzt die Auslandskrankenversicherung den Vorteil, dass jede Art der Behandlung letztlich gedeckt ist. Der Patient oder die Patientin muss sich also kaum Gedanken darüber machen, ob eine vielleicht dringend notwendige Behandlung ihn oder sie in den finanziellen Ruin treibt. Ebenso wenig besteht die Gefahr, dass die staatliche Krankenkasse in der Heimat die Kostenübernahme eines Teils der Behandlung eventuell ablehnt.

Es ist folglich sehr zu empfehlen, vor Antritt einer Reise nach Tunesien eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Die Kosten sind meist schon durch einen einzigen Arztbesuch in Tunesien wieder hereingeholt. Wenn glücklicherweise keine medizinische Behandlung während der Reise nach Tunesien notwendig war, so entspricht die Investition in die Auslandskrankenversicherung ungefähr einem guten Abendessen in einem Restaurant in Tunis. So viel sollte die Gesundheitsvorsorge schon wert sein. Davon abgesehen weisen die Policen von Auslandskrankenversicherungen zusätzlich die Option der Auslandsrückholung auf. Im Ernstfall wird spätestens dann jeder beziehungsweise jede Tunesien-Reisende heilfroh sein, die Auslandskrankenversicherung abgeschlossen zu haben. 

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